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Schuppenflechte

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Schuppenflechte

Chronisch kranke Haut

Die Schuppenflechte (medizinisch: Psoriasis) ist eine gutartige entzündliche Hautkrankheit. Sie verläuft chronisch in Schüben und Betroffene haben ihr Leben lang mit der Erkrankung zu kämpfen. Früher wurde Psoriasis häufig mit der durch Milben verursachten „Krätze“ oder der durch ein Bakterium übertragenen Lepra verwechselt. Schuppenflechte ist jedoch keine ansteckende Krankheit.

Aufgrund des veränderten Hautbildes mit teils sehr großflächig geröteter Haut mit silberglänzender Schuppung und verstärkter Hautempfindlichkeit kann die Psoriasis eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Umso wichtiger ist das Wissen um die Ursachen für die Erkrankung sowie die vielfältigen Möglichkeiten, selbst positiv auf ihren Verlauf einzuwirken.

Die Schuppenflechte gehört zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten. In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen (Männer und Frauen gleichermaßen) an Psoriasis erkrankt. In der Medizin unterscheidet man drei Typen der Erkrankung.

  • Psoriasis vulgaris – ist am häufigsten und entwickelt sich meist vor dem 40. Lebensjahr, dabei unterscheidet man:
    • Typ I, der Frühtyp (20.-40. LJ) mit 65% aller Betroffenen
    • Typ II, Spättyp (35.-60. LJ)
  • Psoriasis arthropatica – bei 5-7 % der Betroffenen kommt es zum zusätzlichen Gelenkrheuma
  • Psoriasis pustulosa – bei dieser sehr seltenen Form treten eitrige, keimfreie Bläschen (Pusteln) auf, häufig bei Raucherinnen
Schuppenflechte im Überblick:
  • Ein Erbfaktor führt zu einer Veranlagung der Haut zur Schuppenflechte. Auslösende Faktoren wie Infekte, Medikamente, Übergewicht, Tabakrauchen, Stress und Hautreizung führen zur Immunreaktion mit Hautentzündung.
  • Silberglänzende Schuppungen auf geröteten Herden unterschiedlicher Größe sind charakteristisch für die Schuppenflechte. Selten ist eine Gelenkbeteiligung mit rheumatischen Beschwerden möglich.
  • Die Schuppenflechte wurde und wird häufig mit anderen Hautkrankheiten verwechselt. Spezielle Kratzphänomene und ein gehäuftes Auftreten in der Familie geben diagnostische Hinweise.
  • Salbentherapie mit synthetischen und pflanzlichen Wirkstoffen, Medikamente die die Immunreaktion unterdrücken und die PUVA-Lichttherapie lassen die Hautentzündung abklingen. Risikofaktoren vermeiden, milde Hautpflege, gesunde Lebensweise und Sonnenbaden helfen zusätzlich und beugen neuen Schüben vor.

Ursachen der Schuppenflechte

Heute weiß man, dass Schuppenflechte keine ansteckende Krankheit ist. Es besteht eine Verhornungsstörung, bei der vermehrt wachsende Hornhautzellen „abgestoßen“ werden. Aber wie kommt es zu dieser übermäßigen Verhornung (Hyperparakeratose) mit Entzündungsreaktion und Hautschuppung, die das Hautbild der Schuppenflechte prägt?

Psoriasis ist eine Erbkrankheit mit einer multifaktoriellen Genese. Mehrere Faktoren müssen zusammenwirken, damit die Krankheit ausgelöst wird. Ein bestimmter Erbfaktor macht den Ausbruch der Krankheit möglich. Bei 70% der eineiigen Zwillinge mit Psoriasis sind beide betroffen. Für den tatsächlichen Ausbruch der Krankheit braucht es auslösende Faktoren. Die Krankheit kann, muss jedoch nicht zum Ausbruch kommen.

Es gibt auch günstige Faktoren, die den Verlauf positiv beeinflussen und die Krankheit zeitweise zum Verschwinden bringen können. Dieses Wechselspiel bewirkt das schubweise Auftreten der Symptome.

