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Wechseljahrsbeschwerden (Klimakterium)

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Wechseljahrsbeschwerden (Klimakterium)

Die Zeit der Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, ist eine natürliche Übergangsphase im Leben jeder Frau. Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr geht die Frau von der Geschlechtsreife in die Zeit des Alters (Senium, ab dem 70. Lebensjahr) über. 

Als junges Mädchen entwickelt sie in der Pubertät die Geschlechtszeichen, bis zum 15. Lebensjahr setzt der Zyklus mit den monatlichen Regelblutungen ein. Die Phase der Zyklen, in der in den Eierstöcken Eibläschen bis zum Eisprung heranreifen, ist die Zeit der Fruchtbarkeit. Die Geschlechtsreife dauert circa 30 Jahre an. Am Ende der Geschlechtsreife ab dem 45. Lebensjahr nimmt die Zahl der Eibläschen in den Eierstöcken stetig ab. Mit durchschnittlich 51 Jahren, wenn die Eierstöcke schließlich leer sind, ist die Menopause erreicht. Die Regelblutung, das äußere Zeichen für die Eierstockzyklen, bleibt ganz aus.

Jede Frau durchläuft in ihrem Leben diese Phasen: Sie kennzeichnen die Entwicklung und den Verlust der Fruchtbarkeit. Ein hilfreiches Bild sind die Jahreszeiten: die Pubertät wäre der Frühling, die Geschlechtsreife der Sommer, die Wechseljahre wären der Herbst und das Alter schließlich würde vom Winter bestimmt. Leicht vorstellbar, dass die Übergangsphase des Klimakteriums nicht ganz einfach ist, denn sie ist mit vielen hormonellen Umstellungen verknüpft, an die sich der Organismus erstmal gewöhnen muss. Auch die Frau selbst erlebt sich anders in ihrer weiblichen Rolle. In den Wechseljahren, die bis zu 15 Jahre andauern, geschehen eine Menge Umstellungen, die körperlich wie seelisch verarbeitet sein wollen.

Begrifflich wird unterschieden zwischen:

  • Prämenopause: Zeit vor der Menopause in der die Regelblutungen unregelmäßig werden und die Eierstockfunktion im Erlöschen begriffen ist (ab dem 45. LJ)
  • Menopause: Zeitpunkt nach der letzten Regelblutung (durchschnittlich 51. LJ)
  • Perimenopause: Zeit um diese letzte Regelblutung herum (45.-55. LJ)
  • Postmenopause: Zeitraum nach der letzten Regelblutung bis zum Alter, das mit dem 70. LJ beginnt
  • Klimakterium: bezeichnet die Symptome und Beschwerden, die während der Perimenopause auftreten können
  • Wechseljahre: entsprechen dem Klimakterium, wobei die Wechseljahre auch beschwerdefrei ablaufen können
Wechseljahresbeschwerden im Überblick:
  • Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sind eine natürliche Übergangsphase jeder Frau vom Ende der Geschlechtsreife in die Unfruchtbarkeit – ein Drittel erlebt sie beschwerdefrei
  • Dabei erlischt die Eierstockfunktion was mit circa 51 Jahren zum Aussetzten der Regelblutungen führt.
  • Die vielen hormonellen Umstellungen führen bei zwei Drittel jedoch zu leichten bis starken Symptomen wie unregelmäßige Menstruation, Hitzewallungen und Trockenheit der Scheidenschleimhaut, begleitet von anderen psychischen und vegetativen Symptomen, zudem kann es zu Osteoporose kommen.
  • Eine Therapie mit einem Hormonpräparat empfiehlt man bei starker Beeinträchtigung durch die Symptome, alternativ stehen gute pflanzliche Präparate zur Verfügung.

Ursachen für Wechseljahresbeschwerden

Ursachen für diese Umstellungen sind die sinkende Zahl der im Eierstock bereitstehenden Eibläschen. Dadurch entsteht ein Östrogenmangel, der die Wechseljahrsbeschwerden verursacht, auch klimakterische Beschwerden genannt.

