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PMS (Prämenstruelles Syndrom)

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PMS (Prämenstruelles Syndrom)

PMS - was steckt dahinter?

Unter einem Prämenstruellen Syndrom (PMS) versteht man schmerzhafte Beschwerden bei Frauen, die regelmäßig vor der Menstruation auftreten und nach der monatlichen Regelblutung wieder verschwinden. Obwohl die Krankheit schon recht lange bekannt ist, sind die Ursachen des PMS noch nicht ausreichend erforscht. Man schätzt, dass zwischen 30 und 50 Prozent aller Frauen in Deutschland an einem prämenstruellen Syndrom leiden.

PMS im Überblick:
  • Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft fast 50 % der Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Die Symptome äußern sich auf körperlicher und psychischer Ebene und treten nur in der zweiten Zyklushälfte vor der Menstruation auf.
  • Bei der schwersten Form des PMS, der Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS), sind die Symptome besonders stark ausgeprägt.
  • Der Arzt erkennt die Krankheit durch eine gezielte Befragung und eine ausführliche körperliche Untersuchung.
  • Die Therapie zielt auf die Linderung der Beschwerden ab, da die Ursache der Krankheit noch nicht bekannt ist.

Ursachen des prämenstruellen Syndroms

Wie das prämenstruelle Syndrom entsteht, ist noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass hormonelle Störungen sowie Störungen besimmter Kommunikationswege im Gehirn als Auslöser der Erkrankung infrage kommen. Auch die Krankheit Endometriose, bei der sich die Schleimhaut der Gebärmutter außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt und damit zyklusabhängig reagiert, könnte eine Rolle spielen. In jedem Fall leiden nur Frauen im gebärfähigen Alter und mit einem regelmäßigen Zyklus an PMS. Bisherige Studien gehen von mehreren Faktoren als Krankheitsursache aus. 

Funktionsstörung im Hormonhaushalt

Veränderungen der ovariellen Hormone im Laufe des Menstruationszyklus scheinen einen Einfluss auf die Symptomatik des PMS zu haben, da die Beschwerden meistens in der zweiten Phase des Zyklus zunehmen, der sogenannten Lutealphase. Während dieser Phase wird das Hormon Progesteron vom Gelbkörper ausgeschüttet, der sich im Eierstock befindet.

Zudem scheinen die Beschwerden zu verschwinden, wenn die Pille eingenommen wird oder die Eierstöcke entfernt wurden, was auch für die Theorie der Fehlfunktion der ovariellen Hormone spricht. Weiterhin wurde in Studien beobachtet, dass Frauen, die nach der Menopause vorbeugend Hormonpräparate einnehmen, ebenfalls wieder am PMS erkranken können, wobei neben Progesteron auch Östrogen eine Rolle spielen soll. Ferner fand man bei vielen betroffenen Frauen einen erhöhten Wert des Hormons Prolaktin, das unter anderem für die Milchproduktion zuständig ist.

Verringerter Serotoninspiegel

PMS-Betroffene weisen während der letzten Tage ihres Zyklus oft einen niedrigen Serotoninspiegel im Blut und den Blutplättchen auf. Serotonin ist ein Neurotransmitter und ein Hormon, das sich auf viele Organe des Körpers auswirkt. Ein Serotoninmangel kann z.B. für eine depressive Stimmung verantwortlich sein und kommt auch als mögliche Ursache für PMS-Symptome infrage. Studien konnten zeigen, dass sich unter Einnahme von Medikamenten zur Anhebung des Serotoninspiegels die Krankheitszeichen verbessern können.

Zu wenig GABA im Gehirn

Es ist bekannt, dass ein Mangel des Neurotransmitters GABA (γ-Aminobuttersäure) zu Stimmungsschwankungen führen kann. GABA ist einer der wichtigsten hemmenden Botenstoffe des Gehirns und besitzt eine bedeutende schlaffördernde und beruhigende Wirkung. Überraschenderweise fand man verminderte GABA-Konzentrationen auch bei Frauen, die an der Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS), litten. Hierbei handelt es sich um die stärkste Form von PMS.

Mangel an Allopregnanolon

Allopregnanolon ist ein Abbauprodukt des Hormons Progesteron und hat Einfluss auf das Wohlbefinden und die Stimmungslage. Dabei wirkt es in hohen Dosen beruhigend, löst aber bei einigen Frauen  in geringen Konzentrationen mittelmäßige bis starke emotionale Reaktionen aus. Nun konnte ebenfalls bei Frauen mit PMS ein verringerter Allopregnanolon-Spiegel im Blut gemessen werden.

