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Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

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Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Erst bekommt man Schnupfen, dann ist die Nase verstopft, der Kopfdruck wird immer stärker, plötzlich ein stechender Kopfschmerz: Diagnose akute Sinusitis. Häufig heilt diese Nasennebenhöhlenentzündung nicht ganz aus und kehrt immer wieder. Wenn sie länger als drei Monate anhält, spricht man von einer chronischen Sinusitis. Wie kann man sich abhelfen? Was kann der Arzt für einen tun? Wieder durch die Nase atmen, klar denken, kein Kopfdruck, kein Kopfschmerz, keine Abgeschlagenheit und keine ständigen Infekte, die das Immunsystem schwächen - ein Wunsch, den jeder siebte Erwachsene in Deutschland hegt, den mindestens einmal im Jahr die Sinusitis plagt.

Sinusitis im Überblick:
  • Die akute Sinusitis entsteht meist während eines Schnupfens durch eine Blockierung des Gangs, der die Nase mit den Nasennebenhöhlen verbindet. Die Schleimhaut entzündet sich und wird von Bakterien befallen. Kopfdruck, Kopfschmerzen und Fieber plagen einen für 1-2 Wochen.
  • Die chronische Sinusitis kann durch eine nicht ausgeheilte akute Sinusitis, oder aufgrund von Allergien oder Polypen entstehen. Die länger als 3 Monate andauernde, chronische Entzündung der Nasennebenhöhlenschleimhaut führt zu ständigem Kopfdruck und schwächt das Immunsystem mit erhöhter Anfälligkeit für Erkältungen und Bronchitis.

UrsachenUrsachen für eine Sinusitis

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelinneren. In der Evolution des Menschen mögen sie entstanden sein, um den Schädel leichter zu machen oder einen Resonanzraum für die Stimme zu bilden. Sie sind direkt mit der Nase verbunden und dienen auch der Klimatisierung. Dies ist wichtig, um die kalte Atemluft, die wir über die Nase einatmen, zu erwärmen, zu reinigen und anzufeuchten. So werden die unteren Atemwege mit den Bronchien durch gesunde warme Luft versorgt.

Wie die Nase sind auch die Nasennebenhöhlen mit Schleimhaut ausgekleidet, die mit vielen feinen Flimmerhärchen besetzt ist. Diese übernehmen die Reinigungsfunktion. Keime und Schadstoffe werden durch ihre Bewegung wieder nach draußen transportiert.

Die Nebenhöhlen bestehen aus der paarigen Stirnhöhle, der Kieferhöhle und der Keilbeinhöhle und zehn kleineren Siebbeinzellen. Sie liegen hinter den knöchernen Anteilen von Nase, Kiefer, Stirn und Augen. Bei einer Sinusitis sind meist Kieferhöhle und Siebbeinzellen betroffen, seltener die Stirnhöhle oder Keilbeinhöhle.

Ursachen für eine akute Sinusitis

Bei einem Schnupfen im Rahmen einer Erkältung kommt es zu einer starken Schwellung der Nasenschleimhaut. Die Öffnungen der Gänge zu den Nasennebenhöhlen werden verlegt und das Nebenhöhlensystem verstopft. Darin entwickelt sich ein feucht-warmes, stickiges Klima, die Nebenhöhlenschleimhäute schwellen an und sondern Schleim ab. Dieses Klima ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die sich hier vermehren und zu einer eitrigen Entzündung der Schleimhäute führen. Häufige Bakterien sind Pneumokokken, Hämophilus influenza, Staphylokokken und Streptokokken.

Seltener entwickelt sich die akute Sinusitis auch ohne vorangehende Erkältung oder aus einem allergischen (Heu-)Schnupfen. Begünstigende Faktoren sind feucht-kaltes Klima im Winter, ein geschwächtes Immunsystem, Schwimmen bei bestehendem Schnupfen oder starke Druckschwankungen wie beim Fliegen mit dem Flugzeug und beim Tauchen.

Ursachen für eine chronische Sinusitis

Eine Sinusitis, die mehr als viermal im Jahr auftritt, oder länger als 3 Monate anhält, nennt man chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Sie kann aus einer nicht ausgeheilten akuten Sinusitis entstehen.

