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Heiserkeit, Kehlkopfentzündung

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Heiserkeit, Kehlkopfentzündung

Der Hals kratzt, Die Stimme klingt heiser und rau oder versagt ganz. Was tun bei Heiserkeit?

Heiserkeit ist ein häufiges Symptom bei Erkältungskrankheiten oder Grippe, begleitet von Reizhusten und Verschleimung. Dabei ist der Kehlkopf akut entzündet, der zwischen Rachen und Luftröhre liegt und Sitz der Stimmbänder ist. Heiserkeit kommt auch bei anderen Krankheiten vor. Raucher und Berufsgruppen wie Lehrer und Sänger, die ihre Stimme stark beanspruchen, sind häufiger von chronischer Heiserkeit betroffen.

Das Krankheitsbild im Überblick:
  • Bei der akuten Kehlkopfentzündung sind Viren oder Bakterien mögliche Krankheitserreger.
  • Menschen, die beruflich viel reden strapazieren ihre Stimme bis zur Heiserkeit, andere Ursachen für chronische Heiserkeit können Tabakrauch, chemische Reizstoffe und chronische Entzündungen der Atemwege sein.
  • Heiserkeit kann bis zur Stimmlosigkeit führen, Begleitsymptome sind Reizhusten und Fremdkörpergefühl in der Kehle.
  • Mit einer Kehlkopfspiegelung kann der HNO-Arzt Kehlkopf und Stimmlippen auf Rötung, Schwellung und Beweglichkeit untersuchen.
  • Eine akute Heiserkeit bei Erkältung heilt schnell mit Hausmitteln, Befeuchtung der Kehle und Verzicht auf Tabakrauchen. Die Vermeidung ursächlicher Schadstoffe ist wichtig zur Behandlung der chronischen Heiserkeit.
Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • Kinder mit Atemnot müssen sofort zur Behandlung ins Krankenhaus, manche Bakterien verursachen lebensgefährlichen Kehlkopfentzündungen!
  • Wenn die Heiserkeit nicht abklingen will, oder nicht auf die Behandlung anspricht sollte eine Ursachenabklärung beim Arzt erfolgen.
  • Mit der Untersuchung von anhaltender Heiserkeit sollte nie länger als 3-4 Wochen gewartet werden, um eine mögliche Entstehung von Kehlkopfkrebs zu verhindern.

Ursachen

Entzündung der Stimmlippen

Die menschliche Stimme entsteht im Kehlkopf, denn dort befinden sich die Stimmlippen. Der Kehlkopf (Larynx) erstreckt sich vom Zungengrund bis zur Luftröhre und besteht aus drei Knorpelplatten und drei Räumen – der Supra/Epiglottis mit dem Kehlkopfdeckel, der die Luftröhre beim Schlucken verschließt, sodass keine Speisereste von der Speiseröhre in die Atemwege gelangen und der Subglottis, die in die Luftröhre mündet. Der zweite Raum, die Glottis, liegt dazwischen und ist Sitz der Stimmlippen. Diese werden gespannt von Muskelfasern, welche die Öffnung der Stimmritze kontrollieren. Stimme entsteht, wenn sich bei der Ausatmung die Stimmritze fast ganz verschließt – so werden die Stimmlippen in Schwingung versetzt. Sind die Stimmlippen entzündet und geschwollen, verlieren sie ihre natürliche Schwingungsfähigkeit, die sie für die Stimmbildung benötigen. Dadurch kommt es zu rauen, heiseren Tönen bis hin zum Versagen der Stimme.

Bei Entzündungen durch Bakterien, Viren oder Überstrapazierung der Stimme entsteht eine akute oder chronische Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Eine akute Kehlkopfentzündung tritt meist im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auf und wird durch Viren ausgelöst, die über Tröpfcheninfektion den Nasen- und Rachenraum befallen. Rhino- Adeno- oder Parainfluenzaviren sind häufige Krankheitserreger, bei der echten Grippe die Influenza-Viren.

Auch Bakterien können eine akute Kehlkopfentzündung verursachen. So zum Beispiel bei einer einer Bronchitis, Mandelentzündung oder Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), wenn der eitrige Schleim nach oben oder unten steigt oder auch bei alleinigem Befall des Kehlkopfes. Pneumokokken, Streptokokken Moraxella-Bakterien und Hämophilus influenza sind häufig. 

Akute Heiserkeit kann auch durch Staub, chemische Schadstoffe, Tabakrauch oder trockene Raumluft ausgelöst werden. Wenn diese akute Entzündung nicht abheilt, so geht sie in eine chronische Kehlkopfentzündung mit anhaltender Heiserkeit über. Schnarcher und Menschen mit chronischem Schnupfen oder Sinusitis sind häufig davon betroffen, da sie nicht durch die Nase atmen können. Ständige Mundatmung trocknet die Schleimhäute aus, dadurch werden sie anfälliger für Entzündungen.

Im Rahmen einer Refluxerkrankung mit Sodbrennen kann Magensäure über die Speiseröhre bis in den Kehlkopf zurückfließen und eine chronische Heiserkeit unterhalten.

Von chronischer Heiserkeit können Asthmatiker und Schilddrüsenerkrankte mit einem Kropf betroffen sein, ebenso Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion. Manche Medikamente können zu Heiserkeit als Nebenwirkung führen. Auch Personen, die beruflich mit ihrer Stimme als Medium arbeiten, können von chronischer Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit betroffen sein.

Chronische Heiserkeit darf nicht unbehandelt bleiben, da bei jedem fünften bis zehnten Menschen in der entzündeten Kehlkopfschleimhaut Zellen entarten können. Hieraus können Krebsvorstufen bis hin zum Kehlkopfkrebs entstehen.

