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Sonnenbrand

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Sonnenbrand

Sommerteint statt rote Haut!

Beim Sonnenbaden oder der Gartenarbeit kann es, passt man nicht auf, schnell statt zur knackigen Hautbräune zu schmerzhaft geröteter, imdjuckender Haut kommen. Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt weiße Haut als Schönheitsideal, ein gebräuntes Erscheinungsbild deutete indes auf einen niedrigen Sozialstatus hin. Mit der Einführung des Bikini in die Bademode kam ein regelrechter Sonnenkult auf – gebräunte Haut ist in.

Doch: Zu intensive Sonnenbestrahlung schädigt die Haut. Die dünner werdende Ozonschicht lässt vermehrt UV-Strahlung durchdringen, die schlimmstenfalls eine Entartung von Hautzellen bewirken kann. Wie schützt man sich effektiv vor Sonnenbrand und seinen Risiken? Was aber sind eigentlich Lichtschutzfaktoren? Was tun, wenn die Haut schon verbrannt ist? 

Sonnenbrand im Überblick:
  • Je nachdem wie hell die Haut und wie lang der Aufenthalt an der Sonne ist, reagiert sie durch zu viel schädigendes UV-Licht mit einem Sonnenbrand.
  • Die Haut ist gerötet, überhitzt, schmerzt und juckt, scharf begrenzt auf die Stellen, die der Sonne ausgesetzt waren. Kommt es häufiger zum Sonnenbrand so steigt das Risiko Hautkrebs zu entwickeln.
  • Deshalb sollte man mit effektivem Sonnenschutz dem Sonnenbrand vorbeugen. Nicht nur Sonnenschutzmittel mit UV-Schutzfiltern sind angebracht – zu langes Sonnenbaden muss unbedingt vermieden werden, Textilien geben ebenfalls einen guten Schutz vor der Sonne.
  • Bei Sonnenbrand helfen kühlende Gele und erfrischende Getränke. Selten muss mit Medikamenten behandelt werden. Pflanzliche Wirkstoffe wie Johanniskrautöl oder Aloe vera können die Haut natürlich beruhigen.

Aus vielen Heilpflanzen lassen sich kühlende Gele herstellen, die die schmerzhaften Symptome bei Sonnenbrand effektiv lindern können und die Haut beruhigen.

Der Sonnenbrand, medizinisch auch „Dermatitis solaris“ oder „UV-Erythem“ genannt, ist eine akute Entzündung der Haut (Dermatitis) mit Hautrötung (Erythem), die begrenzt ist auf die Hautflächen, die einer zu langen Bestrahlung mit UV-Licht ausgesetzt waren.

UrsachenWarum kommt's zum Sonnenbrand? 

Biologisches Warnsystem vor schädlicher UV-Strahlung

Ein Sonnenbrand ist ein akuter Strahlenschaden der obersten Hautschicht, der Epidermis, verursacht durch UV-Strahlung und ist vergleichbar mit einer akuten Hautentzündung oder einer Verbrennung. Die Haut setzt Botenstoffe (Prostaglandine) frei, die zu einer Entzündungsreaktion führen. Hornhautzellen verwandeln sich in „Sonnenbrandzellen“ die anschwellen und platzen können. In nur wenigen Stunden kommt es zur Entzündung der Dermis, das ist die darunterliegende Hautschicht mit Nerven und Blutgefäßen. Bei schwachem Sonnenbrand reagiert nur die Hornhautschicht mit vermehrter Hornbildung, bei starkem Sonnenbrand bilden sich Bläschen bis hin zur Vernarbung.

UV-Strahlung kommt in der natürlichen Sonnenstrahlung vor, außerdem in künstlichen Lichtquellen wie dem Solarium oder auch bei Lichttherapielampen, die bei bestimmten Hautkrankheiten eingesetzt werden (z.B. Schuppenflechte). Sonnenlicht setzt sich aus Strahlen unterschiedlicher Wellenlänge zusammen: der wärmespendenden Infrarot-Strahlung, der sichtbaren Strahlung (Licht), und der unsichtbaren Ultraviolett-Strahlung (UV-Licht), die unser Erbgut schädigen kann und ein Hautkrebsrisiko darstellt.

  • UV-A Licht (Wellenlänge 315 – 380nm) wird kaum von der Ozonschicht zurückgehalten, bräunt die Haut sehr schnell, führt zu Lichtallergie und vorzeitiger Hautalterung
  • UV-B Licht (Wellenlänge 280 – 315nm) bräunt die Haut langsamer und kann häufig zu Sonnenbrand führen.
  • UV-C Licht (Wellenlänge 100 – 280nm) dringt kaum durch die Ozonschicht hindurch.