Häufig ist eine chronische Entzündung der Nebenhöhlenschleimhaut bedingt durch eine Allergie. Bei Kontakt mit dem Allergen (z.B. Pollen) schwillt die Nebenhöhlenschleimhaut an und kann chronisch entzündet sein.

Tabakrauchen schädigt die Schleimhäute der Atemwege. Raucher haben neben einer chronischen Bronchitis und einem trockenen Schnupfen oft eine chronische Sinusitis.

Die Nase jedes Menschen ist unterschiedlich geformt – die Nasenscheidewand kann von Geburt an gekrümmt sein oder sich nach Knochenbrüchen der Nase verformen. Die Nebenhöhlen können zu eng angelegt sein oder die Öffnungen der Gänge durch zu große Nasenmuscheln bedeckt sein. Ist dies der Fall, leidet die Belüftung der Nebenhöhlen – ein idealer Nährboden für Bakterien entsteht. Wie bei der akuten Sinusitis sind Pneumokokken und Hämophilus influenza die häufigsten Erreger, die zu einem „Empyem“, einer Eiteransammlung führen.

In der Nasennebenhöhlenschleimhaut können Polypen wachsen. Das sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut. Sie können die Nasengänge verlegen, die Nasenatmung behindern, zu Geruchsverlust und zu einer nicht-eitrigen „polypösen“ Sinusitis führen.

Eine Zahnwurzelentzündung kann sich bis in die Kieferhöhle ausbreiten. Vor allem wenn die Kieferhöhle einseitig betroffen ist, besteht dieser Verdacht.

Ein geschwächtes Immunsystem kann zu einer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung und chronischer Sinusitis führen. Sehr selten kann eine schwere Erkrankung des Immunsystems dahinter stehen, wie HIV oder angeborene Immundefekte.

SymptomeSymptome der Sinusitis

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Wie ein Schnupfen kündigt sich eine akute Sinusitis durch vermehrte Schleimbildung in der Nase an, erst wässrig, dann zunehmend zäh. Die Nase ist nach kurzer Zeit verstopft, der Geruchssinn eingeschränkt und der Schleim läuft den Rachen hinab. Der Nasenschleim kann weißlich-transparent sein, bei einer eitrigen, bakteriellen Sinusitis wird er gelblich-grün. Fieber und Mattigkeit breiten sich aus.

Ganz typisch für die Sinusitis ist ein Druckgefühl im Kopf bis hin zu Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verstärken. Die Haut des Gesichtes ist berührungsempfindlich. Die Schmerzen sind vormittags und mittags am stärksten. Wenn die Entzündung auf die Zahnwurzel drückt, kann ein klopfender Zahnschmerz entstehen.

Da die Nasengänge blockiert sind, läuft der Eiter den Rachen hinab. So kann es zu einer Rachenentzündung oder Mandelentzündung mit Halsschmerzen und Heiserkeit kommen, oder zu einer Bronchitis mit Reizhusten,Husten und Auswurf.

Bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr sind die Nasennebenhöhlen noch nicht voll ausgebildet, daher kann die Entzündung schnell auf die Ohren übergreifen, die mit den Nasennebenhöhlen über die Tuben in Verbindung stehen, und eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Eine seltene, schwere Komplikation ist die Hirnhautentzündung (Meningitis). Äußerst selten erfolgt ein Eitereinbruch in die benachbarte Augenhöhle (Orbitaphlegmon), dann muss notfallmäßig operiert werden.

Bei der chronischen Sinusitis sind die Beschwerden geringer, es kommt zu Kopfdruck, häufig sind die Kopfschmerzen dumpf oder fehlen ganz.

Bei der durch Polypen verursachten Nasennebenhöhlenentzündung ist zudem die Nase stark verstopft, man kann nur noch durch den Mund ein- und ausatmen. Das Riechvermögen ist eingeschränkt oder fehlt ganz.

Bei der eitrigen bakteriellen chronischen Sinusitis findet sich zudem Eiter in Form von gelblich-grünlichem, zähem Schleim, der ständig über Nase und Rachen abgesondert wird.

