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Ödeme (Wassereinlagerung im Gewebe) Therapie

Ödeme (Wassereinlagerung im Gewebe) Therapie

Die Grundkrankheit behandeln

Da Ödeme keine Krankheit, sondern nur Ausdruck eines bestehenden Leidens sind, steht die Behandlung der Grundkrankheit an erster Stelle. Herzschwäche, Nierenleiden, Venenleiden, Zuckerkrankheit, Verstauchung oder Knochenbruch müssen effektiv behandelt werden. Grundsätzlich müssen Ödeme langsam reduziert werden. Sehr große Ödeme bilden sich manchmal nicht ganz zurück oder hinterlassen Haut- und Gewebeschäden.

Krankengymnastik

Sport und regelmäßige Bewegung lindern die Beschwerden v.a. beim venösen Stauungsödem (Phlebödem) z.B. aufgrund Chronisch Venöser Insuffizienz (CVI). Durch Aktivierung der Muskelpumpe werden die Durchblutung der Venen und der Abtransport der Wassereinlagerung im Gewebe gefördert. Dafür gibt es eine spezielle Venengymnastik, die in der Krankengymnastik erlernt wird. Zusätzlich helfen Kneipp-Anwendungen wie Wassertreten und Wechselduschen.

Kompressionstherapie

Sehr wichtig bei venös bedingten Ödemen ist die Kompressionstherapie. Hierzu werden Kompressionsstrümpfe verordnet, oder spezielle pneumatische Bandagen gewickelt. Das regelmäßige Hochlagern des betroffenen Gliedes (Bein, Arm) hilft.

Chirurgische Therapie

Bei stark ausgebildeten Varizen (Aussackungen der Beinvenen) muss eine operative Varizen-Entfernung erwogen werden, um Ödeme langfristig zu vermeiden.

Lymphdrainage

Ein Lymphödem hingegen darf nicht komprimiert werden – eine spezielle, sehr sanfte Streichmassage, die Lymphdrainage, fördert den Abtransport der Lymphe aus dem Gewebe. Diese Anwendung ist für Frauen nach Brustkrebs-Operation mit Lymphknoten Entfernung sehr wichtig. Die Lymphdrainage muss täglich über 3-6 Wochen, bei größeren Ödemen sogar lebenslang durchgeführt werden.

Ernährung

Beim Lipödem hilft eine kontrollierte Gewichtsreduktion! Bürstenmassagen unterstützen den Abbau des Fettgewebes.

Medikamente

Bei generalisierten Ödemen die von Herz-Nieren-Leberkranheiten ausgehen, sind diese physikalischen Anwendungen nicht angebracht, sie würde die Ödeme verschlimmern. Die Behandlung erfolgt mit Diuretika (Entwässerungsmitteln). Darunter müssen Nieren- und Blutwerte gut vom Arzt kontrolliert werden.

Beim allergischen Quincke-Ödem werden Antihistaminika oder Kortison verordnet.

Vorbeugen

  • Um Venenleiden und Beinödeme vorzubeugen, ist regelmäßige Bewegung das „A & O“ um die Muskelpumpe und den Blutrückfluss der Venen zu fördern. Geeignet sind Spazierengehen, Nordic Walking oder Wassergymnastik. Barfußgehen ist förderlich, hohe Absätze hingegen „Gift“ für die Venen!
  • Vermeiden Sie Übergewicht, halten Sie ihr Normalgewicht.
  • Legen sie bei Berufstätigkeit mit langem Sitzen oder Stehen regelmäßig die Beine hoch und tragen Sie kein einschnürendes Schuhwerk oder Strümpfe.
  • Tragen sie Kompressionsstrümpfe auf Flugreisen.
  • Schützen Sie sich vor Verletzungen, betreiben Sie gute Hautpflege und vorsichtiges Nagelschneiden.
  • Besteht ein Ödem am Arm ist es ratsam, sich nur am gesunden Arm Blut abnehmen zu lassen und Blutdruck zu messen.
  • Meiden Sie Hitze, Sonnenbrand und extreme Kälte.
  • Hören Sie auf mit Tabakrauchen – das verbessert die Durchblutung.
Buchtipps:
  • „Das Venenbuch. Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombose und offenem Bein. Alle wichtigen Frage vom Experten beantwortet“ von Dr. med. F. J. Netzer (Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, 1. Auflage März 2010))
  • „Lipödem & Cellulitis. Problemzonen Symptome neueste Therapien“ von T. Weiss (Südwest Verlag, 2. Auflage März 2007)
  • „Blick nach vorn: Praktischer Ratgeber für Frauen nach Brustkrebs. Mit ausführlichem Übungsteil“ von M. Hussain und D. Schuker (Zuckschwerdt Verlag, 1. Auflage Oktober 2006)
Geschrieben von Redaktion 02.10.2013
Geschrieben von Redaktion 02.10.2013
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