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Insektenstiche

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Insektenstiche

Erste Hilfe bei Insektenstichen und Insektengiftallergie

Der Sommer, das ist nicht nur Sonne, Urlaub, Eiscreme und Biergarten. Lästige Stechmücken und vor allem Wespen können den Menschen in Deutschland in der warmen Jahreszeit gefährlich werden. Denn Bienen- und Wespengift verursacht nicht nur eine Stichreaktion auf der Haut. Bei manchen Menschen können sie Auslöser lebensbedrohlicher Allergien sein. Da heißts höllisch aufpassen! Vor allem, wenn man im Garten ein Stück Kuchen mit Limonade gönnen möchte. Wie kann man sich beim Insektenstich helfen? Wann braucht man ein schulmedizinisches Notfallset und wann sollte man unbedingt den Notarzt rufen? Hier finden Sie Antworten und Tipps für die Erste Hilfe bei Mücken- und Wespenstichen. Natürlich ist auch das ein oder andere Kraut gewachsen, um die juckenden und brennenden Einstiche sanft zu lindern. 

Ein Insektenstich ist natürlich an sich keine Krankheit, sondern erst die Reaktion mit Symptomen wie Rötung, Schwellung, Juckreiz und Allergie. Man unterscheidet die örtliche Insektenstichreaktion an der Einstichstelle von der systemischen Insektengiftallergie.

Die Bienen- und Wespengiftallergie ist relativ häufig – rund 20% der Bevölkerung in Deutschland reagieren mindestens leicht allergisch auf Insektenstiche. Bei immerhin 1 bis 3% der Bevölkerung kommt es zu schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie). Pro Jahr werden in Deutschland dadurch circa 20 Todesfälle verursacht. 75% der Bevölkerung reagiert mit örtlichen Stichreaktionen auf Mückenstiche – allerdings verursachen Mücken, sowie Läuse, Flöhe und Wanzen in den seltensten Fällen schwere Insektengiftallergien.

Alles Wissenswerte zum Insektenstich im Überblick:
  • Mückenstiche verursachen meist nur die harmlose örtliche Insektenstichreaktion mit Rötung, Schwellung und Juckreiz an der Einstichstelle.
  • Manche Menschen reagieren mit einer schweren Insektengiftallergie auf Bienen- und Wespengift.
  • Dann kann es zur Allergie am ganzen Körper kommen mit Hautrötung, Quaddeln, Schwellungen im Gesicht und Hals bis hin zur Atemnot, Kreislaufbeschwerden und Schockzustand.
  • Deshalb sollte jeder, der schon mal eine leichte Insektengiftallergie erlebt hat Allergietests beim Hautarzt machen lassen.
  • Eis zum Kühlen und pflanzliche Wirkstoffe bei der örtlichen Insektenstichreaktion oder das Notfallset und die Hyposensibilisierung für Insektengiftallergiker – noch besser ist es, den Insektenstich zu vermeiden. Seien Sie vorsichtig mit dem Verzehr von süßen Getränken und Speisen und Fleisch im Freien!

Allergische Reaktion: Warum reagiert der Körper auf Insektenstiche?

Insekten können zahlreiche gefährliche Infektionskrankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber übertragen. Das kommt in Deutschland aber im Grunde nicht vor, darum geht es im Folgenden lediglich um allergische Reaktionen auf Insektenstiche. Die Allergie, das heißt die Überreaktion auf bestimmte Substanzen wie Insektenspeichel, zählt zu den häufigsten Krankheitsbildern im Zusammenhang mit Insektenstichen. 

Diese in Deutschland heimischen Tiere können allergische Reaktionen bewirken:

  • Blutsaugende Stechmücken, Bremsen
  • Honigbienen (Bienen), deren Stachel häufig nach dem Stich in der Haut stecken bleibt
  • Faltenwespen (Wespen), die den Stachel wieder herausziehen können
  • Seltener durch Hornissen, Hummeln und Ameisen
  • Ferner durch Läuse, Wanzen und Flöhe

Die örtliche Insektenstichreaktion, das Jucken und Brennen, die leichte Schwellung, kennt jeder. Aber auch die Allergie, die systematische allergische Reaktion mit Symptomen am ganzen Körper ist weit verbreitet. Bei Stechmücken reagiert man auf den Stechmückenspeichel, bei Bienen und Wespen auf das Gift in ihrem Stachel.