Die Diagnose einer odontogenen (von den Zahnwurzeln ausgehende) Kieferhöhleneiterung kommt infrage, wenn nur die linke oder rechte Kieferhöhle schmerzt und hohe Klopfschmerzempfindlichkeit besteht. 

DiagnoseDiagnose der Sinusitus

Die Diagnose Sinusitis ist schnell gestellt. Stößt der Arzt während der Patientenbefragung auf die gängigen Symptome, wird er je nach Beschwerdedauer eine akute oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung diagnostizieren. Er wird dabei das Gesicht untersuchen, ob der typische Klopfschmerz besteht. Die Kieferhöhlen liegen rechts und links der knöchernen Nase, die Siebbeinzellen hinter und über der Nase. An diesen Stellen ist der Klopfschmerz bei der akuten Sinusitis hell und unvermittelt, oft reicht schon ein leichtes Antippen mit der Fingerspitze aus, um ihn herbeizuführen. Bei der chronischen Sinusitis ist der Schmerzcharakter dumpfer.

Darüber hinaus wird nach den Kopfschmerzen gefragt, die die Sinusitis in der Regel begleiten. Der Arzt lässt sich ihren Charakter schildern und tastet andere Druckpunkte ab, an denen Hirnnerven unter der Gesichtshaut austreten. So kann eine andere Kopfschmerzerkrankung wie Migräne oder Trigeminusneuralgie ausgeschlossen werden.

Mithilfe der Nasenspiegelung durch die Nasenöffnungen (Rhinoskopie) und durch den geöffneten Mund (Postrhinoskopie) kann die Nase von innen mit ihren Eingängen zu den Nebenhöhlen betrachtet werden. Diese können verlegt sein, man sieht die geschwollene Schleimhaut und die vergrößerten Nasenmuscheln. Eine Schleim-Eiter-Straße unter der mittleren Nasenmuschel oder im Rachen lässt auf eine bakterielle Sinusitis schließen.

Zum Bestätigen des Verdachts auf Bakterien nimmt der Arzt mit einem sterilen Wattestäbchen einen „Abstrich“ des Nasen- und Rachenschleims. Im Labor werden daraus Kulturen herangezüchtet, um die verursachenden Keime zu entlarven.

Ein Allergietest lässt mögliche Allergieauslöser (Allergene) erkennen. Beim Pricktest werden verschiedene Gräser, Pollen und Lebensmittel in winziger Dosis knapp unter die Haut gespritzt, um eine mögliche allergische Reaktion auszutesten.

Von innen können die Nasennebenhöhlen mittels bildgebender Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie betrachtet werden, da sie versteckt im Schädelknochen liegen. Meist kann die Strahlenbelastung dieser Untersuchungen aber vermieden werden, denn ein Ultraschall lässt auch viel erkennen. Bei einer chronischen Sinusitis, um Polypen oder Tumore darzustellen oder um zu entscheiden, ob eine Operation nötig ist, sind diese Verfahren jedoch sinnvoll.

BehandlungBehandlung der Sinusitis

Um eine akute Sinusitis zu behandeln, muss als erstes die Verbindung von Nase und Nebenhöhlen wieder freigelegt werden. Dafür gibt es abschwellende Nasentropfen und Nasensprays. Diese enthalten einen chemischen Wirkstoff, der die Nasenschleimhaut an das Mittel gewöhnen kann. Schon nach drei bis vier Tagen kann ein Gewöhnungseffekt eintreten. Als verträglichere Alternativen bieten sich Nasensprays mit natürlichen Wirkstoffen oder Salzwasserlösungen zur Nasenspülung an.

Über gezielte Zufuhr von Wärme kann die Durchblutung der Nasennebenhöhlen und die Abheilung der Entzündung beschleunigt werden. Über Inhalationen mit Salzwasser oder Kamillenblüten fließt feuchte Wärme in die Nase, eine andere sinnvolle Wärmeanwendung ist der Einsatz von Infrarotlampen.

