Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung)

Krankhaftes Schwitzen ist mehr als unangenehm
Jeder Mensch schwitzt, denn Schweißbildung ist eine lebensnotwendige Funktion, über die der Körper die Temperatur reguliert. Vermehrtes Schwitzen beim Sport, im Sommer oder in der Sauna kennt jeder. Doch Menschen, die an Hyperhidrose leiden, schwitzen im Alltag über die Maßen viel – mehr als notwendig wäre.
Schwitzen ist lästig und unangenehm. Man grüßt ungern mit schweißnassen Händen, man schämt sich der dunklen Flecken unter den Achseln auf der Kleidung. Das kann sogar zu einem sozialen Rückzug führen. Oft meiden Menschen mit krankhaft vermehrter Schweißbildung Treffen mit Freunden und Bekannten, um nicht negativ aufzufallen. Doch mithilfe moderner Verfahren und Phytotherapie kann man Abhilfe schaffen.
Hyperhidrose, vom griechischen „hyper“ für „darüber hinaus“ und „hidros“ für „Schweiß“ bezeichnet die krankhaft vermehrte Schweißbildung. Sie ist eine Fehlfunktion der Schweißbildung. Menschen mit Hyperhidrose schwitzen über die Erfordernisse der Wärmeregulation hinaus.
Man unterscheidet:
- Axilläre Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung unter den Achseln)
- Palmare Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung an den Handflächen)
- Plantare Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung an den Fußsohlen)
- Vermehrte Schweißbildung am Kopf
- Vermehrte Schweißbildung am Rücken
- Eine Kombination aus den Formen oder eine generalisierte Hyperhidrose (vermehrte Schweißbildung am ganzen Körper)
Ursachen und Symptome der Hyperhidrose
Ursächlich unterscheidet man die primäre Hyperhidrose, die erblich bedingt auftritt von der sekundären Hyperhidrose, die Symptom einer vorbestehenden Krankheit wie Fettleibigkeit oder Schilddrüsenüberfunktion ist, oder während der Wechseljahre auftritt.
Bei der primären Hyperhidrose schwitzt man meist lokal (örtlich begrenzt) unter den Achseln, an Händen oder Füßen in Situationen mit emotionalem Stress. Bei der sekundär vermehrten Schweißbildung tritt das Schwitzen meist generalisiert am ganzen Körper auf.
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Diagnose bei Hyperhidrose
Die Diagnose der primären Hyperhidrose ergibt sich aus der Schilderung des Schwitzens ohne andere Beschwerden. Besteht Verdacht auf eine Grundkrankheit, so müssen Labor- Röntgen- und andere Untersuchungen gemacht werden, um die ursächliche Krankheit zu erkennen und zu behandeln.
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Therapie bei Hyperhidrose
Die Therapie der primären Hyperhidrose ist nicht ganz einfach. Es stehen Verfahren wie Antitranspirantien (Substanzen die man örtlich aufträgt), Iontophorese (Behandlung mit schwachem Gleichstrom), Unterspritzen der Haut mit dem Nervengift Botulinumtoxin oder chirurgische Verfahren wie Ausschabung der Achseln oder Durchtrennen des überaktiven Nervs zur Verfügung. Alle Verfahren haben Risiken und Nebenwirkungen und garantieren häufig keinen Erfolg. Alternativ und unterstützend stehen pflanzliche Wirkstoffe zur Wahl.
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Hyperhidrose im Überblick:
- Ursache der Hyperhidrose ist eine Überaktivität der Schweißdrüsen. Die primäre Hyperhidrose ist angeboren, bei der sekundären Hyperhidrose besteht die vermehrte Schweißbildung im Rahmen einer Krankheit.
- Alleiniges Symptom bei der primären Form ist das starke Schwitzen bei Stress meist an Achseln, Händen oder Füßen.
- Nur bei der sekundär vermehrten Schweißbildung müssen zur Diagnose Labor, Röntgen und andere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Grunderkrankung zu erkennen.
- Zur Therapie bei primärer Hyperhidrose eignen sich, falls örtlich hemmende Substanzen unwirksam sind, Unterspritzen mit Botulinumtoxin oder chirurgische Eingriffe.
Wann zum Arzt:Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:
- Wenn Sie unter vermehrtem Schwitzen leiden, dann trauen Sie sich zum Arzt zu gehen. Hyperhidrose ist keine Bagatellkrankheit! Sie dürfen ärztliche Hilfe und Rat in Anspruch nehmen.
- Bei neu aufgetretenem Schwitzen, insbesondere Nachtschweiß, da hier eine Infektion oder Krebs vorliegen könnte
- Bestehen mit dem Schwitzen andere Symptome, so sollte auf eine Grundkrankheit wie Schilddrüsenüberfunktion untersucht werden.
- Wenn Sie ein Medikament neu einnehmen und darunter vermehrtes Schwitzen auftritt
- Bei der Frau ab dem 45. Lebensjahr könnten Wechseljahrbeschwerden vorliegen, ein Gang zum Frauenarzt ist sinnvoll.