Auslösende Faktoren sind:

  • Infektionen (z.B. nach einer durch Streptokokken verursachten MandelentzündungMittelohrentzündung, HIV-Patienten)
  • Medikamente (blutdrucksenkende Betablocker oder ACE-Hemmer, Lithium, Anti-Malariamittel, bestimmte Rheuma-Medikamente)
  • Mechanische Verletzungen der Haut durch Schnittverletzungen oder einengende Kleidung
  • Beim Köbner-Phänomen kommt es durch den Reiz eines streifenden Fingernagels zum Auftreten von Schuppenflechte an dieser Hautstelle
  • Herbst und Winter, weniger Sonneneinstrahlung
  • Stress
  • Rauchen (kann auch zu Vermehrung weißer Blutkörperchen beitragen)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht, fettreiche Ernährung

Häufig ist Schuppenflechte bei Menschen, die gleichzeitig unter einem metabolischen Syndrom leiden mit bauchbetonter Fettleibigkeit, Bluthochdruckerhöhten Blutfetten und Zuckerkrankheit (bei Insulinresistenz). Eine ungesunde Lebensweise stellt einen Risikofaktor für Schuppenflechte dar.

Es gibt einige Hinweise, wie es nach Kontakt mit einem der Auslöser zur Entzündungsreaktion der Haut kommt. 

Die Haut besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhaut (Subkutis)

Die Immunreaktion der Schuppenflechte läuft in der gestörten Epidermis ab. Ihre unterste (Basalzell-) Schicht produziert neue Zellen, die nach oben wachsen, wo sie schließlich verhornen. Das passiert normalerweise innerhalb eines Monats. Bei der Schuppenflechte ist die Zellteilungsrate in der Basalzellschicht so stark erhöht, dass die Zellen in nur fünf Tagen nach oben wandern, wo sie nicht richtig verhornen. Die Folge ist eine Hyperparakeratose, eine übermäßige Verhornung und Verdickung mit Hautschuppung.

Spezielle weiße Blutkörperchen, die T-Helferzellen vom Typ I (TH1-Lymphozyten) aktivieren Entzündungsbotenstoffe, was zu einer Entzündung der Oberhaut führt. Die TH1-Lymphozyten sind dafür verantwortlich, dass die Entzündung chronisch in Gang gehalten wird und sich schlimmstenfalls über die gesamte Hautoberfläche ausbreiten kann.

Bei der Psoriasis arthropathica (Schuppenflechte mit Gelenkrheuma) führt die TH1-Lymphozyten vermittelte Entzündungsreaktion zu einer Entzündung und Anschwellung der Haut der Gelenkkapsel. Dieses dünne Häutchen (Synovia) ist sehr wichtig für die Beweglichkeit und Schmiere des Gelenks. Nach und nach kommt es wie bei anderen Rheuma-Erkrankungen zu einer Zerstörung von Knorpel, Knochen, dem Gelenk und seiner Umgebung.

Besserung durch Sonneneinstrahlung

Bestimmte Faktoren lassen die Entzündung von Haut und eventuell Gelenken jedoch wieder abklingen oder milder verlaufen. Dazu gehören:

  • Sonneneinstrahlung
  • Sommer
  • Hautschonung durch positive Badegewohnheiten und Haupflege
  • Weglassen von Tabakrauchen, Alkohol
  • Gesunde Ernährung

Symptome der Schuppenflechte

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Die Symptome auf der Haut zeigen sich als gerötete Herde, münzförmig oder wie eine Landkarte, die sich auf Armen, Beinen, Rücken und Kopf ausbreitet und eine silberglänzende Schuppung aufweisen. Bei der Psoriasis arthropathica sind bestimmte Gelenke (Finger, Zehen, Wirbelsäule) schmerzhaft geschwollen und überwärmt und können wie beim Rheuma in eine Gelenkzerstörung mit Versteifung münden. Der Verlauf kann kontinuierlich oder schubweise über Jahre sein. Je nach Krankheitstyp können sich die Symptome unterscheiden.

Der Verlauf der Schuppenflechte kann kontinuierlich über Wochen oder Jahre sein, ebenso kann die Hautentzündung wieder abklingen und mehrere Jahre nicht erscheinen. Im Sommer sieht man eine Besserung, im Herbst und Winter eine Verschlechterung.

Durch den langwierigen Verlauf entwickeln die Betroffenen manchmal psychische Symptome. Die Hautveränderungen sind nicht schön und können das Selbstwertgefühl einschränken. Auch macht die leicht gereizte Haut Schwierigkeiten z.B. ins Schwimmbad zu gehen, wo die Hautschädigungen öffentlich sichtbar werden. Dies kann bis zur sozialen Isolation führen oder eine Depression auslösen.