Allgemeine Maßnahmen bei Sinusitis

Hilfreich sind schleimlösende Medikamente, wenn dabei viel Flüssigkeit eingenommen wird. Am besten mehr als zwei Liter am Tag. Dadurch verflüssigt sich zäher Schleim und fließt aus den Nebenhöhlen ab. Bei Fieber helfen Bettruhe und fiebersenkende Medikamente. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Raumluft frisch und ausreichend feucht ist.

Behandlung mit Antibiotika

Eine eitrige, bakterielle Sinusitis wird mit Antibiotika behandelt. Diese sollten grundsätzlich nach einem Antibiogramm verordnet werden. Das ist eine diagnostische Methode im Labor, die bestimmt, welches Bakterium vorliegt und welches Antibiotikum wirksam ist. Meist wird Amoxicillin oder ein Makrolid gewählt. Wenn die Nasennebenhöhlenentzündung nach 10-14 Tagen nicht ausgeheilt ist oder eine chronische eitrige Sinusitis vorliegt, kann ein Antibiotikum auch direkt in die Nasennebenhöhlen eingeführt werden. Hierfür werden die Nebenhöhlen mit einem Instrument über die Nasengänge punktiert.

Chirurgische Therapie

Wenn die Ursache einer chronischen Sinusitis in einer stark verkrümmten Nasenscheidewand oder Polypen liegt und andere Maßnahmen nicht geholfen haben, lässt sich eine Operation oft nicht vermeiden. Eiter und Wucherungen können aus den Nebenhöhlen ausgeräumt werden, Eiterdurchbrüche müssen notfallmäßig behandelt werden. Meist kann mit einem Nasenendoskop operiert werden, einem Rohrsystem, welches über die Nasenlöcher eingeführt wird. Die Begradigung der Nasenscheidewand verbessert die Belüftung der Nasennebenhöhlen und verhindert weitere Entzündungen.

Vorbeugen:

  • Raucher sollten ihre Atemwegsschleimhäute nicht länger belasten. Mit dem Rauchen aufzuhören ist das effektivste Mittel zum Vorbeugen oder Behandeln einer chronischen Sinusitis, Bronchitis und von Lungen- und Herzerkrankungen.
  • Liegt eine Allergie vor, ist die Hyposensibilisierung, die vor der Allergiesaison durchgeführt wird, eine wirksame Maßnahme zum Vorbeugen von Heuschnupfen und allergischer Sinusitis.
  • Atemgymnastik und spezielle Atemübungen aus dem Yoga helfen, blockierte Nasengänge zu befreien, wieder durch beide Nasenlöcher zu atmen und die Nebenhöhlen besser zu belüften.

Wirksame HeilpflanzenPflanzliche Hilfe bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Beschwerden wie Kopfdruck, Kopfschmerzen und Fieber können mit natürlichen Wirkstoffen und verschiedenen Hausmitteln gut gelindert werden. Hier kommen Tinkturen, Tabletten und Kapseln oder auch Inhalationen, Nasensprays und Kompressen zum Einsatz. Umckaloabo und Kamille wirken direkt keimhemmend und entzündungshemmend. Ätherische Öle wirken bei der Sinusitis ebenfalls der Entzündung entgegen, außerdem abschwellend, schleimlösend und sie befreien die blockierte Nasenatmung.

Pflanzliche Wirkstoffe auf einen Blick:
  • Umckaloabowurzel: wirkt gegen Bakterien und Viren, wird als entzündungshemmender und immunstärkender Helfer bei Sinusitis und Bronchitis geschätzt.
  • Ätherische Öle aus Minze, Pfefferminze, Eukalyptus und Campher: helfen äußerlich auf Schläfen und Stirn gerieben bei Kopfschmerzen. In Sprays wirken sie abschwellend auf den Nasenschleimhäute und lassen wieder frei Durchatmen.
  • Myrtol: wirkt entschleimend und entzündungshemmend bei Sinusitis und Bronchitis.
  • Kamillenblüten: werden wegen ihrer entzündungshemmenden und keimhemmenden Wirkung bei allen Erkältungskrankheiten geschätzt und wie beimSchnupfen als Inhalation oder Kräutertee zubereitet.
  • Sonnenhut, Taigawurzel und Propolis: helfen, das geschwächte Immunsystem zu stärken und chronische Nasennebenhöhlenentzündungen zu vermeiden.