Normalerweise verhindert der Eigenschutz der Haut das Entstehen von Sonnenbrand. Die Hautzellen verfügen über Schutz- und Reperaturmechanismen, die bis zu einer gewissen Dosis auch einer Erbgutschädigung entgegenwirken können. Die Pigmentierung der Haut erfolgt durch die Melanozyten, eine Zellart, die den natürlichen Hautton, die Hautbräunung und den Sonnenschutz mitbestimmt. Bei verstärkter Sonnenstrahlung bildet die Haut die Lichtschwiele, eine Hornhautverdickung, die ebenfalls UV-Strahlung abblocken kann. Dieser Schutzmechanismus kann allerdings nur eine gewisse Zeit aufrecht erhalten werden.

Die Eigenschutzzeit ist vom Hauttyp und von der Intensität der Sonnenstrahlung abhängig, die mithilfe des internationalen UV-Index (UVI) gemessen wird. Sehr helle Hauttypen (Hauttyp I+II) in Verbindung mit einem hohen UV-Index bekommen schon nach 3 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand. Dunkle Hauttypen (Hauttyp III+IV) in Verbindung mit einem niedrigen oder mittleren UV-Index sind von Natur aus besser vor der Sonnenstrahlung geschützt.

Bei Überschreiten der individuellen Eigenschutzzeit kommt es zur Hautentzündung. Wir können uns vorstellen, dass dies ein Warnsystem darstellt: Ein Sonnenbrand verursacht Schmerzen und Beschwerden und warnt davor, sich längerer Zeit der Sonne auszusetzen, um größere Zellschäden und ein Krebsrisiko durch das UV-Licht abzuwenden. 

Einen Sonnenbrand begünstigt:

  • zu langes Sonnenbaden,
  • unzureichender Sonnenschutz,
  • hohe UV-Strahlung durch Reflektion auf dem Wasser oder Schneefeldern, in Südeuropa, in den Tropen, bei dünner Ozonschicht (Hochgebirge, Australien),
  • heller Hauttyp, zu Allergien neigende Haut,
  • die empfindliche Haut von Kindern,
  • bestimmte Medikamente wie tetrazyklische Antibiotika oder Johanniskraut-Präparate.

Symptome und StadienSymptome und Stadien von Sonnenbrand

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Die typische Symptomatik bei Sonnenbrand entwickelt sich nach sechs bis acht Stunden und ist streng auf die betroffenen Hautstellen begrenzt. Ränder von Kleidungsstücken können sich abzeichnen. Es kommt zur Überhitzung mit Rötungen und Schwellungen der Haut, die schmerzt und juckt. Ihren Höhepunkt erreichen die Beschwerden nach 24 bis 36 Stunden, nach 3 Tagen klingt der Sonnenbrand wieder ab mit verstärkter Hautbräunung, nach 1-2 Wochen ist er ausgeheilt.

Bei Sonnenbrand werden drei Stadien unterschieden:

  • Sonnenbrand 1. Grades: Rötung, Schwellung, Juckreiz, Schmerzen
  • Sonnenbrand 2. Grades: Blasenbildung auf der Haut
  • Sonnenbrand 3. Grades: Ablösung der obersten Hautschicht. Ähnelt einer schweren Verbrennung mit Zerstörung tieferer Hautschichten, es kann zu Abgeschlagenheit und Fieber kommen; hinterlässt weißliche Narben auf der Haut.

Bei einem Sonnenbrand im Gesicht kann eine Bindehautentzündung des Auges (Keratokonjunktivitis) auftreten. Sehr starke Reflektion der Sonnenstrahlen wie sie z.B. auf Schneefeldern vorkommt, kann zur Schneeblindheit führen.

Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko

Bei häufigem Sonnenbrand beschleunigt sich die Hautalterung und die Faltenbildung. Auch Altersflecken treten schneller auf. Weitaus gefährlicher ist jedoch: Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs. Im Laufe der Jahre kann es durch Langzeitschädigung zu einer aktinischen Keratose, einer Krebsvorstufe kommen. Ein Basaliom (Basalzell-Krebs), Spinaliom (Stachelzell-Krebs) oder das sehr bösartige Melanom (schwarzer Hautkrebs) können entstehen.

