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Ursachen & Symptome für Ödeme (Wassereinlagerung im Gewebe)

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Ursachen & Symptome für Ödeme (Wassereinlagerung im Gewebe)

Vielfalt statt Einheit

Beim Ödem handelt es sich um eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe zwischen den Zellen. Der Mensch besteht zu 60% aus Flüssigkeit. Zwei Drittel unseres gesamten Körperwassers befindet sich dabei in den Zellen, ein Drittel außerhalb der Zellen, davon 25% in den Gefäßen der Arterien, Venen und Lymphbahnen. Arterien transportieren das sauerstoffreiche Blut zu den Organen, Venen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen und Lymphbahnen transportieren eine milchig-weiße Flüssigkeit, die Lymphe, aus den Zellzwischenräumen zurück in die Blutbahn. Sie haben eine wichtige Drainagefunktion (Trockenlegung, Verhinderung des Ödems) im Körper.

Manchmal gerät diese Volumenverteilung aus den Fugen und es tritt zu viel Wasser ins Gewebe unter die Haut, in den Bauchraum (Aszites) oder den Brustraum (Hydrothorax). Auch lebensbedrohliche Hirnödeme oder Lungenödeme gibt es. Verschiedenste Ursachen und Pathomechanismen (Entstehungswege) führen zum gleichen Erscheinungsbild, dem Ödem.

Man unterscheidet:

  • Lokalisierte Ödeme (Phlebödem, Lymphödem, Lipödem, Quincke-Ödem, Ödeme bei Entzündungen oder nach Verletzungen) – diese sind auf ein Körperglied begrenzt, oft einseitig (ein Arm, ein Bein, nur Lippen etc.)
  • Generalisierte Ödeme (bei Herzschwäche, Eiweißmangel, Nierenkrankheiten, Leberkrankheiten, Störungen des Stoffwechsels/Hormonhaushalts oder Medikamenteneinnahme) können am ganzen Körper vorkommen und sind beidseitig.

Phlebödem

Das Phlebödem ist ein venöses Stauungsödem. Diese Form der Wassereinlagerung entsteht aufgrund einer Venenkrankheit mit Flüssigkeitsstau und Austritt aus den Venen ins Gewebe. Am häufigsten sind die Beinvenen betroffen.

Das venöse Stauungsödem kommt vor bei Thrombose (Verstopfung einer Vene durch ein Blutgerinnsel) der tiefen und oberflächlichen Beinvenen, bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI) oder durch (un)absichtliche Selbststauung. Bei der CVI treten die Wassereinlagerungen vor allem nach längerem Stehen oder Sitzen auf. Diese Krankheit ist die häufigste Ursache für Ödeme. Das Ödem ist tief eindellbar und schmerzhaft, es treten Krampfadern hervor und es kann sich im Laufe der Zeit blau verfärben.

Lymphödem

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Beim Lymphödem fehlt die wichtige Drainagefunktion der Lymphgefäße, die normalerweise die Flüssigkeit aus den Zwischenzellräumen abführen. Lymphödeme sind sehr derb und treten in zwei Formen auf:

  • primäres Lymphödem: angeborene Entwicklungsstörung der Lymphbahnen, häufiger bei Frauen vor dem 40. Lebensjahr. Symptome sind das „dicke weiße Bein“. Im ersten Schweregrad bildet es sich nachts zurück, bei Grad zwei bleibt es nachts bestehen. Beim dritten und schwersten Grad spricht man von „Elephantiasis“, dem Elefantenbein.
  • sekundäres Lymphödem: tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf, verursacht z.B. durch Geschwulste im Becken, Bestrahlungstherapie bei Krebs, Filariose (tropische Parasiteninfektion). Das Lymphödem nach Achsellymphknotenentfernung ist eine häufige Komplikation bei Frauen mit Brustkrebs. Es breitet sich vom Oberarm auf den Unterarm und Hand aus, der Arm ist dick angeschwollen und die Beweglichkeit ist eingeschränkt.

Lipödem

Dieses Ödem im Fettgewebe der Beine betrifft ausschließlich Frauen. Vor allem starkes Übergewicht stellt ein Risiko dar. Typischerweise sieht man dort Orangenhaut (Zellulitis).

Quincke-Ödem

Man nennt es auch Angioödem, es tritt allergisch bedingt nach Insektenstich oder Medikamentenallergien an den Lippen und im Mund/Rachenraum auf und kann zur Luftnot mit Erstickungsgefahr führen. Ein weiteres Angioödem kommt auch durch erblich bedingten Enzymmangel vor.

Ödeme bei Entzündungen & Verletzungen

Bestimmte Bakterien können Gefäßentzündungen auslösen. Das Erysipel ist eine Komplikation und fällt lokal durch akute Rötung, Schwellung und Schmerzen auf. Sportverletzungen und Unfälle können Gefäße verletzen, so dass an der Stelle des Knochenbruchs, der Verstauchung oder Verletzung ein Ödem auftritt.

Das Höhenödem betrifft manchmal Bergsteiger, wenn sie zu schnell in die dünne Luft über 2500 Meter aufsteigen. Dies kann lebensbedrohliche Komplikationen haben. Es tritt an Beinen, Handrücken und Gesicht auf. Ein rascher Abstieg ist erforderlich, da es sonst zum Hirn- und Lungenödem kommen kann.

Ödeme bei Herzschwäche

Als wichtigste Form eines generalisierten Ödems tritt es bei Menschen mit Herzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz) auf, da das Herz das Blutvolumen nicht mehr ausreichend zu pumpen vermag. Das Ödem ist weich und eindellbar. Abhängig von der Körperlage tritt es im Stehen an beiden Beinen, bei Bettlägerigen am Rücken und Gesäß auf.

Ödeme bei Eiweißmangel (Nieren & Leberkrankheiten)

Eiweißmangel führt zu einer Flüssigkeitsverschiebung und zum Ödem. Ein solcher Eiweißmangel entsteht bei:

  • Nierenversagen (nephrotisches Syndrom)
  • Leberzirrhose und schwere Leberschäden
  • Chronische Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa
  • Hunger (Mangel- und Unterernährung bei Hungersnot oder Magersucht)

Diese Ödeme sind ebenfalls sehr weich und unabhängig von der Körperlage. Gesicht und Augenlieder sind mitbetroffen.

Ödeme bei gestörtem Hormonhaushalt & Stoffwechselkrankheiten

  • Conn-Syndrom, Cushing-Syndrom (Hormonstörungen der Nebennierenrinde)
  • Kaliummangel im Blut bei Missbrauch von Abführmitteln oder Diuretika (Entwässerungsmedikamente) zum Zweck der Gewichtsabnahme
  • Schilddrüsenentfernung/Bestrahlung der Schilddrüse und Schilddrüsenunterfunktion – auffällig wird ein Myxödem – es tritt auf dem Schienbein auf und lässt sich nicht eindellen.
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – besonders häufig sind die Beine betroffen.
  • Schwangerschaft – Beinödeme gelten als normal, gefährlich sind Ödeme an Gesicht und Händen.
  • Prämenstruelles Syndrom (PMS) – immer beidseitig, häufig spannt die Brust.

Ödeme unter Medikamenteneinnahme

  • Einige Blutdrucksenker (z.B. Kalziumantagonisten)
  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Gängige Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin oder Ibuprofen
  • Kortisontherapie
  • Östrogene (Hormonsubstitution)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 02.10.2013
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.