In Südafrika wächst diese Pelargonie, deren Wurzel als wirksamer Pflanzenteil verwendet wird. Die Umckaloabowurzel wird in der afrikanischen Volksheilkunde hochgeschätzt. Pelargonien sind hierzulande volkstümlich als Geranien bekannt. Seit dem 18. Jahrhundert werden sie in Europa wegen ihres Duftes und ihrer schönen Blüten kultiviert und sind beliebte Zierpflanzen auf dem Sommerbalkon.

Die Heilwirkungen der Umckaloabowurzel sind in Europa noch nicht lange bekannt. Wie genau sie wirkt, hat man noch nicht entschlüsseln können, man weiß aber, dass sie Cumarine enthält. Die Erfahrungsmedizin schätzt ihre hemmende Wirkung auf Bakterien und Viren, zudem gilt sie als entzündungshemmend, antioxidativ, antioxidativ, immunstärkend und blutverdünnend. Sie stärkt die Atemwegsschleimhäute und wird deshalb zur Behandlung bei Sinusitis und Bronchitis eingesetzt.

 

Ätherischen Öle aus verschiedenen Pflanzen wurden extrahiert und auf ihre Inhaltsstoffe Cineol, Limonen und alpha-Pinen standardisiert. Myrtol ist also ein pflanzliches Kombinationspräparat, das in der Apotheke erhältlich ist. Weiterhin gibt es in der Apotheke ein Fertigarzneimittel, in dem nur Cineol aus Eukalyptusöl vorkommt.

In der Praxis und in Studien getestet, sind sie wirkungsvoll zum Schleimlösen, reduzieren Kopfschmerzen und wirken entzündungshemmend in den Atemwegen. Die ätherischen Öle aus der Kapsel lösen sich im Magen-Darm Trakt und gelangen über die Blutbahn in die Nasennebenhöhlen und die Bronchien. Sie werden bei der akuten und chronischen Sinusitis und Bronchitis eingesetzt, für magenempfindliche Menschen eignen sie sich leider nicht.

 

Frisch geriebene Meerrettichwurzel ist köstlich scharf und aromatisch in Quark und anderen Speisezubereitungen. Sie enthält Senföle und wirkt äußerlich und innerlich angewandt keimhemmend, durchblutungssteigernd, desinfizierend in den Harnwegen und verdauungsfördernd.

Bei Sinusitis mit Kopfdruck und Kopfschmerzen kann eine Meerrettich-Kompresse helfen. Dafür wird frisch geriebene Meerrettichwurzel zwischen feucht-warme Kompressen gepackt (Gaze aus der Apotheke oder dünne Baumwolltücher verwenden) und direkt über die Stirn und die Kieferknochen gelegt. Augenkontakt oder Kontakt mit Schleimhäuten sollte vermieden werden! Nach 5 bis 10 Minuten abnehmen und zweimal täglich durchführen.

 

Sind eine gute Alternative zu chemischen abschwellenden Nasentropfen. Kamillenöl, ätherische Öle aus Pfefferminze, Minze, Eukalyptus und Kiefernadeln und Echinacea (Sonnenhut) erhält man als Lösungen oder Kochsalzlösungen, als fertige Sprays und Spülungen in der Apotheke.

Wann zum Arzt?Wann zum Arzt?


Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht abheilen und das Fieber über 39° C steigt.
  • Mit fiebernden Kleinkindern sollte man immer den Arzt aufsuchen.
  • Wenn die Kopfschmerzen extrem stark sind, Nackenstarre, Erbrechen und hohes Fieber hinzukommen besteht Gefahr einer Hirnhautentzündung.
  • Wenn die Beschwerden mehr als viermal jährlich auftreten und länger als 3 Monate andauern besteht Verdacht auf eine chronische Sinusitis die unbehandelt zu Komplikationen führen kann.
Buchtipps:
  • „Mehr Luft: Atemwegserkrankungen verstehen und überwinden. Asthma bronchiale, Allergie, COPD und Rhino-Sinusitis” Von Ch. Schnürer (Verlag Freies Geistleben, 1. Auflage Juni 2006)
  • „Nie mehr Schnupfen & Co: Yoga für das Immunsystem“ von Kerstin Leppert (Nymphenburger Verlag, 1. Auflage August 2009)
Quellen:
  • HNO (Boenninghaus, Lenarz; Springer Verlag)
  • Praxisleitfaden Allgemeinmedizin (S. Gesenhues und R. Ziesché, Urban & Fischer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
  • Urania Pflanzenreich – Blütenpflanzen Teil 1 (Urania Verlag)