Psychische Faktoren

Neben den rein organischen und hormonellen Ursachen kommen psychische Faktoren für die PMS-Entstehung infrage. Die monatlich wiederkehrende Regel stellt einen wesentlichen Teil der weiblichen Identität dar. Mit der ersten Regelblutung entwickelt ein Mädchen erstmals das Gefühl, Frau zu sein. Dagegen treten in der Menopause Gedanken auf, Abschied von der fruchtbaren Zeit des Lebens zu nehmen.

Man nimmt an, dass Konflikte mit der Rolle als Frau oder Mutter in unserer Gesellschaft und damit einhergehender Stress die Entstehung eines PMS begünstigen können. So kann sich eine unbewusste Ablehnung der sozialen Rolle von der psychischen Ebene auf die körperliche Ebene projizieren (somatoforme Störung) und PMS auslösen. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch und daraus entstehender gesellschaftlicher Druck kann ein Grund für die Entstehung dieser Erkrankung sein. Weiterhin werden die psychischen Symptome des PMS nicht selten mit Auseinandersetzungen in der Familie und am Arbeitsplatz in Verbindung gebracht.

Symptome des prämenstruellen Syndroms

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Die Symptome entstehen typischerweise einige Tage bis zwei Wochen vor der Menstruation und äußern sich unter anderem in psychischen Symptomen MüdigkeitDepression, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten und auch als körperliche Krankheitszeichen wie Schmerzen in der Brust (Mastodynie), im Kopf oder im Rücken, Gewichtszunahme, Verstopfungen, Hitzewallungen, Kreislauflabilität Unterbauch- und Gelenkschmerzen.

Wichtig dabei ist, dass diese Symptome nur in der zweiten Phase des Zyklus nach dem Eisprung auftreten und zum Zyklusende wieder verschwinden. Das ist relevant, um das PMS von einer Depression oder anderen seelisch bedingten Erkrankungen abzugrenzen. Zudem treten nicht alle Symptome gleichzeitig bei einer betroffenen Frau auf. Stattdessen scheinen viele Patientinnen ein bestimmtes Hauptsymptom zu haben, welches sie besonders beeinträchtigt.

Wichtige Symptome auf einen Blick:

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Drei bis acht Prozent aller von PMS betroffenen Frauen leiden an der schwersten Form dieser Erkrankung, der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Sie sind in ihrem sozialen Leben erheblich eingeschränkt und neigen zu schweren Depressionen und körperlichen Beschwerden, die unter anderem mit regelmäßigen Krankschreibungen, Suizidgedanken und Krankenhauseinweisungen einhergehen können.

Diagnostik bei PMS

Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine gezielte Befragung der Patientin (Anamnese) und eine genaue körperliche Untersuchung, um etwaige andere Krankheiten auszuschließen. Das Führen eines Menstruationskalenders kann den Arzt zusätzlich in der Diagnosefindung unterstützen.

Ein entscheidender Faktor für die ärztliche Diagnose eines prämenstruellen Syndroms sind die typischen psychischen und körperlichen Beschwerden, die immer in der zweiten Zyklushälfte einige Tage bis zu zwei Wochen vor der Menstruation auftreten.

Treten die Beschwerden auch nach der Menstruation und bis zum Eisprung in gleicher Weise auf, kann man das PMS recht sicher ausschließen. Wichtig ist, dass der Arzt gezielt nach den Symptomen fragt, da das Syndrom für viele Frauen ein chronischer Zustand ist, an den sie sich bereits gewöhnt haben und die Beschwerden nicht mit immer mit der Menstruation in Verbindung bringen.

Zudem sorgen die Symptome häufig für Einschränkungen im Berufsleben, der sozialen Aktivitäten und Beziehungen. Weiterhin sollte das Beschwerdebild keine akute Verschlechterung anderer chronischer Krankheiten darstellen. Daher sollte der Arzt ausführlich nach bereits bestehenden psychischen und organischen Vorerkrankungen und nach der aktuellen Lebenssituation fragen.