Symptome bei Psoriasis vulgaris

Die Psoriasis vulgaris, die häufigste Form der Schuppenflechte, zeigt sich auf der Hautoberfläche in teils sehr abwechslungsreicher Ausprägung. Sie juckt normalerweise kaum und schmerzt nicht.

Entzündliche Knötchen (Papeln) erscheinen durch die vermehrten Hornhautzellen, die an die Hautoberfläche drängen. Es kommt zu scharfen, unregelmäßig begrenzten geröteten Hautstellen, die abnorm verhornen und eine silberglänzende, weißliche Schuppung aufweisen. Sie können münzgroß, tropfengroß, streifenförmig, ringförmig, bogenförmig oder wie eine Landkarte (Psoriasis geographica) auf der Haut aussehen.

Meist sind die Streckseiten der Arme und Beine, der Rücken oder der behaarte Kopf betroffen, selten die ganze Haut. Die Gesäßfalte kann gerötet und eingerissen sein.

Symptome bei Psoriasis inversa

Stärker juckt die Psoriasis inversa. Bei dieser Form der Schuppenflechte sind die Beugeseiten mit Handflächen, Fußsohlen und Kniekehlen betroffen, selten auch Zunge und Genitalbereich.

Ebenfalls stark juckend ist die durch einen Infekt ausgelöste, akute Psoriasis guttata mit vielen stecknadelkopfgroßen roten Herden.

Oft verändern sich auch die Nägel, was nicht mit einem Nagelpilz (Hautpilz) verwechselt werden darf. Es kommt zu:

  • Tüpfelnägeln (mit kleinen punktförmigen Einziehungen der Nagelplatte)
  • Ölfleck auf dem Nagel
  • kompletter Ablösung des Nagels vom Nagelbett

Symptome bei Psoriasis arthropatica

Kommt es zusätzlich zu rheumatischen Symptomen, spricht man von einer Psoriasis arthropatica. Dies ist bei 5 bis 7 Prozent der Schuppenflechte-Patienten der Fall. Hierbei sind bestimmte Gelenke entzündet, gerötet, überwärmt und geschwollen. Hier werden wiederum zwei Typen unterschieden.

  • Peripherer Typ: es kommt wie bei einer rheumatoiden Arthritis zu Beschwerden v.a. der Finger und Zehengelenke, die mit der Zeit versteifen.
  • Axialer Typ: wie beim Morbus Bechterew, einer Form von Rheuma, kommt es zur Entzündung von Wirbelsäulengelenken und Darmbeingelenk mit Rückenschmerzen und Haltungsschäden.

Symptome bei Psoriasis pustulosa

Die seltene Psoriasis pustulosa zeigt sich häufiger bei Frauen, Schwangeren und insbesondere Raucherinnen. Weiße Blutkörperchen lagern sich in Form von eitrigen, keimfreien Bläschen (Pusteln) in der Oberhaut ab, bei stark geröteter, bei Berührung schmerzhafter Haut.

Ganz selten kann es zum lebensgefährlichen Zumbusch-Typ kommen: Die gesamte Hautoberfläche ist gerötet, starkes Fieber und Krankheitsgefühl begleiten die Hautentzündung.

Diagnose der Schuppenflechte

Diagnostisch müssen Verwechslungen mit anderen Krankheiten wie Ekzem oder Hautpilz ausgeschlossen werden. Ein gehäuftes Auftreten von Schuppenflechte in der Familie gibt Hinweise auf diese Krankheit, im Labor kann man spezifische HLA-Muster auf dem Erbgut finden. Weiterhin gibt es typische, nur bei Psoriasis vorkommende Kratzphänomene der Haut.

Ähnliche Hautbilder entstehen beim:

  • Ekzem
  • Hautpilz, insbesondere Nagelpilz
  • Hautinfektionen, Syphilis
  • Lichen ruber (Knötchenflechte) und Pityriasis rubra (Stachelflechte)

Ähnliche Gelenkbeschwerden entstehen bei:

  • Rheumatoider Arthritis (wenn Fingergelenke und Zehengelenke betroffen sind)
  • Morbus Bechterew (wenn die Wirbelsäule betroffen ist)
  • Reiter-Syndrom

Beginn und Verlauf der Symptomatik geben nähere Hinweise. In der Familienanamnese wird gefragt, ob es Verwandte mit Schuppenflechte gibt. Das kann eine Bestätigung der Verdachtsdiagnose sein.