 

Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 10.10.2013
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   Pflanzliche Medikamente bei Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung):
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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Studien zu Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Studientitel
Efficacy and Safety of a Combination Herbal Medicinal Product containing Tropaeoli majoris herba and Armoraciae rusticanae radix for the prophylactic treatment of patients with respiratory tract diseases: A randomised, prospective, double-blind, placebocontrolled phase III trial (und weitere 5 Studien)
Jahr
2012, 2011, 2007, 2007, 2006, 1958
Kurzinfo
Senfölreiche Pflanzen wie die Kapuzinerkresse oder Meerrettich sind für ihre antibakteriellen Wirkungen bekannt und werden als „natürliche Antibiotika“ bei Infekten der Harn- und Atemwege eingesetzt.  Mehr...Eine neue Studie hat einer Wirkstoffkombination der genannten Heilgewächse eine Wirkung gegen Viren nachgewiesen. Pflanzliche Präparate sind demnach nicht bloß eine gute Behandlungsoption bei viral verursachten Erkrankungen wie Erkältungen und Grippe – sie könnten ihnen sogar vorbeugen.
Studientitel
Colonization with extended-spectrum beta-lactamase-producing and carbapenemase-producing Enterobacteriaceae in international travelers returning to Germany (und weitere 5 Studien)
Jahr
2015, 2014, 2014, 2013, 2013, 2006
Kurzinfo
Weltweit suchen Mediziner nach neuen Wegen zur Bekämpfung resistenter Keime. Das sind Bakterien, die die Wirkung antibiotischer Substanzen neutralisieren. Sie entstehen zum Beispiel, wenn eine Antibiotikatherapie  Mehr...unregelmäßig durchgeführt, zu gering dosiert oder frühzeitig abgebrochen wird. Überlebende Bakterien entwickeln eine Unempfindlichkeit gegenüber dem Medikament und vererben diese an Folgegenerationen. Auch der sorglose Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht trägt zur Ausbreitung resistenter Keime bei. Arzneipflanzen wie Kapuzinerkresse und Meerrettich, die über starke Effekte gegen Kleinsterreger verfügen, könnten hier in die Bresche springen.
Studientitel
Medicinal properties of Echinacea: A critical review (und weitere 2 Studien)
Jahr
2003, 1998, 1992
Kurzinfo
Purpursonnenhutextrakte stimulieren das Immunsystem! Echinacea purpurea stärkt Ihre Abwehrkräfte! Ob in der Werbung, der Apotheke oder im Internet, seit Jahren schon liest man allerorts viele solcher  Mehr...Sprüche. Neue Studien zeigen jedoch, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist.
Studientitel
Medicinal properties of Echinacea: A critical review
Jahr
2003
Kurzinfo
Dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) sagt man eine Vielzahl von Wirkungen nach, von welchen einige bereits in Laborversuchen nachgewiesen wurden. Es bleibt jedoch die Frage, ob die Pflanze auch beim  Mehr...Menschen messbare Effekte zeigen kann. Wissenschaftler der Universität Wisconsin gingen der Sache auf den Grund.
Studientitel
Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases
Jahr
2011
Kurzinfo
Die Nase läuft, der Hals kratzt und das Fieberthermometer zeigt nach oben. Jeder kennt die lästigen Symptome einer Erkältung. Meist hilft da nur ein warmer Tee und Bettruhe. Neuste Erkenntnisse weisen  Mehr...darauf hin, dass der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) viele dieser Beschwerden lindern kann – und zwar unabhängig von ihrer Ursache.
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