Eine örtliche Insektenstichreaktion wird am häufigsten durch Stechmücken ausgelöst, prinzipiell ist sie jedoch durch alle Insekten möglich. Dabei gelangen fremde Eiweiße des Insektenspeichels oder des Insektengifts unter die Haut. Diese Toxine (Gifte) führen zu einer Hautreaktion direkt an der Einstichstelle.

Die systemische Reaktion auf einen Insektenstich kann ausgesprochen gefährlich sein. In Deutschland sind die Bienengiftallergie oder Wespengiftallergie am häufigsten. Dabei gelangen durch das Gift im Stachel der Bienen oder Wespen fremde Eiweiße in die menschliche Blutbahn. Dort befinden sich Antikörper, die zum Zweck der Identifikation von Eindringlingen von unserem Immunsystem gebildet werden. Die fremden Eiweiße werden auch Antigene oder Allergene genannt. Sie bilden zusammen mit den Antikörpern einen Antigen-Antikörper-Komplex. Diese Komplexe können jetzt von Abwehrzellen unseres Körpers (Mastzellen) gefressen werden.

Bei manchen Menschen läuft dieser Abwehrmechanismus übersteigert ab – eigentlich sind die Allergene aus dem Bienen- oder Wespengift gar nicht so giftig, das Immunsystem bildet jedoch nach dem ersten Insektenstich zu viele Antikörper, speziell IgE-Antikörper. Kommt es zum wiederholten Stich, so stehen diese Antikörper schon in den „Startlöchern“ – und es kommt zur übersteigerten Abwehrreaktion. Dabei werden sogenannte Histamine und andere Substanzen in unsere Blutbahn freigesetzt. Diese Stoffe verteilen sich im gesamten Körper und lösen die allergischen Symptome aus, die bis zum Schock führen können. Hat man also auf den ersten Bienen- oder Wespenstich allergisch reagiert, sollte man sich vor jedem weiteren Stich hüten, denn der kann lebensbedrohlich sein!

Die systemische Insektengiftallergie ist eine allergische Sofortreaktion vom Typ I (Anaphylaxie). In Sekunden bis zu 30 Minuten kann es zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen, da ist schnelles Handeln angesagt!

Harmlos oder lebensbedrohlich? Symptome einer Insektenstichreaktion

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Meist kommt es nur zu örtlichen Symptomen direkt an der Einstichstelle. Systemische Reaktionen auf Stechmücken sind so gut wie gar nicht bekannt.

Der Insektenstich führt zu:

  • Schwellung, Rötung, Brennen an der Einstichstelle
  • Beim Bienenstich werden circa 140µg Gift abgegeben, der Stachel bleibt meist in der Haut stecken.
  • Beim Wespenstich gelangen nur 3µg Gift unter die Haut, den Stachel kann die Wespe zurückziehen.
  • Es kommt in beiden Fällen zu einer Schwellung von circa 10 cm Durchmesser, die sich in einem Tag zurückbildet.
  • Manchmal kommt es auch zur gesteigerten örtlichen Reaktion mit einer Quaddel größer als 10 cm, die mehrere Tage bestehen kann bevor sie wieder abklingt.

Systemische allergische Reaktion auf Insektenstiche

Von „systemisch“ spricht man, wenn die Symptome am ganzen Körper auftreten, meist ist die Einstichstelle nicht sonderlich auffällig. Besonders die Bienengiftallergie und die Wespengiftallergie lösen diese Reaktion aus.