Drei unterschiedliche Hauttests (sogenannte Kratzphänomene) sieht man nur bei der Schuppenflechte:

  • Kerzentropfenphänomen: Beim Kratzen über die Haut lösen sich die Schuppen und es entsteht ein Bild wie von festen Kerzenwachstropfen auf einem Tuch.
  • Phänomen des letzten Häutchens: Wird weiter gekratzt, sieht man ein feines, durchsichtiges Häutchen.
  • Blutstropfenphänomen: bei nochmaligem Kratzen entstehen tropfenförmige Blutungen.

Bestehen Zweifel, so kann anhand einer Hautprobe unter dem Mikroskop eine Histologie gemacht werden. Darin zeigt sich in der Oberhaut (Epidermis):

  • Entzündete Knötchen (Papeln)
  • Verdickung der Hautschicht (Akanthose)
  • Vermehrt weiße Blutkörperchen

Bei Gelenkbeteiligung sollte ein Röntgenbild zur Beurteilung der Gelenkentzündung und Gelenkzerstörung angefertigt werden. Im Labor findet man keine Rheumafaktoren, wie sie bei der rheumatoiden Arthritis häufig sind, jedoch können spezielle genetische Muster (Muster auf dem Erbgut, sogenannte HLA-Muster) identifiziert werden.

Um den Schweregrad der Schuppenflechte objektiver zu beurteilen, gibt es einen Bewertungs-Index, der im zeitlichen Verlauf schriftlich beurteilt, wie schwer die Symptome auftreten. Ob und welche psychischen Begleitsymptome dabei bestehen können, ist jedoch nicht von dem Ausmaß der Hautveränderung abhängigund sollte vom erfahrenen Arzt ebenfalls erfragt werden.

Therapie der Schuppenflechte

Schuppenflechte ist nicht heilbar, da man den ursächlichen Erbfaktor nicht ausschalten kann. Sie ist jedoch behandelbar, manchmal so weit, dass sie über Jahre hinweg keinerlei Symptome mehr zeigt. Dabei besteht die Behandlung immer aus einem Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen von innen und von außen. Salbentherapie, Medikamente, Lichttherapie und physikalische Therapie mit Krankengymnastik bei zusätzlichen Gelenkbeschwerden können die Symptome lindern oder die Schuppenflechte zum Verschwinden bringen.

Salbentherapie (äußerlich, topisch)

Bei akutem Schub der Psoriasis müssen als erstes die Schuppen abgelöst werden. Dies kann durch Salbenverbände mit Harnstoff oder Salicylsäure geschehen. Ölbäder oder Solebäder helfen zusätzlich.

Dann können Salben mit Wirkstoffe eingesetzt werden, die entzündungshemmend wirken und die Immunreaktion unterdrücken. Dazu gehören Dithranol, das dem nicht mehr empfohlenen Steinkohleteer ähnelt, Calcipotriol (ein Vitamin-D Abkömmling) Retinoide (Vitamin-A Abkömmlinge) und Kortisonsalben, die wegen der Gefahr der Hautverdünnung nicht langfristig eingesetzt werden dürfen.

Medikamente (innerlich, systemisch)

Alle systemischen Wirkstoffe können schwere Nebenwirkungen haben. Deshalb sollte immer abgewogen werden, ob ihre Einnahme zur Unterdrückung der Immunreaktion tatsächlich dem Schweregrad der Schuppenflechte angemessen ist. Zugelassen sind derzeit:

  • Kortison
  • Methotrexat (auch zur Basistherapie der Rheumatoiden Arthritis, und bei Psoriasis arthropatica)
  • Retinoide
  • Ciclosporin
  • Fumarsäureester

Biologika sind neuere, gentechnisch hergestellte Wirkstoffe, die mit körpereigenen Molekülen des Immunsystems verwandt sind. Zur Behandlung der schweren Psoriasis sind zugelassen:

  • Etanercept
  • Infliximab
  • Adalimumab

Lichttherapie

Einen großen Stellenwert hat die Phototherapie bei der Schuppenflechte, da die Haut durch Sonneneinstrahlung, speziell aus dem ultravioletten Spektrum (UV-Licht) positiv beeinflusst wird. UV-B-Strahlen mit spezieller Wellenlänge werden gefiltert und regelmäßige Bestrahlungen der Haut durchgeführt. 

