Husten, Bronchitis Diagnose

Husten, Bronchitis Diagnose

Abhorchen und Abklopfen der Lunge

Die Anamnese (Befragung des Patienten) und die körperliche Untersuchung stehen im Mittelpunkt der Diagnose einer Bronchitis. Anhand von Angaben über das Auftreten, die Länge und Dauer von Erkältungs- oder Grippesymptomen und Fieber kann der Arzt unterscheiden ob eine akute oder chronische Bronchitis vorliegt. Die Farbe des Auswurfs ist wegweisend für die Differenzierung einer viralen (weißlicher Schleim) von einer bakteriellen (gelblich-grünlicher Schleim) Entzündung.

Mit dem Stethoskop hört der Arzt die Lunge des Patienten ab (Auskultation). Das Stethoskop wurde im 19. Jahrhundert aus einfachen Hörrohren entwickelt und verbindet die Ohren des Arztes mit der Lunge des Patienten. Rasselgeräusche über den großen Bronchien und ein Giemen können bei der Bronchitis vorkommen. Wichtig ist das Abhören zur Unterscheidung, ob eine Lungenentzündung oder andere Lungenerkrankungen vorliegen. Bei der Lungenentzündung treten Rasselgeräusche oder andere Töne über typischen Stellen am Brustkorb auf, der Arzt weiß um die Position der Lungenflügel und kann den Charakter vieler unterschiedlicher Geräusche erkennen.

In der Perkussion (Abklopfen) der Lunge benutzt der Arzt seine eigenen Finger auf dem Brustkorb des Patienten als Trommel, die luftgefüllte Lunge bildet den Resonanzraum, in dem die Töne mit der Einatmung und Ausatmung unterschiedlich schwingen. Auch hier kann der erfahrene Diagnostiker eine Vielzahl von Lungenerkrankungen von einer Bronchitis abgrenzen. Diese zwei brillanten Methoden die in den letzten Jahrhunderten verfeinert wurden, haben auch im 21. Jahrhundert eine zentrale Bedeutung.

Eine Blutentnahme zur Labordiagnostik kann bei der chronischen Bronchitis erhöhte Entzündungswerte enthalten. Das CRP (C-reaktives Protein), die BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und die Zahl der weißen Blutkörperchen werden gemessen.

Das gelblich-grüne Sputum (Fachausdruck für Schleim/Auswurf) wird für einen Nachweis von Bakterien verwendet. Auf Nährböden werden die Erreger angezüchtet, man testet damit auch, ob sie auf bestimmte Antibiotika reagieren, oder nicht ansprechen (resistent sind). Wenn die Bronchitis sehr stark auftritt oder eine Lungenentzündung vermutet wird, ist dieser Nachweis gut, um eine wirksame Antibiotikatherapie zu verordnen.

Bei massiven Beschwerden wird ein Röntgenbild gemacht. Dies zeigt die Lungenzeichnung und lässt Erkrankungen wie Lungenentzündung, Tuberkulose, Lungenemphysem oder Krebs erkennen. Bei einer normalen akuten Bronchitis ist das Röntgen nicht nötig.

Zur Abklärung einer chronischen Bronchitis ist die Raucheranamnese wichtig. Hierbei wird abgefragt ob, wie lange und wie viel Zigaretten pro Tag der Patient raucht oder geraucht hat. Dies wird in „pack years“ (wie viele Zigarettenpäckchen seit wie vielen Jahren) erfasst.

Mögliche Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz und am Wohnort müssen abgeklärt werden – sei es eine Feinstaubbelastung bei Bergarbeitern, oder die ständige Aussetzung mit Smog und Autoabgasen in einer Großstadt und in der Nähe stark befahrener Straßen.

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