Es kann zu einer Vielzahl an Symptomen kommen wie:

  • Allergische Hautreaktion (Rötung und Juckreiz, kleine Bläschen oder Schwellungen am ganzen Körper)
  • Schwellung von Gesicht, Hals und Atemwegen mit Atemnot (kann auch schon lebensbedrohlich sein!)
  • KopfschmerzenSchwindel, Herzrasen
  • Akuter Schnupfen, tränende Augen
  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

Allergische Schockreaktion (Anaphylaxie)

Die Anaphylaxie ist eine lebensbedrohliche allergische Schockreaktion. Sie tritt innerhalb weniger Minuten bis zu einer halben Stunde ein, und ist die gefürchtete Komplikation bei Insektenstichen.

Dabei kann es kommen zu:

  • Brennen und Kribbeln der Zunge/des Rachens
  • Atemnot und Todesangst
  • Starke Übelkeit mit Erbrechen
  • Spontaner Abgang von Urin und Stuhl
  • Blutdruckabfall mit Kreislaufzusammenbruch und Ohnmacht
  • Organversagen im Schockzustand – circa 20 Todesfälle jährlich werden in Deutschland aufgezeichnet.

Diagnose: Eine Insektengiftallergie erkennen

Zeigt ein Bienen- oder Wespenstich Allergiesymptome, ist es wichtig, Allergietests durchzuführen. Denn ein wiederholter Stich könnte eine schwere allergische Reaktion mit einer Anaphylaxie auslösen. Die Allergietests werden vom Dermatologen (Facharzt für Hautkrankheiten) durchgeführt.

Was hat mich da gestochen? Biene, Wespe oder doch ein anderes Insekt wie Hornisse oder Hummel? Gar nicht so einfach, dies zu unterscheiden, denn viele Menschen reagieren bei Insektenangriffen panisch und haben vielleicht nicht genau hingesehen. Manchmal hilft die Schilderung des Ortes – etwa beim Imker (Bienen) oder im Biergarten (Wespen)? Für einen genauen Aufschluss über die Substanz bzw. das Gift, auf das man allergisch reagiert, werden deshalb Allergietests mit den verschiedenen Insektengiften durchgeführt.

Beim sogenannten Prick-Test wird ein Tropfen mit dem vermuteten Allergen auf den Unterarm aufgetragen und die Haut mit einer Nadel flach angestochen. Dadurch kommt die Substanz in Kontakt mit den kleinen Blutgefäßen in der Haut. Nach 5 bis 30 Minuten liest der Hautarzt das Ergebnis ab – entweder die gesunde, reaktionslose Haut, oder eine Rötung und Quaddeln an der untersuchten Hautstelle.

Manchmal sind die Ergebnisse nicht eindeutig. Dann können wiederholte Tests, oder genauere Methoden wie der Basophilen-Aktivierungstest zum Einsatz kommen, bei dem eine Blutprobe im Labor auf bestimmte Marker gegen das vermutete Insektengift untersucht wird. Solche Tests werden an spezialisierten Zentren durchgeführt.

Bei schweren allergischen Symptomen oder gar einem Schockzustand wird jedoch keine lange Diagnostik, sondern gezieltes, rasches Handeln durch den Notarzt nötig sein!

Behandlung: Ersthilfe und Hyposensibilisierung

Je nachdem, ob es sich um eine harmlose örtliche Reaktion auf den Insektenstich handelt, oder um eine Insektengiftallergie mit Symptomen am ganzen Körper, kommen kurzfristige Maßnahmen zum Abschwellen und Kühlen der Stichstelle zum Einsatz, ein Notfallset für Bienen- und Wespengiftallergiker oder eine langfristige Therapie, die in einer Hyposensibilisierung auf das Allergen (Fremdeiweiß) durch den Arzt besteht. Ebenso wichtig ist der gezielte Schutz vor dem Gestochenwerden.

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Beim Stich einer Honigbiene, Wespe (meist Faltenwespen), Hummel oder Hornisse geraten manche Menschen schnell in Panik. Vor allem Kinder sollte man beruhigen und selbst versuchen, die Ruhe zu bewahren.