Eine gute Möglichkeit zur Diagnosestellung ist das Führen eines Menstruationskalenders, in dem die Frau den Zeitpunkt, die Art und die Stärke der Beschwerden regelmäßig einträgt. Die Symptome sollten dann über zwei aufeinanderfolgende Zyklen stets nach dem Eisprung auftreten.

Auch die körperliche Untersuchung ist wichtig, um mögliche organische Ursachen für die Beschwerden auszuschließen wie z.B. die Menopause, das polyzystische Ovarialsyndrom oder eine Schilddrüsenfehlfunktion. Dies erfolgt in erster Linie durch eine gynäkologische Untersuchung, Ultraschall und eine Hormonbestimmung.

Behandlung bei PMS

Die Behandlung des prämenstruellen Syndroms kann aufgrund der unbekannten Krankheitsursache nur rein symptomatisch erfolgen, man therapiert also die Beschwerden. Als hilfreich haben sich Medikamente wie die Anti-Baby-Pille oder Antidepressiva erwiesen. Auch die Schmerzen und Wassereinlagerungen lassen sich durch Arzneimittel gut in den Griff kriegen. Dabei sollte sich die Therapie auf das Hauptsymptom konzentrieren.

Es existieren zwei grundsätzliche Behandlungswege: die Unterdrückung des Eisprungs und die Therapie der psychischen Symptome. Schmerzen und Wassereinlagerungen können ebenfalls mit bestimmten Medikamenten behandelt werden. Weiterhin kann man versuchen, die Beschwerden konservativ und durch den Einsatz von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln zu lindern. Als letzte Möglichkeit besteht eine chirurgische Behandlung, die jedoch nur unter strengen Auflagen erfolgt.

Was Sie tun können:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität 
    Bewegung fördert die Durchblutung und beeinflusst das für viele der Symptome verantwortliche unwillkürliche Nervensystem positiv.
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung 
    Insbesondere ungesättigten Fettsäuren (z.B. enthalten in Olivenöl und Margarine) wird eine lindernde Wirkung zugeschrieben.
  • Ruhe und Entspannung 
    Schutz vor Stress und Anspannung an den "Tagen vor den Tagen" bewirkt große Linderung und kann durch das Erlernen von Entspannungstechniken (z.B. autogenes Training) noch verbessert werden.

Ovulationshemmer bei PMS

Orale Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille schützen vor einer Befruchtung durch die Unterdrückung des Eisprungs. Sie eignen sich in erster Linie für betroffene Frauen, die keinen Kinderwunsch haben. Die Pille sorgt für einen konstanteren Hormonspiegel, wodurch die Symptome in einigen Fällen gemindert werden können.

In schweren Fällen können sogenannte GnRH-Analoga eingesetzt werden, die die Funktion des Eierstocks vollständig ausschalten. Diese Therapie sollte jedoch vom Arzt sorgfältig überwacht werden und nicht länger als sechs bis neun Monate andauern, da sonst insbesondere Nebenwirkungen im Knochenstoffwechsel zu erwarten sind.

Therapie psychischer Symptome

Bei Frauen, die vorwiegend unter Beschwerden wie Depressionen, Angstzuständen oder Verhaltensstörungen leiden, können Opiatantagonisten wie Naltrexon oder stimmungsaufhellende Präparate wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI, z.B. Fluoxetin) oder Monoaminooxidase-Hemmer (z.B. Moclobemid) eingesetzt werden. Auch Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine eignen sich zur Behandlung der psychischen Beschwerden.

Behandlung der Schmerzen und Ödeme

Wassereinlagerungen (Ödeme), die auch für die Brustschmerzen verantwortlich sein können, sollten in schweren Fällen und nur kurzfristig mit niedrig dosierten harntreibenden Mitteln (z.B. Spironolacton) behandelt werden. Zur Schmerztherapie eignet sich Ibuprofen, das zu Beginn der Beschwerden eingenommen werden sollte.

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Konservative Therapie bei PMS

Frauen mit sehr milden Symptomen können eine konservative Therapie ohne Medikamente in Betracht ziehen.

Zu den Maßnahmen zählen Sport, Entspannung, Akupunktur, gesunde Ernährung und gezielte soziale Unterstützung z.B. durch die Familie oder den Freundeskreis.