PUVA-Therapie: In Verbindung mit vorangehendem Einreiben der Haut mit einer Psoralen-Salbe wird die Haut mit UV-A-Licht bestrahlt, was eine besonders günstige Wirkung bei Schuppenflechte hat.

Ganz lässt sich jedoch ein Hautkrebsrisiko bei diesen Therapien nicht ausschließen.

Klimatherapie und Psychotherapie

Für die Hautregeneration helfen Aufenthalte am Meer (z.B. totes Meer wegen des hohen Salzgehaltes) in Verbindung mit Sonnenbaden. Bestehen Probleme bei der Krankheitsbewältigung, so kann eine Psychotherapie nötig werden.

Vorbeugen von neuen Schüben

Ist die Haut erscheinungsfrei, so ist es besonders wichtig neuen Schüben vorzubeugen. Diese Maßnahmen helfen auch bei bestehender Schuppenflechte:

  • Hautpflege ist ein tägliches, nie zu vernachlässigendes Thema bei Schuppenflechte. Die Haut sollte mit milden, pH-neutralen Waschlotionen mit rückfettenden Substanzen oder Harnstoff vorsichtig gereinigt werden, und trockengetupft, anstatt gerieben werden. Rückfettung der meist zu trockenen Haut mit Cremes und Ölbädern kann viel helfen.
  • Lockere Kleidung vermeidet mechanische Hautreizung.
  • Übergewicht ist genau wie ungesunde Ernährung ein Risikofaktor für Schuppenflechte. Eine Diät zum Abnehmen und tägliche, gesunde Vollwerternährung, vorwiegend vegetarisch und fettarm, mit Fisch oder anderen Omega-3 Fettsäuren und viel frischem Obst und Gemüse beugt neuen Schüben vor.
  • Tabakrauchen und regelmäßigen Alkoholkonsum gilt es ebenso zu vermeiden.
  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und Yoga helfen Stress positiv zu verarbeiten und schenken neue Selbstsicherheit.

Natürliche Wirkstoffe bei Psoriasis

Die Behandlung der Schuppenflechte erfolgt in erster Linie von außen – Heilpflanzen werden bei leichten bis mittelschweren Formen angewandt, um Schuppen zu lösen und die Hautentzündung abklingen lassen. Nebenwirkungen der chemischen Wirkstoffe, mit denen eine Kombination möglich ist, können so gering gehalten werden. Nässt die Haut, eignen sich feuchte Umschläge und austrocknende Pasten. Ist die Haut stark gerötet und schuppt, helfen Teerbäder und Salben aus pflanzlichen Wirkstoffen in Kombination mit Salicylsäure oder Harnstoff. Je trockener die Haut, umso fetthaltiger dürfen die Salben sein. Zusätzlich helfen Ölbädern mit Olivenöl oder Weizenkeimöl und Rizinusöl für den behaarten Kopf.

Birke

Mahonie

Die Mahonie aus der Familie der Berberitzengewächse ist eine traditionelle Heilpflanze der Indianer Nordamerikas, die noch heute zu Heilzwecken und zur Weinherstellung verwendet wird. Berberitzen findet man weltweit, sie spielen in einigen traditionellen Medizinsystemen eine große Rolle in der Behandlung von Hautkrankheiten, was sich auf das gemeinsam vorkommende Berberin, ein Isochinolin-Alkaloid zurückführen lässt.

Mahonienrinden-Extrakt hemmt aufgrund dieses Wirkstoffs Botenstoffe der Entzündung und die vermehrte Einwanderung weißer Blutkörperchen in die Haut und verringert die erhöhte Wachstumsgeschwindigkeit der Hornhautzellen, wie sie bei der Schuppenflechte vorkommt. Ebenso wurde eine hemmende Wirkung auf Bakterien beschrieben, auch bei Hautkrankheiten wie Akne, einer Talgdrüsenüberproduktion und um Juckreiz zu stillen kann der Mahonienrinden-Extrakt hilfreich sein.

Als Creme oder Salbe bekommt man ihn in der Apotheke und kann ihn mehrere Wochen täglich leicht in die betroffenen Hautstellen einmassieren oder einen Salbenverband anlegen.