Den Stachel der Biene sollte man in jedem Fall vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Achten Sie darauf, die anhängende Giftdrüse nicht zu zerquetschen, damit möglichst wenig Gift unter die Haut abgegeben wird.

Verhalten nach Insektenstichen:

  • Einstichstelle mit Eis, kaltem Wasser oder kühlenden Salben mit abschwellenden Inhaltsstoffen (in der Apotheke erhältlich) versorgen. Anschließend gründlich desinfizieren und nicht aufkratzen, damit keine Infektion entsteht.
  • Falls Ihnen schwindlig wird (das ist in der Regel keine allergische, sondern eine psychische Reaktion auf den Insektenstich) legen Sie sich hin, lagern Sie die Beine hoch und das betroffene Körperteil ebenfalls.
  • Befindet sich der Stich im vorderen Mundbereich oder vorne auf der Zunge, kann man Eiswürfel lutschen oder den Mund vorsichtig mit kaltem Wasser spülen.
  • Wenn sich der Stich tiefer im Rachen befindet, sofort den Notarzt (112) rufen, da die Schwellungen zu Luftnot und Erstickungsgefahr führen können!

Das Notfallset

Insektengift-Allergiker sollten im Sommer immer ein Notfallset in der Tasche dabei haben. Denn jeder Stich kann zu einer schweren Allergiereaktion oder Anaphylaxie (allergische Schockreaktion) führen! Der betroffene Mensch lernt vom Arzt und in Allergiker-Schulungen, wie er mit dem Inhalt des Notfallsets im Falle eines Insektenstichs umgehen kann.

Das Set enthält:

  • Eine Pinzette zur Stachelentfernung
  • Tropfen oder Tabletten, die ein Antihistaminikum enthalten, das die Allergie schnell abklingen lässt.
  • Kortison innerlich zum Einnehmen, das noch stärker entzündungshemmend und abschwellend wirkt.
  • Adrenalin in Form von Spritzen, dies kann bei allergisch ausgelösten Kreislaufproblemen injiziert werden.

Es gilt: bei schweren allergischen Reaktionen wie Herzrasen, Luftnot oder Bewusstlosigkeit und bei Insektenstichen im Rachenraum immer den Notarzt (112) rufen!

Als beistehender Mensch ist Ihre Hilfe jetzt wichtig:

  • Lagern Sie den Betroffenen bei Kreislaufbeschwerden in „Schocklagerung“, das heißt auf dem Rücken mit hochgelegten Beinen – so fließt das Blutvolumen schneller zum Herzen zurück. Geben Sie Eis zum Kühlen der Stichstelle und kalte Getränke.
  • Bei Atemstillstand und Herzstillstand sollten Sie Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen können.
  • Bei Bewusstlosigkeit muss der Betroffenen in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Die Hyposensibilisierung

Um Notfälle zu vermeiden, gibt es für Insektengiftallergiker die Hyposensibilisierung, die eine Gewöhnung an das Allergen bewirken kann. Im Falle einer Bienen- oder Wespengiftallergie mit systemischer Stichreaktion (wenn nicht nur die Stichstelle betroffen ist) wird diese Hyposensibilisierung in Deutschland für Erwachsene und Kinder empfohlen. Über drei bis fünf Jahre werden dabei vom Arzt in regelmäßigen Abständen kleinste Dosen  Allergens unter die Haut gespritzt. Diese spezifische Immuntherapie ist in 95% der Fälle langfristig erfolgreich.

Insektenstichen vorbeugen

Für Bienen- und Wespengiftallergiker sind Vorsichtsmaßnahmen besonders wichtig. Aber auch für Reisende in ferne Länder, in denen Mücken und andere Insekten Infektionskrankheiten übertragen können.