Nahrungsergänzungsmittel bei PMS

Auch Nahrungsergänzungsmittel können durchaus hilfreich sein. Vitamin B6 ist wichtig für die Herstellung von Serotonin und Dopamin, zwei bedeutenden Botenstoffen im Gehirn. In einer Studie konnte eine positive Wirkung auf einige Beschwerden von PMS durch die Einnahme von Vitamin B6 in Kombination mit Magnesium festgestellt werden. Jedoch können zu hohe Dosen von Vitamin B6 negative Auswirkungen auf das Nervensystem haben. Auch Kalzium kann die Beschwerden vermindern. Denn ein gestörter Kalziumhaushalt könnte eine Rolle in der Entwicklung des PMS spielen, wie verschiedene Studien zeigen konnten, in welchen die Supplementation von Kalzium einen positiven Effekt auf die Symptome der Krankheit bewirkte. Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch in jedem Fall mit dem Frauenarzt abgesprochen werden.

Chirurgische Therapie bei PMS

Die Entfernung der beiden Eierstöcke mit und ohne Gebärmutter heilt die Erkrankung. Trotzdem ist die Operation nur dann sinnvoll, wenn neben dem PMS auch noch andere gynäkologische Erkrankungen existieren und kein Kinderwunsch mehr besteht.

Pflanzliche Wirkstoffe bei PMS

Im Grunde ist gegen alle typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms ein Kraut gewachsen. Bei Brustschmerzen, Rücken- und Kopfschmerzen sowie bei Gewichtszunahme oder Depressionen helfen Heilpflanzen wie Mönchspfeffer, Traubensilberkerze oder Johanniskraut.

Extrakte der Heilpflanze Mönchspfeffer werden sehr effektiv gegen das Beschwerdebild des PMS eingesetzt, da Mönchspfefferfrüchte gleich zwei positive Effekte aufweisen. Einerseits hemmen sie über die Stimulation des Botenstoffs Dopamin die Freisetzung von Prolaktin aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Das Hormon Prolaktin hat unter anderem einen Einfluss auf das Wachstum der Brustdrüsen, die Milchsekretion in der Stillzeit und den Menstruationszyklus.

Bei Frauen mit einem PMS ist der Prolaktinspiegel oft stark erhöht. Daher können Mönchspfefferfrüchte zur Behandlung von prämenstruellen Beschwerden und insbesondere Brustschmerzen eingesetzt werden. Durch die Angleichung des Hormonspiegels kann es wieder zu einem ausgeglichenen und regelmäßigen Zyklus kommen.

Ein zweiter Effekt der Mönchspfefferfrüchte ist die schmerzlindernde Wirkung, die auf eine Aktivierung sogenannter Opioidrezeptoren im Gehirn zurückzuführen ist. Beim PMS wird ein übermäßig starker Zerfall von schmerzlindernden Endorphinen im zentralen Nervensystem für ein Teil der Beschwerden verantwortlich gemacht, der durch die Aktivierung der Opioidrezeptoren wieder ausgeglichen wird. Die heilsame Wirkung der Mönchspfefferfrüchte bei PMS wurde in zahlreichen klinischen Studien belegt.

Weiterhin zeichnet sich die Heilpflanze durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Der Wirkeintritt erfolgt im Allgemeinen erst nach einigen Wochen. Die Zubereitung erfolgt als Flüssig- oder Trockenextrakt, der in Form von Kapseln und Tabletten in der Apotheke erhältlich ist.

 

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas nutzten die Extrakte der Traubensilberkerze zur Geburtserleichterung und zur Behandlung von Schmerzen und Krämpfen. Auch heute verwendet man die Heilpflanze sehr erfolgreich zur Therapie von Beschwerden in den Wechseljahren. Denn der Extrakt der Traubensilberkerze wirkt ähnlich wie das Hormon Östrogen und bekämpft zusätzlich Schlafstörungen, Hitzewallungen und Knochenschwund, vermittelt durch die Inhaltsstoffe Actein, Cimicifugosid und bestimmte Isoflavone. Daher kann es auch zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms oder anderer prämenstrueller Beschwerden eingesetzt werden.

Die Wirkung tritt bei regelmäßiger Einnahme erst nach mehreren Wochen ein. Extrakte der Traubensilberkerze sollten nicht länger als sechs Monate und in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. In der Apotheke ist das Extrakt als Fertigpräparat in Form von Tropfen oder Tabletten erhältlich. Weiterhin kann es als Tee (1 Teelöffel der getrockneten Pflanze für eine Tasse) oder Tinktur (3-mal täglich 10 Tropfen auf einem Stück Zucker im Mund zergehen lassen) zubereitet werden.

