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Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) Therapie

Mundschleimhautentzündung (Stomatitis) Therapie

Beschwerden lindern, wenn möglich Ursache behandeln

Eine Mundschleimhautentzündung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Je nach Beschwerden kann man die wunden Stellen schonen, mit Hausmitteln lindern und abwarten, bis die Beschwerden abklingen - oder bei wiederkehrenden Aphten, schweren Verläufen und mit kleinen Kindern den Arzt aufsuchen, der die Ursache abklären wird und verschreibungspflichtige Medikamente verordnen kann.

Örtliche (lokale) Behandlung

Mundspülungen, Gele, Lutschtabletten und Cremes können auf die Schleimhaut aufgetragen werden. Gerade jetzt sollte man die Mundhygiene nicht vernachlässigen! Der Zungenschaber befreit die Zunge zusätzlich von Krankheitserregern.

Desinfizierende Mundspülungen mit Chlorhexidin sollten nicht länger als 10 Tage angewandt werden, danach kann es zur Zahnverfärbung und Geschmacksirritation kommen. Schleimhautbetäubende Mittel mit einem Lokalanästhetikum (Lidocain) helfen vorübergehend, den Schmerz zu unterdrücken – nach einer Verbrühung kann man wieder besser essen.

Sucralfat bildet einen Schutzfilm auf der Schleimhautoberfläche. Für Aphten gibt es Patches, kleine „Pflaster“ die darüber haften bleiben.

Örtlich auftragen kann man auch Schmerzmittel, z.B. Salicylate. Sind die Schmerzen sehr stark helfen innerlich eingenommene Schmermittel mit Paracetamol oder Ibuprofen.

Behandlung einer allergischen Reaktion

Liegt eine Allergie als Ursache vor, so kommen Antihistaminika zum Einsatz.

Behandlung der Gingivostomatitis herpetica

Behandelt werden die Kinder mit Hausmitteln, Mundspülungen und Fiebersenkern (Paracetamol). Wichtig ist, dem Kind genug Flüssigkeit zu geben und Nahrung in Form von Breien oder Suppen. Bei Austrocknungsgefahr und hohem Fieber muss es ins Krankenhaus eingewiesen werden. Nur bei sehr schweren Verläufen der Herpes-Infektion benötigt es ein virushemmendes Medikament.

Behandlung des Mundsoors

Man trägt örtliche Antimykotika auf, die das Pilzwachstum hemmen. Da Pilze sehr hartnäckige „Mitbewohner“ sind, kann es einige Wochen oder Monate dauern, bis der Mundsoor abgeklungen ist. Bei schweren Verläufen, während einer Chemotherapie oder bei Immunschwäche ist es nötig, das Antimykotikum innerlich einzunehmen, auch vorbeugend.

Behandlung seltener Bakterien-Infektionen

Hier muss ein Antibiotikum eingenommen werden. Bei schweren Entzündungen kommt auch eine Behandlung mit Kortison in Frage, die jedoch eine Pilzinfektion verschlechtern kann.

Vitamine/Mineralstoffe

Wiederkehrende Aphten unbekannter Ursache sprechen manchmal auf Vitamin- und Mineralstoffpräparate mit B-Vitaminen, Folsäure und Zink an.

Ernährung

Die Aphten können mit Honig bestrichen werden. Lindernd ist auch Karotten-Sellerie Saft. Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung sollte berücksichtigt werden.

Vorbeugen: wichtig für Gesunde und Abwehrgeschwächte!

  • Eine gute Mundhygiene ist das „A und O“ um Mundschleimhautentzündungen vorzubeugen. Dazu gehört zweimal tägliches Zähneputzen mit der richtigen Zahnputztechnik und weichen Borsten, die Reinigung der Zahnzwischenräume und die Zungenreinigung um zusätzlich Keime aus der Mundhöhle zu beseitigen. Zahnprothesen müssen zweimal täglich gereinigt werden. Wichtig: die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) gleich behandeln, damit daraus keine Stomatitis oder Parodontitis wird!
  • Deshalb sollte man ein- bis zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen. Bei Prothesendruckstellen möglichst bald den Zahnarzt aufsuchen.
  • Auf hochprozentigen Alkohol und Nikotin sollte man verzichten.
  • Getränke und Speisen sollten nicht zu heiß verzehrt werden. Eine Temperatur über 60° Celsius verletzt die Schleimhäute! Langsames und bedachtes Essen wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Zu scharf gewürztes (Chillies), zu saure und kantige Nahrung kann die empfindlichen Schleimhäute schädigen.
  • Auf genug Eisen, Vitamine A, B1, B6, B12 und C, Folsäure und Zink in der Nahrung achten, vor allem während der Schwangerschaft. Eisen ist außer in Fleisch reichlich in Linsen und Soja enthalten, Folsäure in grünem (Blatt)Gemüse, Vitamin B12 in Fisch, Leber, Eiern, Milch und Algen.
  • Nahrungsmittelallergien sollte man abklären und Auslöser (z.B. Nüsse) meiden.
  • Ausreichend trinken (mindestens 2 Liter pro Tag) schützt die Schleimhäute – besonders in der Pflege älterer Menschen sollte man darauf achten.
  • Diabetiker (Zuckerkranke) sollten ihren Blutzuckerwert gut einstellen lassen.
Buchtipps:
  • „Wirksame Hilfe bei Hautinfektionen: Pilze, Warzen, Herpes, Aphten - so werden Sie lästige Beschwerden los“ von Birgit Frohn (Verlag: Knaur Ratgeber; Oktober 2005)
Geschrieben von Redaktion 27.09.2013
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 27.09.2013
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