Schuppenflechte

Chronisch kranke Haut
Die Schuppenflechte, in der medizinischen Fachsprache Psoriasis genannt, ist eine gutartige, entzündliche Hautkrankheit. Sie verläuft chronisch schubweise und bleibt eine lebenslange Erkrankung. Hippokrates, der griechische Arzt der Antike beschrieb sie vor mehr als 2000 Jahren. Früher wurde sie häufig mit der durch Milben verursachten „Krätze“ oder der durch ein Bakterium übertragenen Lepra verwechselt, es ist jedoch eine nicht-ansteckende Krankheit. Trotzdem es in der modernen Medizin keine „Aussätzigen“ mehr gibt, stellt die Schuppenflechte eine große seelische Belastung für die Betroffenen dar. Aufgrund des veränderten Hautbildes mit der teils sehr großflächig geröteten Haut mit silberglänzender Schuppung und der starken Hautempfindlichkeit kann Psoriasis in eine soziale Isolation oder Depression führen. Umso wichtiger ist das Wissen um die Ursachen und vielfältigen Möglichkeiten selbst positiv auf den Verlauf einzuwirken.
Die Schuppenflechte gehört zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten der weißen Rasse. Am häufigsten ist sie in den USA, in Deutschland sind 1,5 Millionen Menschen (Männer und Frauen gleichermaßen) an Psoriasis erkrankt. Man kennt verschiedene Typen:
- Psoriasis vulgaris – ist am häufigsten und entwickelt sich meist vor dem 40. Lebensjahr, dabei unterscheidet man:
- Typ I, der Frühtyp (20.-40. LJ) mit 65% aller Betroffenen
- Typ II, Spättyp (35.-60. LJ)
- Psoriasis arthropatica – bei 5-7 % der Betroffenen kommt es zum zusätzlichen Gelenkrheuma
- Psoriasis pustulosa – bei dieser sehr seltenen Form treten eitrige, keimfreie Bläschen (Pusteln) auf, häufig bei Raucherinnen
Ursachen der Schuppenflechte
Ursache für die Hautveränderungen ist eine erbliche Veranlagung, die im Zusammenspiel mit auslösenden Faktoren wie Infektionen, Medikamente, Stress, Übergewicht und mechanische Hautreizung zu einer Immunreaktion mit Entzündung der Oberhaut führt. Speziell die Keratinozyten (Hornhautzellen) vermehren sich zu schnell und sind übermäßig aktiv. Dies führt zu einer Verhornungsstörung (Hyperparakeratose).
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Symptome der Schuppenflechte
Die Symptome auf der Haut zeigen sich als gerötete Herde, münzförmig oder wie eine Landkarte, die sich auf Armen, Beinen, Rücken und Kopf ausbreitet und eine silberglänzende Schuppung aufweisen. Bei der Psoriasis arthropathica sind bestimmte Gelenke (Finger, Zehen, Wirbelsäule) schmerzhaft geschwollen und überwärmt und können wie beim Rheuma in eine Gelenkzerstörung mit Versteifung münden. Der Verlauf kann kontinuierlich oder schubweise über Jahre sein. Im Sommer kommt es häufig zu einer Besserung durch Sonneneinstrahlung.
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Diagnose der Schuppenflechte
Diagnostisch müssen Verwechslungen mit anderen Krankheiten wie Ekzem oder Hautpilz ausgeschlossen werden. Ein gehäuftes Auftreten von Schuppenflechte in der Familie gibt Hinweise auf diese Krankheit, im Labor kann man spezifische HLA-Muster auf dem Erbgut finden. Weiterhin gibt es typische, nur bei Psoriasis vorkommende „Kratzphänomene“ der Haut.
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Therapie der Schuppenflechte
Die Schuppenflechte kann man mit einer Kombination aus Salbentherapie, immunsupprimierenden Medikamenten bei schweren Verläufen und der speziellen PUVA-Lichttherapie behandeln und zum Abklingen bringen. Heilbar ist die Psoriasis nicht, sie kann bestenfalls viele Jahre lang nicht erscheinen, schlimmstenfalls jahrelang auf der Haut bestehen und sich weiter ausbreiten. Einfluss kann man selbst darauf nehmen und neuen Schüben vorbeugen indem man die richtige Hautpflege mit neutralen Waschlotionen betreibt, Hautreizung vermeidet, Übergewicht, Tabakrauchen und Alkohol reduziert und fettarmes Essen bevorzugt. Auch Entspannungsverfahren zur Stressreduktion und Sonnenbaden am Meer kann die Haut zur Regeneration anregen.
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Schuppenflechte im Überblick:
- Ein Erbfaktor führt zu einer Veranlagung der Haut zur Schuppenflechte. Auslösende Faktoren wie Infekte, Medikamente, Übergewicht, Tabakrauchen, Stress und Hautreizung führen zur Immunreaktion mit Hautentzündung.
- Silberglänzende Schuppungen auf geröteten Herden unterschiedlicher Größe sind charakteristisch für die Schuppenflechte. Selten ist eine Gelenkbeteiligung mit rheumatischen Beschwerden möglich.
- Die Schuppenflechte wurde und wird häufig mit anderen Hautkrankheiten verwechselt. Spezielle Kratzphänomene und ein gehäuftes Auftreten in der Familie geben diagnostische Hinweise.
- Salbentherapie mit synthetischen und pflanzlichen Wirkstoffen, Medikamente die die Immunreaktion unterdrücken und die PUVA-Lichttherapie lassen die Hautentzündung abklingen. Risikofaktoren vermeiden, milde Hautpflege, gesunde Lebensweise und Sonnenbaden helfen zusätzlich und beugen neuen Schüben vor.
Wann zum Arzt:Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:
- Wenn die Haut gerötet und entzündet reagiert, juckt, die Kopfhaut schuppt und nicht zur beruhigen ist.
- Um eine Hautinfektion oder Hautkrebs auszuschließen, auslösende Faktoren herauszufinden und eine sinnvolle Therapie zu beginnen.
- Wenn die Haut am ganzen Körper (eventuell bei vorangegangenem Infekt) gerötet ist, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl besteht.
- Wenn Schwellung und Schmerzen in den Gelenken oder Rückenschmerzen auftreten.