Sonnenbrand Ursachen

Biologisches Warnsystem vor schädlicher UV-Strahlung
Ein Sonnenbrand ist ein akuter Strahlenschaden der Haut verursacht durch UV-Strahlung. Der Sonnenbrand entspricht einer akuten Hautentzündung oder Verbrennung. Dabei wird die oberste Hautschicht (Epidermis) durch die Strahlen geschädigt. Die Haut setzt Botenstoffe (Prostaglandine) frei, die zu einer Entzündungsreaktion führen. Hornhautzellen verwandeln sich in „Sonnenbrandzellen“ die anschwellen und platzen können. In nur wenigen Stunden kommt es zur Entzündung der Dermis (die darunterliegende Hautschicht mit Nerven und Blutgefäßen). Bei schwachem Sonnenbrand reagiert nur die Hornhautschicht mit vermehrter Hornbildung, bei starkem Sonnenbrand bilden sich Bläschen bis hin zur Vernarbung.
UV-Strahlung kommt in der natürlichen Sonnenstrahlung vor, außerdem in künstlichen Lichtquellen wie dem Solarium oder Lichttherapielampen bei bestimmten Hautkrankheiten (z.B. Schuppenflechte). Sonnenlicht setzt sich aus Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge zusammen, der wärmespendenden Infrarot-Strahlung, der sichtbaren Strahlung (Licht), und der unsichtbaren Ultraviolett-Strahlung (UV-Licht), die unser Erbgut schädigen kann und ein Hautkrebsrisiko darstellt.
- UV-A Licht (Wellenlänge 315 – 380nm) wird kaum von der Ozonschicht zurückgehalten, bräunt die Haut sehr schnell, führt zu Lichtallergie und vorzeitiger Hautalterung
- UV-B Licht (Wellenlänge 280 – 315nm) bräunt die Haut langsamer und kann häufig zu Sonnenbrand führen.
- UV-C Licht (Wellenlänge 100 – 280nm) dringt kaum durch die Ozonschicht hindurch.
Normalerweise verhindert der Eigenschutz der Haut das Entstehen eines Sonnenbrands. Die Hautzellen verfügen über Schutz- und Reperaturmechanismen, die bis zu einer gewissen Dosis auch einer Erbgutschädigung entgegenwirken können. Die Pigmentierung der Haut erfolgt durch die Melanozyten, eine Zellart, die den natürlichen Hautton, die Hautbräunung und den Sonnenschutz mitbestimmt. Bei verstärkter Sonnenstrahlung bildet die Haut die Lichtschwiele, eine Hornhautverdickung, die ebenfalls UV-Strahlung abblocken kann, alles jedoch nur eine gewisse Zeit.
Die Eigenschutzzeit ist vom Hauttyp und von der Intensität der Sonnenstrahlung abhängig, die mithilfe des internationalen UV-Index (UVI) gemessen wird. Sehr helle Hauttypen (Hauttyp I+II) in Verbindung mit einem hohen UV-Index bekommen schon nach 3-20 Minuten einen Sonnenbrand. Sehr dunkle Hauttypen (Hauttyp III+IV) in Verbindung mit einem niedrigen oder mittleren UV-Index sind gut vor der Sonne geschützt.
Bei Überschreiten der individuellen Eigenschutzzeit kommt es zur Hautentzündung. Wir können uns vorstellen, dass dies ein Warnsystem darstellt: ein Sonnenbrand verursacht Schmerzen und Beschwerden und warnt uns so vor zu langer Sonnenlichtexposition, um größere Zellschäden und ein Krebsrisiko durch das UV-Licht abzuwenden. Der Mensch wird sich in den Schatten zurückziehen und das nächste Mal hoffentlich vorsichtiger sein.
Einen Sonnenbrand begünstigt:
- zu langes Sonnenbaden,
- unzureichender Sonnenschutz,
- hohe UV-Strahlung durch Reflektion auf dem Wasser oder Schneefeldern, in Südeuropa, in den Tropen, bei dünner Ozonschicht (Hochgebirge, Australien),
- heller Hauttyp, zu Allergien neigende Haut,
- die empfindliche Haut von Kindern,
- bestimmte Medikamente wie tetrazyklische Antibiotika oder Johanniskraut-Präparate.