Das Ausbleiben der Regelblutung mit der Menopause ist das äußere Zeichen für das Ende der Fruchtbarkeit der Frau. Ursache hierfür ist der Verbrauch der letzten Eibläschen in den Eierstöcken. Diese werden noch vor der Geburt im Mutterleib im weiblichen Fötus angelegt, da beträgt die Zahl der Eibläschen sogar mehrere Millionen. Von der Geburt bis zur Menopause nimmt diese Zahl kontinuierlich ab. Seit der Geschlechtsreife, ab dem circa 15. Lebensjahr, reifen in jedem Zyklus in den Eierstöcken Eibläschen heran. Davon steht alle 28 Tage jeweils eines, das den Eisprung vollzogen hat, zur Befruchtung bereit. Die anderen herangereiften Eibläschen sind jedoch auch mit dem Einsetzen der Regelblutung verbraucht, sie können im nächsten Zyklus nicht mehr zur Befruchtung bereitstehen.

Da sie auch nicht nachwachsen können, leeren sich so die Eierstöcke mit den Jahren. Ab dem 45. Lebensjahr hat sich die Zahl schon soweit reduziert, dass in den Eierstöcken die einhergehende Hormonproduktion ebenfalls sinkt. Das Progesteron (Gelbkörperhormon) nimmt zuerst ab, im weiteren Verlauf der Wechseljahre sinkt auch der Östrogenspiegel. Zusammen bestimmen diese Hormone in jedem Zyklus den Aufbau und Abbau der Gebärmutterschleimhaut und das Einsetzen der Regelblutung. Je mehr diese beiden Hormone fehlen, umso mehr kommt es zu unregelmäßigen Blutungen. Schließlich hört die Menstruation ganz auf – dies wird Menopause genannt. Der Östrogenmangel ist auch verantwortlich für ein lästiges Symptom in den Wechseljahren: dem Abbau der Scheidenschleimhaut mit einhergehender Trockenheit der Scheide.

Hormonelles Ungleichgewicht führt zu Beschwerden

Die nachlassende Östrogenproduktion in den Eierstöcken wird dem Gehirn über die Blutbahn mitgeteilt. Dieses reagiert erstmal in der Hirnanhangdrüse dagegen, indem es vermehrt eibläschen-stimmulierendes Hormon (FSH) in die Blutbahn abgibt, dass die Eierstockfunktion wie gewohnt anregen soll, was aber nicht mehr funktionieren kann. Das Ungleichgewicht zwischen zuviel FSH und zuwenig Östrogen ist verantwortlich für die klimakterischen Beschwerden.

Die vielen verschiedenen Beschwerden der Wechseljahre außerhalb der Geschlechtsorgane beruhen darauf, dass Östrogene und Sexualhormone nicht nur für die Eierstockfunktion zuständig sind, sondern die Hormone über die Blutbahn viele allgemeine Stoffwechselvorgänge im Körper mitregulieren – wie bei einem Spinnennetz: Berührt man einen Faden, so schwingt das ganze Netz mit. Haut, Harnwege, Gelenke, das vegetative Nervensystem mit Steuerung des Temperaturhaushalts (Hitzewallungen), der Schweißfunktion, des Schlafes, der Blutdruck, das Herz, die Knochendichte und nicht zuletzt die Psyche – alle schwingen mit und müssen sich an die veränderte Situation im Hormonhaushalt neu anpassen.

Vorzeitige Wechseljahre

Ursache für ein vorzeitiges Einsetzen der Wechseljahre (Climakterium praecox) vor dem 42. Lebensjahr liegt darin, dass schon zu früh keine Eibläschen mehr für den Eisprung zur Verfügung stehen. Warum bei manchen Frauen die Eierstöcke schon viel früher als bei anderen leer sind, ist jedoch unklar.

Symptome bei Wechseljahresbeschwerden

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Ein knappes Drittel aller Frauen erlebt keine oder nur sehr geringe klimakterische Beschwerden. Bei einem guten Drittel treten dagegen einige Symptome leicht bis mittelschwer auf, dabei am häufigsten die Hitzewallungen (70% der Frauen) begleitet von Schweißausbrüchen. Wie häufig der Libidoverlust ist, ist oft schwer zu erfragen.

