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Kopfschmerzen Pflanzliche Wirkstoffe

Kopfschmerzen Pflanzliche Wirkstoffe

Renaissance der Heilpflanzen

Auch in Zeiten ohne synthetisch hergestellte Schmerzmittel hatten die Menschen Kopfschmerzen. Und traditionelle Arzneien, die schon von jeher Abhilfe schafften, tun dies auch heute noch. Mit neuen wissenschaftlichen Methoden konnte die Wirkung schon lange bekannter pflanzliche Wirkstoffe nachgewiesen werden. Sie spielen vor allem eine Rolle in der Vorbeugung von Migräne und Spannungskopfschmerz.

Weide

Weide

Die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Weide ist schon lange Zeit bekannt. Doch erst 1828 konnte man den Inhaltsstoff identifizieren, der diese Effekte vermittelt: Salicin. Ausgehend von dieser Entdeckung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Chemikern Acetylsalicylsäure synthetisiert, das bis heute wohl bekannteste Schmerzmittel.

Und ähnlich wie die Einnahme von Acetylsalicylsäure bei Kopfschmerzattacken Abhilfe schafft, können auch Zubereitungen der Weide die Schmerzen lindern. Wegen des langsameren Wirkungseintritts wird sie vor allem bei chronischen Kopfschmerzformen angewandt. Genutzt wird in verschiedenen Darreichungsformen die getrocknete Rinde junger Weidenzweige. Diese kann beispielsweise als Tee zubereitet werden. Dazu wird ein Teelöffel geschnittener Rinde mit 250 Milliliter kaltem Wasser übergossen. Dann erst erhitzt man das Wasser bis zum Kochen auf einer Herdplatte, nimmt es anschließend sofort von dort herunter und lässt den Tee fünf Minuten ziehen. Der Tee kann bei Bedarf mehrfach täglich getrunken werden.

Auch der Extrakt der Weidenrinde kann zur Schmerzlinderung herangezogen werden. Entsprechende Fertigarzneimittel, die in der Apotheke erhältlich sind, enthalten Weidenrinden-Gesamtextrakte. Diese beinhalten neben Salicin auch andere Stoffe, deren Zusammenspiel eine in vielen Studien nachgewiesene schmerzstillende Wirkung hat.

Doch wie Acetylsalicylsäure hat auch das „natürliche Aspirin“ Nebenwirkungen, die allerdings nicht in der Weise ausgeprägt sind wie bei seinem synthetischen Pendant. So kann Weidenrinde zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen führen. Die für Acetylsalicylsäure typische unerwünschte Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt (Magengeschwür) und auf das Blut (Gerinnungshemmung und damit verbundene Blutungsneigung) treten bei der Anwendung der Weidenrinde hingegen selten auf. Schwangere sollten Zubereitungen mit Weidenrinde meiden, da Inhaltsstoffe auf das ungeborene Kind übergehen und bei diesem Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen können.

Pestwurz

Pestwurz

Die gewöhnliche Pestwurz kam zu ihrem Namen, weil ihr im Mittelalter eine Wirkung gegen die Pest nachgesagt wurde. Auch heute noch werden Extrakte aus dem Wurzelstock der Pestwurz bei verschiedenen Leiden eingesetzt, so zum Beispiel bei der Migräne. Das verdankt diese Pflanze ihrer entzündungshemmenden, krampflösenden und schmerzstillenden Wirkung. Es existieren einige wissenschaftliche Studien, die die Rolle der Pestwurz in der Migräneprophylaxe belegen.

Allerdings ist vor der unverarbeiteten Zubereitung beispielsweise in Tees zu warnen, da die Pflanze im Rohzustand leberschädigend wirken kann. Deshalb sind Pestwurz enthaltende Arzneimittel (zumeist Kapseln) auch apothekenpflichtig. Zur Akuttherapie von Kopfschmerzen können sie allerdings nicht wirksam eingesetzt werden, da nur für die langfristige Einnahme ein Effekt nachgewiesen ist.

Lavendel

Lavendel

Die im Lavendel enthaltenen ätherischen Öle wirken entspannungsfördernd und krampflösend in verschieden Bereichen des Körpers. In Duftlampen, Duftkissen und Tees entfaltet der Pflanzenextrakt seine Wirkung und kann bei Kopfschmerzattacken Linderung verschaffen.

Pfefferminz

Pfefferminz

Pfefferminzöl wird von vielen Kopfschmerzpatienten angewandt, da es im Gegensatz zu synthetischen schmerzstillenden Schmerzmitteln keine Nebenwirkungen aufweist und trotzdem bei akuten Kopfschmerzen eine ähnlich gute Wirkung wie diese Medikamente haben kann.

Das ätherische Öl der Pfefferminze ist für seine schmerzlindernde und kühlende Wirkung bekannt. Es ist in der Apotheke in Form eines Rollstifts erhältlich, der eine einfache Anwendung auf die Haut ermöglicht. Vor allem bei Spannungskopfschmerz, aber auch bei einer Migräneattacke, wird Pfefferminzöl äußerlich auf Stirn und Schläfen aufgetragen. Im Schmerzfall frühzeitig angewandt kann es auf diese Weise sogar ein Schmerzmittel in der Anfallsbehandlung entbehrlich machen und so einem durch Schmerzmittel verursachten Kopfschmerz vorbeugen.

Quellen:
  • Therapieempfehlungen der Deutschen Kopfschmerz- und Migränegesellschaft e. V. (DMKG)
  • Kothe H W. 1000 Kräuter. 1. Auflage: Naumann und Göbel; 2006
  • Mumenthaler M Mattle H. Neurologie. 12. Auflage: Thieme; 2008
  • Göbel H. Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. 5. Auflage: Springer; 2010
  • Homepage der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. Link
 
Geschrieben von Redaktion 24.09.2013
Geschrieben von Redaktion 24.09.2013
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