Birke

Birke

Die Birke ist eine weitere Pflanze, die eine heilende Wirkung auf die menschliche Haut hat. Birkenrinden-Extrakt enthält eine hohe Konzentration an Betulin und hat eine entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung. Aus dem Trockenextrakt kann man in der Apotheke ein Gel herstellen lassen oder eine Creme über mehrere Wochen auf die Haut auftragen.

Pflanzenteere

Birkenholzteer, aber auch die Pflanzenteere von Buche, Wacholder und einiger Nadelhölzer haben eine juckreizstillende, schuppenlösende und entzündungshemmende Wirkung auf die Haut.

Pflanzenteere werden nach individuellen Rezepturen verordnet, die in der Apotheke hergestellt werden, z.B. als Zink-Schüttelmixtur oder Haarwaschmittel, um Schuppen besser von der Kopfhaut abzulösen.

Erdrauch

Erdrauch

In der Volksmedizin wurde Erdrauchkraut bei Krätze angewandt. Aus dem Erdrauch, einem Mohngewächs, wurden die Fumarsäureester isoliert, die bei schwerer Psoriasis innerlich eingenommen immunsupprimierend wirken. Ob eine Anwendung des Pflanzenextrakts in Form von feuchten Umschlägen, wie in der Volksmedizin praktiziert wurde, eine ausreichende Wirkung bei leichter Schuppenflechte erzielen kann, ist nicht belegt.

Aloe vera

Aloe vera

Das Gel aus den Blättern der Aloe-Pflanze hat in Europa immer mehr an Beliebtheit gewonnen und wird äußerlich und innerlich bei vielfältigen Beschwerden und als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Aloe-Gel kann hilfreich sein bei Entzündungen und entfaltet eine kühlende Wirkung auf die Haut.

Niem

Niem

Aus der Ayurveda-Medizin gibt es einige pflanzliche Wirkstoffe, die bei Schuppenflechte eingesetzt werden. Einer davon ist die Rinde des Niem-Baums, bei der man neben einer entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaft auch eine Wirkung gegen Pilze, Bakterien, Insekten und dem Erreger der Malaria beobachtet. Sie wird bei vielen Hautkrankheiten traditionell in Form von äußerlichen Güssen oder innerlich als Abkochung angewandt.

Indischer Weihrauch

Indischer Weihrauch

Aus dem indischen Weihrauchbaum (Boswellia serrata) wird ein Harz, das Salaiguggulu, gewonnen. Indisches Weihrauchharz enthält Boswelliasäure, welche die Phospholipase A-Aktivität hemmt. Botenstoffe des Immunsystems wie Prostaglandine und Leukotriene können durch diesen Wirkstoff ausgebremst werden, die für die Aufrechterhaltung der Entzündungsreaktion verantwortlich sind. Inwieweit Salaiguggulu, das bei Gelenkrheuma innerlich eingenommen wird, auch bei der Schuppenflechte wirksam ist, ist noch nicht belegt. In der Ayurveda-Medizin Indiens wird es bei vielen chronischen Entzündungszuständen, auch bei der Psoriasis-Arthritis angewandt.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn die Haut gerötet und entzündet reagiert, juckt, die Kopfhaut schuppt und nicht zur beruhigen ist.
  • Um eine Hautinfektion oder Hautkrebs auszuschließen, auslösende Faktoren herauszufinden und eine sinnvolle Therapie zu beginnen.
  • Wenn die Haut am ganzen Körper (eventuell bei vorangegangenem Infekt) gerötet ist, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl besteht.
  • Wenn Schwellung und Schmerzen in den Gelenken oder Rückenschmerzen auftreten.
Quellen:
  • Dermatologie und Venerologie für das Studium (P. Fritsch, Springer Verlag)
  • Dermatologie (Ernst G. Jung; Duale Reihe, Hippokrates Verlag)
  • Chronische Erkrankungen integrativ (G. Dobos, U. Deuse, A. Michalsen; Urban & Fischer Verlag)
  • Phytotherapie bei Hauterkrankungen (M. Augustin, Y. Hoch; Urban & Fischer Verlag)
  • Leitfaden Phytotherapie (H. Schilcher, S. Kammerer, T. Wegnener; Urban & Fischer Verlag)
  • Pharmakognosie, Phytopharmazie (Hänsel, Sticher; Springer Verlag)
  • Heilpflanzenpraxis heute (S. Bäumler; Urban & Fischer Verlag)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 08.06.2017
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Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.