Bei jeder dritten Frau treten Symptome auf, die die Lebensqualität schwer einschränken. Schmerzen in der Scheide, starke Regelblutungsstörungen oder auch starker Leistungsabfall, schwere Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Depressionen können so belastend sein, das unbedingt ärztliche Hilfe nötig wird. Eine Osteoporose mit Knochenabbau findet man bei 25% aller betroffenen Frauen.

Die Hauptsymptome der Wechseljahre sind Zyklusstörungen, Hitzewallungen und Scheidentrockenheit.

  • Regelblutungsstörung: es kommt zu Oligomenorrhö (weniger Zyklen), Polymenorrhö (vermehrte Zyklen in kürzeren Abständen aufeinander folgend) oder Menometrorrhagie (verlängerten Blutungen mit Zwischenblutungen). Letztendlich kommt es zur Amenorrhö (Ausbleiben der Periode) – dieser Zeitpunkt der Menopause wird rückblickend ein Jahr nach der letzten Regelblutung ermittelt.
  • Hitzewallungen sind das meistbeklagte Symptom in den Wechseljahren. Die hormonellen Schwankungen bewirken Schwankungen in der Temperaturregulation. Dies führt zu Durchblutungssteigerungen der Haut. Es kommt es zu massivem Hitzeempfinden tagsüber aber auch nachts mit Schweißausbrüchen und Schlaflosigkeit.
  • Scheidentrockenheit: Die Scheidenschleimhaut nimmt ab (vaginale Atrophie), die Scheide wird enger, es kommt zu Scheidentrockenheit, trotz vorhandener Libido fehlt die Feuchtigkeit und es kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen.

Diese Symptome können mittelfristig auftreten:

Zu den langfristigen Veränderungen durch den Östrogenmangel können gehören:

  • Gelenkbeschwerden
  • Arteriosklerose (Gefäßwandverkalkungen): dies kann sich negativ auf den Blutdruck auswirken und das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen – die Östrogene der Frau schützen sie erstmal vor diesen Zivilisationskrankheiten, nach deren Abfall fällt dieser Schutz jedoch weg.
  • Osteoporose (Knochenabbau mit verminderter Knochendichte): bei starkem Knochenabbau kommt es zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule – das Extrembild ist der „Witwenbuckel“ mit Abnahme der Körpergröße. Auch das Risiko für Knochenbrüche ist erhöht.

In der Postmenopause (Zeitraum nach dem Ausbleiben der Regelblutung) bleibt oft der Schleimhautabbau an der Scheide, am Auge und am Mund bestehen. Die Haut ist allgemein trockener wenn die Frau ins Senium (Phase des Alters) eintritt.

Diagnose von Wechseljahresbeschwerden

Meist kann die Diagnose „Wechseljahre“ schon aus der dem ärztlichen Gespräch heraus gestellt werden. Hierfür ist das Alter der Frau und die Veränderung der Regelblutung ausschlaggebend. Natürlich auch die so typischen Hitzewallungen. Bei einer Frau vor dem 42. Lebensjahr, die über unregelmäßige Regelblutungen mit Hitzewallungen klagt, sollte an das „Climacterium praecox“ – die vorzeitigen Wechseljahre gedacht werden.

Im Verlauf der Wechseljahre ist die vaginalzytologische Untersuchung sehr sinnvoll. Hierbei werden die Scheidenzellen unter dem Mikroskop untersucht, um einen möglichen Abbau der Scheidenschleimheit nachzuweisen. Diese ist verantwortlich für das Symptom Scheidentrockenheit, das typisch ist für Wechseljahrsbeschwerden.

Ein weiterer diagnostischer Punkt ist der mögliche Libidoverlust, der vielen Frauen zu schaffen macht. Oft gehen solche Themen beim ersten Gespräch unter, ein Arzt/eine Ärztin sollte bei einer Diagnose aber auch immer auf die unausgesprochenen seelischen Bedürfnisse ihrer Patientin achten.