  • Gehen Sie im Sommer nicht barfuß, vor allem nicht unter Obstbäumen (Fallobst lockt Wespen an).
  • Trinken Sie Getränke aus durchsichtigen Gläsern, passen Sie besonders auf beim Verzehr von Kuchen, Süßigkeiten, Speiseeis, Limonaden, Bier, Fleisch und Obst!
  • Tragen Sie lieber langärmelige Kleidung und einen Hut oder ein Kopftuch bei Gartenarbeiten.
  • Duftstoffe wie Parfüms und bunte Kleidung locken Bienen und Wespen an, kleiden Sie sich lieber zurückhaltend.
  • Falls sich Ihnen eine Biene, Wespe oder ein anderes Insekt nähert, bleiben Sie ruhig, fuchteln Sie nicht um sich, denn das könnte das Insekt als Angriff auffassen!
  • Gegen Mücken hilft gezieltes Auftragen von Insektenschutzmitteln auf die Haut, vor allem in den Stunden der Dämmerung.
  • An die Fenster kann man Mücken- und Fliegengitter anbringen, das Schlafzimmer sollte man tagsüber geschlossen halten.

Insektenstiche natürlich behandeln

Traditionelle Hausmittel können bei Insektenstichen noch immer richtig gut helfen. Am einfachsten sind Umschläge mit essigsaurer Tonerde oder rohen Zwiebelschalen, die man auf die Einstichstelle legt. Dies lindert den Juckreiz und beruhigt die Haut. Noch mehr hilfreiche Mittel finden sich im Pflanzenreich, denn unsere grünen Wiesen sind nicht nur Heimat für Stechinsekten, auf ihnen finden wir auch gleich das Heilmittel gegen die juckenden und brennenden Stiche. 

Hilfe auf einen Blick:
  • Arnikablüten-Extrakt als Tinktur unverdünnt auf den Insektenstich oder etwas großflächiger ein Arnika-Schmerzgel aus der Apotheke auf die Haut auftragen – das wirkt kühlend, juckreizlindernd und abschwellend bei der örtlichen Insektenstichreaktion.
  • Gewürznelkenöl kann eine gute Akut-Hilfe durch seine abschwellende, juckreizlindernde und betäubende Wirkung beim akuten Insektenstich sein – auch ein Stich im vorderen Mundbereich kann mit Gewürznelkenöl versorgt werden.

Arnika ist eine der beliebtesten Heilpflanzen in Europa. Arnikablüten wurden, damals vor allem als  „Wohlverleih“ bekannt, schon im Mittelalter als Heilmittel eingesetzt. Arnikablüten enthalten als Hauptwirkstoff Helenalin mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Sie helfen bei Blutergüssen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und auch zur Behandlung von Insektenstichen. Im Labor konnte man feststellen, dass Extrakte aus Arnikablüten-Extrakt die Histaminfreisetzung aus den Mastzellen hemmen. Dieser Botenstoff, der bei Kontakt mit Insektengift freigesetzt wird, ist für den Juckreiz verantwortlich. 

Zur Ersten Hilfe bei der einfachen Insektenstichreaktion eignen sich kalte Umschläge, die mit Arnikablüten-Tinktur getränkt werden. Unverdünnte Arnika-Tinktur sollte man nur sparsam auf dem Insektenstich selbst anwenden, zuviel davon reizt Haut und Schleimhäute. Arnika-Schmerzgel und Arnika-Salben bekommt man in der Apotheke und trägt sie mehrmals täglich auf, bis der Insektenstich verschwunden ist.

 

Ein bewährtes Heilmittel der Volksheilkunde sind die Blätter des Spitzwegerich. Sie wirken entzündungshemmend auf Haut und Schleimhäuten und werden bei Erkältung, Husten, zur Wundbehandlung und bei Insektenstichen verwendet. Ihr Wirkstoff Aucubin hat eine keimhemmende Wirkung auf Viren und Bakterien. Spitzwegerichblätter enthalten Schleimstoffe und Gerbstoffe und wirken reizmildernd, zusammenziehend und wundheilungsfördernd.