 

Johanniskraut wird erfolgreich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, da es ähnlich wie Antidepressiva wirkt. Der Wirkmechanismus ist dabei noch nicht vollständig verstanden, aber man nimmt an, dass eine Vielfalt von Mechanismen für die antidepressive Wirkung verantwortlich ist. Die Anwendung erfolgt generell bei leichten bis mittelschweren Depressionen und im Zusammenhang mit prämenstruellen Beschwerden bei einer anhaltenden psychischen Verstimmung.

Die Zubereitung kann als Tee (1 bis 2 Teelöffel geschnittenes  Johanniskraut mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen), Flüssigextrakt (3-mal täglich 5 Tropfen) oder in Tablettenform erfolgen. Die Fertigpräparate sind in der Apotheke verfügbar.

 

Extrakte der Weidenrinde enthalten Phenolglykoside, die im Körper in den Wirkstoff Salizylsäure umgewandelt werden. Salizylsäure ist allgemein bekannt als Aspirin und besitzt sehr eine sehr effektive schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Bei PMS kann Weidenrinde daher zur Behandlung von stärkeren Periodenschmerzen eingesetzt werden. Die Einnahme kann als Tee, Extrakt oder in Form von Tabletten erfolgen, die in der Apotheke angeboten werden.

 

Bei starken Spannungs- und Unruhezuständen vor der Menstruation können Extrakte von Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Melissenblättern Abhilfe verschaffen, da sie beruhigend und schlaffördernd wirken. Im Gegensatz zu synthetischen Schlafmitteln können diese Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie den Schlafrhythmus nicht beeinflussen und nicht abhängig machen. Am effektivsten sind Zubereitungen mit einer Kombination aus allen drei Heilpflanzen. Im Handel sind entsprechende Fertigpräparate erhältlich.

 

Eine weitere Maßnahme zur Entspannung ist die äußerliche Anwendung von Melissen- oder Lavendelöl. Dem abendlichen Vollbad können 20 bis 30 ml zugesetzt werden, um 10 bis 20 Minuten darin zu baden. Weiterhin kann der Unterbauch mit dem Öl eingerieben werden. Eine Wärmflasche sorgt danach für einen wohltuenden Effekt.

 
Wann zum Arzt?


Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Wenn die Symptome besonders ausgeprägt sind.
  • Wenn die Beschwerden zu einer starken Einschränkung im Berufsleben, in den sozialen Aktivitäten oder in zwischenmenschlichen Beziehungen führen.
  • Wenn die Schmerzen auch nach der Menstruation auftreten (hier muss eine andere Ursache für die Symptome angenommen werden).
Buchtipps:
  • Christina Lamertz. "PMS. Probleme vor der Regel. Das Prämenstruelle Syndrom erkennen, behandeln, überwinden". Mosaik Verlag (1998)
  • Christiane Northrup. "Frauenkörper, Frauenweisheit: Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können". Zabert Sandmann Verlag (2010)
  • Eva Marbach. "Östrogen-Dominanz: Die wahre Ursache für PMS und Wechseljahrsbeschwerden". Eva Verlag (2009)

 

Quellen:
  • Keck et al. "Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie". Thieme Verlag (2002)
  • Kirschbaum et al. "Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe". Thieme Verlag (2005)
  • Weiss et al. "Gynäkologie und Geburtshilfe". Springer Verlag (2005)
  • Hoffbauer "Gerne Frau!, Mein Körper – meine Gesundheit". Springer Verlag (2005)
  • Stauber et al. "Duale Reihe - Gynäkologie und Geburtshilfe". Thieme Verlag (2007)
  • ndusekhar et al. "Psychological aspects of premenstrual syndrome". Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol. (2007)
  • Freeman EW. et al. "Effects of antidepressants on quality of life in women with premenstrual dysphoric disorder". Pharmacoeconomics (2005)
  • Backstrom et al. "Hormones and premenstrual syndrome" Gynaecology Forum (2006)
  • Wyatt K et al. "Efficacy of progesterone and progestogens in management of premenstrual syndrome: systematic review." BMJ (2001)
  • Dimmock P et al. "Efficacy of selective serotonin re-uptake inhibitors in premenstrual syndrome: a systematic review". Lancet (2000)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 21.03.2017
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