Zusätzliche Hormonuntersuchungen sind meist nicht notwendig, bei vorzeitigem Einsetzen der Wechseljahre kann dies jedoch hilfreich sein. Dabei werden die folgenden Hormone bestimmt:

  • FSH (Follikel stimulierendes Hormon) 
    Normwert: bis 25 mU/ml
  • Estradiol (ein Östrogen) 
    Normwert: 50 – 200 pg/ml
  • Progesteron (ein Gestagen) 
    Normwert: <1 ng/ml

Hat die Frau die Menopause schon erreicht, und die Regelblutung setzt wieder ein, muss aufgrund des Krebsverdachts jedoch eine komplette gynäkologische Untersuchung mit einer Kolposkopie (Gebärmuttermundspiegelung) durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf Osteoporose kann eine Knochendichtemessung den Schweregrad bestimmen und den Verlauf des Knochenabbaus kontrollieren.

Therapie bei Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau, der frau nicht ausweichen kann. Sie kann jedoch lernen, mit den Symptomen positiv umgehen und das Älterwerden anzunehmen. Vorbeugend gilt es, sich eine gute Ausgangslage zu verschaffen durch eine lebenslange gesunde Ernährung und viel Bewegung. Eine Hormontherapie kommt nur in Ausnahmefällen infrage.

Ernährung in den Wechseljahren

Sojapräparate wie Tofu und andere Linsensorten enthalten Phytoöstrogene – das sind Pflanzenstoffe, die ähnlich wie die im Körper vorkommenden weiblichen Hormone wirken. Bei Einsetzen der Wechseljahre könnte so der Östrogenspiegel durch den täglichen Genuss von Tofu und Linsensuppen ausgeglichen werden.

Zum Vorbeugen einer Osteoporose ist eine kalziumreiche Ernährung mit Milch und Milchprodukten wichtig. Bei Laktoseintoleranz kann auf Ziegenmilch, Kalziumpräparate, oder Sojamilch mit dem Zusatz von Kalzium ausgewichen werden. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist auch für den Knochenaufbau wichtig. Tofu, Linsen und Milch sind ein ganzes Leben lang wichtige Bestandteile einer gesunden Ernährung. Es ist empfehlenswert, zu Beginn der Wechseljahre diese Produkte vermehrt auf den Speiseplan zu setzen.

Frauen, die zusätzlich regelmäßig Sport treiben, haben eine festere Knochenstruktur und ein trainiertes Herz-Kreislaufsystem. Auch in untrainiertem Zustand kann jede Frau noch in den Wechseljahren mit Sport anfangen: regelmäßiges Walking, Fahrradfahren, Schwimmen oder Gymnastik- und Yogagruppen sind sanfte Aufbaumöglichkeiten.

Was tun bei trockener Haut?

Starke direkte Sonneneinstrahlung, Solarium und Schadstoffe wie Tabakrauch und Alkohol gilt es zu vermeiden, denn sie schädigen die Haut durch Bildung von freien Radikalen und trocknen sie noch mehr aus. Eine regelmäßige Hautpflege mit Cremes und duftenden Hautölen ist empfehlenswert. Der Einsatz von Gleitgel mit Aloe Vera kann einem Austrocknen der Scheide entgegenwirken.

Hormontherapie

Bei denjenigen Frauen, die von schweren Symptomen betroffen sind, kann eine Behandlung mit einem Hormonpräparat (Substitutionstherapie) sinnvoll sein. In den Neunzigerjahren wurden diese Präparate sehr häufig verordnet, heute handhabt man den Einsatz aufgrund der Nebenwirkungen zurückhaltender. 

Medizinisch notwendig ist die Hormontherapie, wenn:

  • massive klimakterische Symptome bestehen
  • bei Osteoporose (erhöhtem Knochenabbau)
  • ein vorzeitiges Erlöschen der Eierstockfunktion vorliegt (Climacterium praecox)
  • die Eierstöcke wegen einer Krankheit früher operativ entfernt wurden
  • schwere Rückbildung der Scheidenschleimhaut mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bestehen

Wechseljahresbeschwerden beruhen vor allem auf einem Östrogenmangel, auch an Progesteron fehlt es. Deshalb kommen Kombinationspräparate zur Hormonersatztherapie zum Einsatz. Wenn die Gebärmutter der Frau operativ entfernt wurde, kommen reine Estradiol-(Östrogen)Präparate zum Einsatz. Auf dem Markt befinden sich zahlreiche Präparate mit unterschiedlicher Dosierung und Anwendungsform (Pflaster, Tabletten, Scheidencremes). Bei Frauen mit Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Blutgerinnungsstörungen oder Leberschäden werden sie nicht eingesetzt. Nebenwirkungen durch diese Behandlung können in Form von Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Magenbeschwerden, Wassereinlagerungen in den Beinen (Ödeme), Spannungsgefühl und Schmerzen in der Brust bestehen. Das Risiko für Brustkrebs und Schlaganfälle erhöht sich zudem leicht.