Der Spitzwegerich wächst häufig auf den heimischen Wiesen, an seinen lanzettenförmigen Blättern ist er gut zu erkennen. Diese kann man frisch von der Wiese ernten. Man zerdrückt sie zwischen den Fingern und legt sie dann einfach auf die Einstechstelle. Der frische austretende Pflanzensaft verschafft schnelle Linderung.

Für einen Aufguss übergießt man 5 bis 10 frische Blätter mit 150 ml kochendem Wasser und lässt ihn eine Viertelstunde ziehen. Wenn er abgekühlt ist, kann man ihn gut für feucht-kalte Umschläge verwenden, die man mehrmals täglich aufträgt.

 

Kaut man eine Gewürznelke aus dem Gewürzregal, spürt man sofort eine leicht betäubende Wirkung im Mund. Das hängt mit ihren ätherischen Ölen zusammen. Gewürznelkenöl wirkt desinfizierend, keimhemmend, entzündungshemmend, abschwellend und juckreizlindernd. Deshalb ist Gewürznelkenöl eine gute Akut-Hilfe bei Insektenstichen, ist aber auch bei akuten Zahnschmerzen hilfreich.

Die Einstichstelle mehrmals täglich mit unverdünntem Nelkenöl betupfen, zusätzlich kann Pfefferminzöl helfen, den Schmerz zu lindern und die Haut zu kühlen.

 
Ballonrebe

Die Ballonrebe ist bei uns in der Homöopathie bekannt. In subtropischen und tropischen Ländern wie Indien ist sie eine bewährte Heilpflanze. In der traditionellen indischen Medizin, dem Ayurveda ist die Ballonrebe „Indravalli“ ein Heilmittel bei vielen chronischen Hautkrankheiten.

Ballonrebenkraut-Extrakt enthält einen hohen Anteil an Arachidonsäure, die entzündungshemmend wirkt, außerdem juckreizlindernde Gerbstoffe, Saponine und Flavonoide. Ballonrebenkraut kann bei Neurodermitis, Ekzemen und Insektenstichen vor allem den quälenden Juckreiz lindern.

Eine Creme oder Salbe mit Ballonrebenkraut-Urtinktur erhält man in der Apotheke. Damit die Einstichstelle mehrmals täglich sanft massieren.

 
Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Bei einem Insektenstich in den Mund- und Rachenraum den Notarzt rufen, es droht möglicherweise Erstickungsgefahr.
  • Bei heftigen allergischen Reaktionen auf den Insektenstich wie starkem Juckreiz, Quaddeln und Hautrötung am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht und am Hals, Schwindel, Herzrasen und Erbrechen sofort den Notarzt rufen.
  • Bei Kreislaufzusammenbruch und Bewusstlosigkeit sofort den Notarzt rufen! Die betroffene Person braucht zudem Ihre Erste-Hilfe Maßnahmen (Schocklagerung bei Kreislaufkollaps, stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, Wiederbelebungsmaßnahmen bei Atemstillstand oder Herzstillstand)
Buchtipps:
  • „Der Allergien-Ratgeber. Symptome, Risiken und Therapien“ von Dr. med. G. Ern und Dr. med. R. D. Fischbach (Humboldt/Schlütersche Verlagsgesellschaft; 2008)
  • „Allergien müssen nicht sein. Ursachen und Behandlung von Neurodermitis, Hautausschlägen, Ekzemen, Heuschnupfen und Asthma“ von Dr. med. M. O. Bruker und I. Gutjahr (Emu Verlag; 13. Auflage 2011)
Quellen:
  • Przybilla, Rueff. Insektenstiche: Klinisches Bild und Management. Deutsches Ärzteblatt Int. 2012; 109 (13): 238-48
  • Jung, Moll. Dermatologie. Thieme Verlag; 2005
  • Schilcher, Kammerer, Wegener. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag; 2010
  • Hänsel, Sticher. Pharmakognosie, Phytopharmazie. Springer Verlag; 2010
  • Bäumler. Heilpflanzenpraxis Heute. Urban & Fischer Verlag; 2007
  • Schrott. Ammon. Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin. Springer Verlag; 2012
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 02.01.2017
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