Abgrenzen muss man vom Sonnenbrand die Sonnenallergie, bei dieser tritt eine Hautrötung mit Bläschenbildung und Juckreiz noch verzögerter nach dem Sonnenbaden auf. Beim Sonnenstich oder Hitzschlag kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Abgeschlagenheit und Fieber bis zum Schüttelfrost. Andere Hautentzündungen oder das Ekzem entstehen nicht nach dem Sonnenbaden, die Ursachen dafür müssen gesondert abgeklärt werden.

Sonnenbrand vorbeugenSonnenbrand vermeiden - darauf müssen Sie achten

Sonne ist gesund für den Menschen. Durch Sonnenlicht auf der Haut wird vom Körper Vitamin D produziert, das wichtig ist für den Mineral- und Knochenstoffwechsel. Zu langes Sonnenbaden führt jedoch zu Hautschädigungen durch die UV-Strahlung. Aus diesem Grund ist es wichtig, Sonnenbrand und einem erhöhten Risiko für Hautkrebs vorzubeugen.

Allgemeine Maßnahmen

  • Textilien bieten einen guten Sonnenschutz. Lange Bekleidung (Hemd, Hose, Hut) aus Baumwolle kann UV-Licht abhalten. Ein weißes T-Shirt hat den Lichtschutzfaktor 10. So muss die traditionelle Verschleierung von Wüstenvölkern (Männer wie Frauen) nicht unbedingt religiös motiviert sein – noch heute machen sich diese Menschen den Lichtschutzfaktor der Kleidung, die sie in mehreren Lagen um Körper und Kopf wickeln, zunutze.
  • Vermeiden Sie die pralle Mittagssonne (11-15 Uhr).
  • Halten Sie sich länger im Schatten auf.
  • Tragen Sie eine Sonnenbrille – auch die Augen können durch UV-Licht geschädigt werden.
  • Helle Hauttypen (Hauttyp I) sollten direktes Sonnenbaden vermeiden, da sie kaum braun werden und sehr schnell zu Sonnenbrand neigen. Sie haben eine Eigenschutzzeit von nur 3 Minuten!
  • Kleine Kinder und Säuglinge sollten nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden.
  • Viel trinken ist wichtig beim Sonnenbaden oder auf Reisen in heiße Länder, einem um Hitzschlag vorzubeugen und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Da man auch bei regelmäßigen Besuchen des Solariums von einem erhöhten Hautkrebsrisiko ausgeht, wird das Solarium nicht mehr zu rein kosmetischen Zwecken empfohlen. Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Besuch des Solariums verboten. Auch Vorbräunen im Solarium wird von Hautärzten nicht empfohlen.

Sonnenschutzmittel

Beim Aufenthalt an der Sonne und beim Sonnenbaden ist das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln besonders wichtig. Sie sollten...

  • genügend wasserfesten Sonnenschutz verwenden bei Aufenthalten im Wasser - Nachcremen, da auch wasserfeste Lotionen nur bedingt halten.
  • die Sonnencreme großzügig auftragen (mind. 25 Milliliter für den ganzen Körper)! Das bedeutet, dass eine durchschnittliche Flasche Sonnencreme mit 200 ml nach 8x eincremen aufgebraucht sein sollte.
  • auf die Auswahl des passenden Produkts mit dem richtigen Lichtschutzfaktor für Ihren Hauttyp achten.

Den Lichtschutzfaktor für Sonnenschutzprodukte (LSF; bzw. SPF, „sun protection factor“) gibt es seit 1956, als das Sonnenbaden in Mode kam. Er gibt einen Hinweis, wie lange man nach Anwendung in der Sonne verweilen kann, ohne dass ein Sonnenbrand entsteht. Dafür wird der LSF mit der Eigenschutzzeit der Haut multipliziert. Ist diese Zeit überschritten, hilft auch kein Nachcremen mehr: Es kommt zum Sonnenbrand.

Die Eigenschutzzeit beträgt beim durchschnittlichen mitteleuropäischen Hauttyp etwa 20 Minuten (Hauttyp II-III). Bei Aufenthalten in Australien, im Hochgebirge oder auf dem Wasser (Reflexion der UV-Strahlen) ist sie natürlich viel geringer. Die Formel lautet:

Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = maximal mögliche Verweildauer an der Sonne pro Tag

20 Minuten x LSF 15 = 300 Minuten/Tag

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich auf UV-B Licht, für das er normiert ist. Eine internationale Normierung für UV-A gibt es bislang nicht. Auf dem Sonnenschutzmittel wird angegeben, ob es sich um einen reinen UV-B, UV-A oder Breitbandfilter handelt. Man unterscheidet zwischen organischen und anorganischen Schutzfiltern.

Organische (chemische) Schutzfilter

Diese dringen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlung in Wärmestrahlung um. Derivate von Campher, Salicylsäure oder Zimtsäure sind organische Schutzfilter.