Psychologische Unterstützung im Klimakterium

Positives Denken hilft, sich in diesem Alterungsprozess anzunehmen. Eine Übergangsphase muss ja nicht nur Abschied von Altem heißen, sie stellt auch immer die Möglichkeit eines Neubeginns in der zweiten Lebenshälfte dar. Bei schweren psychischen Beschwerden, Reizbarkeit und Nervosität bis hin zur Depression sollte man psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen – nicht alles muss und kann allein bewältigt werden. Eine Selbsthilfegruppe oder Gespräche und Austausch mit gleichaltrigen betroffenen Frauen können ebenfalls sehr hilfreich sein.

Pflanzliche Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden

Natürliche Alternativen zu Hormonpräparaten, die zudem nicht die Nebenwirkungen der Hormonsubstitutionstherapie haben, gibt es reichlich: Die etwas irreführend als „Phytoöstrogene“ bezeichneten Wirkstoffe findet man zum Beispiel bei der Traubensilberkerze sowie in Soja und Rotklee. Andere Pflanzliche Wirkstoffe helfen bei Schlaflosigkeit und seelischen Begleitbeschwerden.

Hilfe auf einen Blick:
  • Traubensilberkerze:
    ist das pflanzliche Standard-Präparat bei leichten bis mittleren Wechseljahrsbeschwerden
  • Johanniskraut:
    hat eine antidepressive Wirkung und eignet sich bei psychischen Begleitbeschwerden
  • Rotklee und Soja:
    auch sie wirken als „Phytoöstrogene“ und können als Nahrungsergänzungsmittel im Klimakterium eingesetzt werden

Auch unter ihrem botanischen Namen Cimicifuga bekannt, ist die Pflanze seit Jahrhunderten von den Ureinwohnern Nordamerikas bei Menstruationsschmerzen und während der Geburt traditionell verwendet worden. Der Wurzelstock der Traubensilberkerze wird medizinisch eingesetzt, dabei fällt die Pflanze durch ihre wie eine Silberkerze imponierenden und in Traubenform wachsenden Blüten auf.

Heute ist sie für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden in klinischen Studien untersucht worden. Eine signifikante Besserung konnte für den Symptomkomplex Hitzewallungen, Schlafstörungen, Zyklusunregelmäßigkeiten und Osteoporose gesehen werden. Zudem sieht man experimentell eine Abnahme von Krebszellen. Ebenso ist der Traubensilberkerzenwurzelstock wertvoll beim PMS (prämenstruelles Syndrom) und bei Regelschmerzen. Man spricht beim Wirkmechanismus von „Phytoöstrogenen“, die enthalten sein sollen. Das ist irreführend, denn gemeint sind keine natürlichen Hormone als Inhaltsstoffe, sondern eine östrogenähnliche Wirkung, die über „Phyto-SERM’s“ – Selektive Oestrogen Rezeptoren funktioniert. So kann sanft und pflanzlich ein Ausgleich des Östrogenmangels erreicht werden.

Die Wirkung beruht auf einer Langzeiteinnahme bis zu 6 Monate und setzt erst nach 4 Wochen ein. Am besten lässt man sich für eine kontrollierte Therapie bei leichten bis mittleren Wechseljahrsbeschwerden, sowie zum Vorbeugen der Osteoporose ein standardisiertes Fertigpräparat vom Arzt verordnen – hier stimmt die Höhe der wirksamen pflanzlichen Inhaltsstoffe und die Einnahmedauer kann individuell überwacht werden.

