Anzeige
Anzeige

Sie kennen uns vielleicht auch aus:

Schuppenflechte Ursachen

Schuppenflechte Ursachen

Der Erbfaktor und seine Auslöser

Heute weiß man, dass Schuppenflechte keine ansteckende Krankheit ist, und auch nicht entarten kann (gutartig ist), auch wenn die Haut abstoßend aussieht. Abstoßend, das stimmt nur in Bezug auf die Verhornungsstörung, denn tatsächlich werden vermehrt wachsende Hornhautzellen „abgestoßen“. Aber wie kommt es zu dieser übermäßigen Verhornung (Hyperparakeratose) mit Entzündungsreaktion und Hautschuppung, die das Hautbild der Schuppenflechte prägt?

Psoriasis, die Schuppenflechte, ist eine Erbkrankheit mit einer multifaktoriellen Genese, mehrere Faktoren müssen zusammenwirken, damit die Krankheit ausgelöst wird. Ein Erbfaktor, der aber nicht genau identifiziert werden konnte, macht den Ausbruch der Krankheit möglich. Bei 70% der eineiigen Zwillinge mit Psoriasis sind beide betroffen. Der Erbfaktor bestimmt den Genotyp, die Bereitschaft an Schuppenflechte zu erkranken. Für den tatsächlichen Ausbruch der Krankheit, also den Übergang vom Genotyp zum Phänotyp (äußerlich sichtbare Hauterkrankung) braucht es auslösende Faktoren. Die Krankheit kann, muss jedoch nicht zum Ausbruch kommen. Es gibt auch günstige Faktoren, die den Verlauf positiv beeinflussen und die Krankheit zeitweise zum Verschwinden bringen können. Dieses Wechselspiel bewirkt, dass und wie häufig Schübe auftreten.

Auslösende Faktoren sind:

  • Infektionen (z.B. nach einer durch Streptokokken verursachten Mandelentzündung, Mittelohrentzündung, HIV-Patienten)
  • Medikamente (blutdrucksenkende Betablocker oder ACE-Hemmer, Lithium, Anti-Malariamittel, bestimmte Rheuma-Medikamente)
  • Mechanische Verletzung der Haut durch Schnittverletzungen oder einengende Kleidung
  • Beim Köbner-Phänomen kommt es durch den Reiz eines streifenden Fingernagels zum Auftreten von Schuppenflechte an dieser Hautstelle
  • Herbst und Winter, weniger Sonneneinstrahlung
  • Stress
  • Tabakrauchen (kann auch zu Vermehrung weißer Blutkörperchen beitragen)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht, fettreiche Ernährung

Häufig ist Schuppenflechte bei Menschen, die gleichzeitig unter der Zivilisationskrankheit „metabolisches Syndrom“ leiden mit bauchbetonter Fettleibigkeit, Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Zuckerkrankheit (bei Insulinresistenz). Eine ungesunde Lebensweise wie sie (nicht nur) in der westlichen Zivilisation verbreitet ist, stellt ein Risikofaktor für Schuppenflechte dar.

Es gibt einige Hinweise, wie es nach Kontakt mit einem der Auslöser zur Entzündungsreaktion der Haut kommt. Der genaue Mechanismus der Autoimmunkrankheit wurde aber noch nicht erkannt.

Die Haut besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhaut (Subkutis)

Die Immunreaktion der Schuppenflechte läuft in der gestörten Epidermis ab. Ihre unterste (Basalzell-) Schicht produziert neue Zellen, die nach oben wachsen, wo sie schließlich verhornen. Das passiert normalerweise in einem Monat. Bei der Schuppenflechte ist die Zellteilungsrate in der Basalzellschicht so stark erhöht, dass die Zellen in nur 5 Tagen nach oben wandern, wo sie nicht richtig verhornen, und zu viel Platz einnehmen was zu einer Hyperparakeratose (übermäßige gestörte Verhornung und Verdickung mit Hautschuppung) führt. Spezielle weiße Blutkörperchen, die T-Helferzellen vom Typ I (TH1-Lymphozyten) aktivieren Entzündungsbotenstoffe, was zu einer Entzündung der Oberhaut führt. Die TH1-Lymphozyten sind dafür verantwortlich, dass die Entzündung chronisch in Gang gehalten wird und sich schlimmstenfalls über die gesamte Hautoberfläche ausbreiten kann.

Bei der Psoriasis arthropathica (Schuppenflechte mit Gelenkrheuma) führt die TH1-Lymphozyten vermittelte Entzündungsreaktion zu einer Entzündung und Anschwellung der Haut der Gelenkkapsel. Dieses dünne Häutchen (Synovia) ist sehr wichtig für die Beweglichkeit und Schmiere des Gelenks. Nach und nach kommt es wie bei anderen Rheuma Erkrankungen zu einer Zerstörung von Knorpel, Knochen, dem Gelenk und seiner Umgebung.

Bestimmte Faktoren lassen die Entzündung von Haut und eventuell Gelenken jedoch wieder abklingen oder milder verlaufen. Dazu gehören:

  • Sonneneinstrahlung
  • Sommer
  • Hautschonung durch positive Badegewohnheiten und Haupflege
  • Weglassen von Tabakrauchen, Alkohol
  • Gesunde Ernährung

So kann der akute Schub der Schuppenflechte wieder abklingen und bestenfalls den „Phänotyp“ wieder zurück in seinen inaktiven „Genotyp“ mit einem gesunden Hautbild führen.

 

Geschrieben von Redaktion 10.10.2013
Geschrieben von Redaktion 10.10.2013
Anzeige