Manche Menschen reagieren allergisch oder mit einer Lichtallergie auf diese Art von Schutzfilter. Kontrovers diskutiert wird, ob chemische Schutzfilter ein zusätzliches Hautkrebsrisiko herbeiführen.

Anorganische (mineralische) Schutzfilter

Mineralische Sonnenschutzfaktoren bestehen u.a. aus Zinkoxid-Mikropigmenten. Sie bleiben auf der Hautoberfläche und streuen, reflektieren oder absorbieren das schädliche UV-Licht. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Für Allergiker und Kinder sind sie deshalb das Sonnenschutzmittel der Wah. Einziger Nachteil mineralischer Schutzfilter: Sie färben die Haut weiß.

Auch pflanzliche Wirkstoffe enthalten Lichtschutzfaktoren. Sesamöl hat den Lichtschutzfaktor 3. Dies reicht jedoch längst nicht aus, um sich effektiv vor Sonnenbrand zu schützen. Ein Sonnenschutzmittel gilt erst ab dem Lichtschutzfaktor 6 als solches, es gibt sie bis zum Lichtschutzfaktor 50+.

Sonnenschutzmittel gibt es als Cremes, Lotionen, Gele, Sprays oder Stifte. Sie enthalten außer dem Schutzfaktor eine Öl-in-Wasser oder Wasser-in-Öl Emulsion, Emulgatoren, oft Konservierungs- Farb- oder Parfümstoffe, manchmal Zusätze wie Antioxidantien (Vitamin E und C). Durch die vielfältige Anwendung von Sonnenschutzprodukten kam es zu einer vermehrten Entwicklung von Allergien. Auch hier gilt für Allergiker und Kinder: Wählen Sie ein möglichst neutrales Produkt ohne Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Parfüme aus.

Sonnenbrand natürlich behandelnTherapie bei Sonnenbrand: Kühlende Gele, erfrischende Getränke, Naturheilmittel

Bei den ersten Anzeichen von Sonnenbrand sollte man sich so schnell wie möglich aus der Sonne in den Schatten zurückziehen. Eine erste Maßnahme bei leichtem Sonnenbrand kann schon eine kühle Dusche bei sein, hinterher greift man auf Feuchtigkeitsgele und kühlende Umschläge zurück, die man stündlich wechselt.

Fettsalben sollten vermieden werden, da diese einen Hitzestau unter der Haut verursachen können. Erst nach Abklingen des Sonnenbrands helfen sie, die Haut rückzufetten.

Für Kinder besonders, aber auch für Erwachsene eignen sich Umschläge aus Quark, um die gerötete, verbrannte Haut zu kühlen und zu beruhigen.

Wichtig ist eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr – reichliches Trinken hilft, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und der Haut regenerierende Feuchtigkeit zu spenden.

Besteht starker Juckreiz, oder treten Quaddeln auf, sind das Anzeichen für eine allergische Reaktion. Antihistaminika helfen, die eine allergische Reaktion unterdrücken. Man kann sie als Salbe auf die Haut auftragen.

Gegen die Schmerzen können bei Bedarf Schmerzmittel eingesetzt werden. Kommt es zu Kopfschmerzen, Fieber, Kreislaufschwäche oder gar Schüttelfrost sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Kortison in Form einer Salbe verordnen, oder innerliche Prostaglandinhemmer gegen die Entzündungsreaktion.

Nur in sehr schweren Fällen ist wie bei einer großflächigen Verbrennung eine Behandlung im Krankenhaus nötig. Dort können Infusionen zur Kreislaufstabilisierung, Überwachung und nötige Behandlungen erfolgen.

Verbrannte Haut natürlich beruhigen

Bei Sonnenbrand helfen kühlende Gels und Umschläge mit pflanzlichen Wirkstoffen. Normalerweise kann dann auf die Einnahme von Schmerzmitteln oder Medikamenten ganz verzichtet werden. Nach Abklingen der Symptome ist es gut, die Haut mit fetthaltigen Salben oder Pflanzenölen wie Olivenöl, Jojobaöl und Mandelöl rückzufetten.

Zerreibt man die gelben Blütenblätter des Johanniskrauts, das im Sommer auf heimischen Wiesen blüht, zwischen den Fingerspitzen, verfärben sie sich rot. Johannisöl, auch Rotöl genannt, ist der ölige Auszug aus den Blüten. Bei Sonnenbrand ist es ein gutes Mittel, um die Hautentzündung zu hemmen und die Heilung zu fördern. Vorsichtig wird es in die verbrannte Haut einmassiert, oder eine mit Johannisöl getränkte Kompresse aufgelegt.