Im Sommer wächst es auf unseren heimischen Wiesen, medizinisch verwendet wird der Johanniskraut-Extrakt aus dem Kraut mit seinen gelben Blüten. Es wird als pflanzliches Antidepressivum (Mittel bei gedrückter Stimmung, Antriebsarmut, Reizbarkeit) und zur Minderung von Ängsten und Nervosität eingesetzt. Die Inhaltsstoffe Hypericine setzen eine Vielzahl von Botenstoffen (Neurotransmitter) im Gehirn in Bewegung, die Stimmung und Gemüt beeinflussen; die Lichtempfindlichkeit wird gesteigert. Deshalb eignet es sich als Begleiter der Traubensilberkerze zur Linderung psychischer Beschwerden der Wechseljahre.

Es empfiehlt sich auch hier der Einsatz des standardisierten Fertigpräparats in einer Dosis bis zu 900mg einmal täglich.

Rotklee

Ebenfalls im Sommer blüht der Rotklee leicht violett auf europäischen Wiesen – wer ein Kleeblatt mit vier Blättern findet, der hat Glück im Leben, so heißt es im Volksmund. Dass Rotkleeblätter auch bei Wechseljahrsbeschwerden helfen können, ist eine relativ neue und noch nicht ausreichend erforschte Erkenntnis. Die Inhaltstoffe Isoflavone sollen auch hier als „Phyto-SERM’s“ wirken gegen die klimakterischen Beschwerden Hitzewallungen und Scheidentrockenheit, vermutlich wirkt Rotklee cholesterinsenkend und vor Krebserkrankung schützend. Als Nahrungsergänzungsmittel ist er mit 40mg als Tagesdosis in der Apotheke erhältlich.

Soja und andere Linsensorten

Soja gehört wie alle Linsen zu der Familie der Hülsenfrüchte und ist ein wichtiger pflanzlicher Eiweißlieferant. Die Sojabohne gehört auch zu den so genannten „Phytoöstrogenen“. In asiatischen Kulturen, die Tofu und Linsen als festen Bestandteil in der täglichen Nahrung haben, leiden Frauen wesentlich seltener an Wechseljahrsbeschwerden. Sie verzehren 50-60 Milligramm dieser „Phytoöstrogene“ täglich und lebenslang, das ist in etwa dreimal soviel wie wir in unserer europäischen oder mediterranen Kost zu uns nehmen. In europäischen Studien konnten diese Erkenntnisse aus der Erfahrungsmedizin jedoch nicht ausreichend belegt werden.

Melisse, Passionsblume und Hopfen

Um Unruhe und Schlafstörungen sanft zu lindern, eignet sich dieses Dreiergespann, das als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich ist. Es kann direkt vor dem Schlafengehen eingenommen werden, oder auch tagsüber Unruhezustände lindern.

Rezept: Beruhigungstee
Ein Teemix mit sanft beruhigenden Kräutern ist eine echte Wohltat für die Sinne!
Rezept
 

Zutaten

So geht's

1 Esslöffel dieser Mischung mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergießen, 10 bis 20 Minuten ziehen lassen und in 2 bis 3 Portionen täglich trinken.

Wann zum Arzt?


Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn Symptome wie Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Harninkontinenz (unkontrollierbarer Harnabgang) oder Scheidentrockenheit die Lebensqualität zu sehr beeinträchtigen
  • Wenn die Blutung schon mal ganz ausgesetzt hat (länger als 3 Monate) und dann wiedergekommen ist (postmenopausale Blutungen) sollte eine Krebserkrankung ausgeschlossen werden.
  • Wenn es vor dem 42. Lebensjahr zu Wechseljahrbeschwerden kommt, da dann die Eierstockfunktion vorzeitig erlöschen kann und die Frau zu früh in die Phase der Unfruchtbarkeit eintritt.
Buchtipps:
  • „Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte“ von Christiane Northrup, (Zabert Sandmann Verlag 2010)
  • „ Lustvoll durch die Wechseljahre: Sexualität, Lebensfreude und Neuorientierung in der zweiten Lebenshälfte“ von Christiane Northrup, (Goldmann Verlag 2009)
  • „Gesundheitsratgeber Wechseljahre: Wechseljahrsbeschwerden mit Naturheilkunde und Schulmedizin erfolgreich behandeln“ von Eva Marbach (Eva Verlag 2010)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 28.03.2017