 

Wer Johanniskraut-Extrakt einnimmt (als pflanzliches Mittel gegen Depressionen), der sollte sich aufgrund der möglichen Lichtsensibilisierung besonders gut vor Sonnenbrand schützen und auf langes Sonnenbaden verzichten. Vom äußerlich angewandten Johannisöl ist keine lichtsensibilisierende Wirkung bekannt, mit einem frischen Sonnenbrand sollte man in jedem Fall erst mal die Sonne meiden.

Kamillenblüten können aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung bei verschiedenen Hautentzündungen helfen, so auch bei Sonnenbrand. Ihr Hauptwirkstoff, das alpha-Bisabolol hemmt die Cycloxygenase und die Lipoxygenase, zwei Botenstoffe der Entzündungsreaktion.

 

Am besten nimmt man ein Kamillenkonzentrat aus der Apotheke, um eine ausreichende Konzentration von alpha-Bisabolol zu gewährleisten. Kamillen-Cremes und Lösungen für Umschläge kühlen die Haut bei einem Sonnenbrand.

Arnika blüht im Sommer in fast ganz Europa und ist uns bereits aus dem Spätmittelalter als Heilpflanze schriftlich überliefert. Arnikablüten wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, indem sie Botenstoffe hemmen und Immunzellen beeinflussen, die an Entzündungsvorgängen beteiligt sind. Ihr Inhaltsstoff Helenin wird dafür verantwortlich gemacht. Bei Gelenks- und Muskelschmerzen, Prellungen, Blutergüssen und beim Sonnenbrand ist die Anwendung von Arnikablüten ein altes Hausmittel. Als kühlendes Gel wird Arnikablüten-Extrakt auf die vom Sonnenbrand geschädigte Haut vorsichtig aufgetragen. Arnikatinktur kann zusammen mit Kamillenblütentee für kühlende Umschläge verwendet werden.
Eichenrinde enthält juckreizlindernde Gerbstoffe, die die Haut zusammenziehen. Eichenrinden-Extrakt ist als fertiger Badezusatz erhältlich. Ein kühlendes Bad wirkt bei Sonnenbrand lindernd und beruhigt die Haut.
Die grünen Teeblätter enthalten Gerbstoffe, die zusammenziehend auf die Haut wirken und bei Hautentzündungen wie dem Sonnenbrand die Heilung fördern.

 

Für einen Aufguss 1 Esslöffel grünen Bio-Tee mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, und mehrmals täglich für kühlende Umschläge verwenden.

Das Gel aus den Blättern der Aloe Pflanze hat kühlende Eigenschaften und eignet sich aus Erfahrung heraus gut um die gerötete und überhitze Haut nach dem Sonnenbrand zu regenerieren. Wie man das genau anstellt, können Sie hier nachlesen.
Das ätherische Öl aus dem Sandelholz, ein in den Tropen (Indien, Südostasien) beheimateter Baum, hat eine kühlende und reinigende Wirkung. Innerlich wird es bei Harnwegsinfektionen angewandt. Traditionell tragen sich asiatische Frauen und Männer als Kosmetik und bei religiösen Zeremonien Sandelholzpasten auf die Gesichtshaut auf. Eine Sandelholzcreme kann die Haut nach dem Sonnenbaden und bei Sonnenbrand kühlen.
Buchtipps:
  • „Gesunde Haut: Von Fältchen bis Akne: So bleibt Ihre Haut jung, gesund und schön“ von Werner Voss, Stefan Siebrecht, Roland Jermann (Verlag: Trias Verlag; 1. Auflage April 2005)
Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Mit Babys und Kleinkindern mit Sonnenbrand gleich zum Arzt!
  • Bei starken Schmerzen, quälendem Juckreiz oder offenen Bläschen wegen der Infektionsgefahr.
  • Bei großflächiger Verbrennung, Ablösung der Haut, Allgemeinsymptomen und Fieber (Sonnenbrand 3. Grades).
  • Bei Sonnenstich mit Übelkeit, Fieber und Kopfschmerzen. (Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden, der Betroffene sollte sofort gekühlt und im Schatten gelagert werden.)
Quellen:
  • Dermatologie und Venerologie für das Studium (P. Fritsch, Springer Verlag)
  • Dermatologie (Ernst G. Jung; Duale Reihe, Hippokrates Verlag)
  • Phytotherapie bei Hauterkrankungen (M. Augustin, Y. Hoch; Urban & Fischer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 10.10.2013
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