Symptome

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Wenn die Stimme versagt

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung im Rahmen einer Erkältung entstehen meist folgende Symptome:

  • Kratzen im Hals
  • Heiserkeit (Dysphonie) mit verändertem Stimmklang und eingeschränkter Lautstärke bis hin zur Stimmlosigkeit (Aphonie)
  • Reizhusten
  • Verschleimung im Hals

Es können zusätzlich Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Schnupfen, Husten mit Auswurf, Fieber und Mattigkeit auftreten. Die Symptome einer akuten Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit klingen meist nach einigen Tagen von allein ab.

Bei kleinen Kindern kann es zu schweren Infektionen und Entzündungen im Kehlkopfbereich kommen, die mit Heiserkeit und Fieber beginnen und in Atemnot mit Erstickungsanfällen münden.

Hämophilus influenza führt vorwiegend bei kleinen Kindern zum Pseudokrupp (Laryngitis subglottica) oder zu einer Kehldeckelentzündung (Epiglottitis), die beide zu schwerer Atemnot mit Erstickungsanfällen führen können. Ebenso führt die Diphterie zu schwerer Atemnot. Hier muss schnell gehandelt werden und mit dem Kind sofort das Krankenhaus aufgesucht werden

Die chronische Kehlkopfentzündung zeigt sich häufig durch diese Symptomatik:

  • Heiserkeit, die über Wochen und Monate anhält
  • Fremdkörpergefühl (Globusgefühl) im Hals
  • Reizhusten
  • blockierte Nasenatmung

Viele Menschen reagieren in Stresssituationen oder Prüfungssituationen mit Nervosität, Angst, schweißnassen Händen, kalten Füßen und einer heiseren Stimme. Die Angst zu versagen lässt manch einem sogar die Stimme versagen.

Diagnose

Die Kehlkopfspiegelung

Bei einer Erkältung ist die Diagnose aufgrund der typischen Erkältungssymptome schnell gestellt. Zudem muss der Arzt abklären, wie lange die Heiserkeit bereits besteht, ob der Betroffene Tabakraucher ist, am Arbeitsplatz oder zuhause mit Schadstoffen und Chemikalien in Berührung kommt. In der körperlichen Untersuchung wird der Hals auf Lymphknoten abgetastet, die Schilddrüse wird auf Vergrößerung und Verschieblichkeit beim Schlucken untersucht. Mundraum und Rachen werden begutachtet.

Um Einsicht in den Kehlkopf zu gewinnen, ist die Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt nötig. Diese ist gut zur Differenzierung einer Kehlkopfentzündung von Geschwülsten und anderen Erkrankungen des Kehlkopfes. Bei der indirekten Laryngoskopie wird der Kehlkopf mit einem Spiegel begutachtet, der bis zur Rachenhinterwand vorgeschoben wird. Die direkte Laryngoskopie wird mithilfe eines starren oder flexiblen Rohres an dessen Ende der Spiegel sitzt unter lokaler Betäubung durchgeführt. Dieses Kehlkopfendoskop führt der Arzt über den Mund bis in den Kehlkopf ein.

Mit diesen Instrumenten sieht der HNO-Arzt Entzündungen der Schleimhaut und Beweglichkeit oder Geschwülste auf den Stimmlippen. Bei einer Kehlkopfentzündung sind die Stimmlippen und die umgebende Kehlkopfschleimhaut beidseits gerötet, geschwollen und verdickt aber beweglich. Ist eine Stimmlippe allein gerötet und verdickt, so kann dies ein Zeichen für Krebs sein. Dabei kann auch die Beweglichkeit eingeschränkt sein. Es muss dann während der Kehlkopfspiegelung eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.

Besteht tatsächlich Krebsverdacht, werden zusätzlich Röntgenaufnahmen, Computertomographie und Ultraschall durchgeführt. Mit einem Stroboskop kann das Schwingungsverhalten der Stimmbänder feiner untersucht werden, dieses Gerät wird auch über eine direkte Kehlkopfspiegelung eingeführt. Es sendet Lichtblitze auf die Stimmlippen und beleuchtet die einzelnen Schwingungen, so dass wie in Zeitlupenaufnahme ein Bild von der Beweglichkeit der Stimmlippen entsteht.

Im Labor wird eine Blutentnahme auf Schilddrüsenhormone oder Entzündungswerte untersucht. Bei der akuten Kehlkopfentzündung, die bakteriell bedingt sein kann, wird ein Abstrich aus dem Rachenraum in einer Kultur auf Bakterien untersucht. Bei schweren Entzündungen mit Atemnot kann nicht auf die Anzucht solcher Kulturen gewartet werden, es wird direkt mit einem Antibiotikum behandelt.

Therapie

Was tun bei Heiserkeit?

Die erste Regel bei akuter Heiserkeit lautet: Stimme schonen! Lautes Sprechen, Schreien oder Flüstern, das die Stimmbänder ebenso strapaziert, sollten vermieden werden. Darüber hinaus ist es wichtig, die Heiserkeit ursächlich zu behandeln, damit es nicht zur Kehlkopfentzündung kommt.

Reizstoffe vermeiden

Tabakrauch und chemische Reizstoffe am Arbeitsplatz müssen vermieden werden, um eine bestehende Heiserkeit zu heilen, eventuell steht ein Arbeitsplatzwechsel an. Wird die Ursache nicht vermieden, so wird der Reizstoff die Entzündung in den Schleimhäuten weiter unterhalten.

Hausmittel bei Heiserkeit und Erkältung

Trinken, trinken, trinken. Viel Flüssigkeit befeuchtet die trockene, raue Kehlkopfschleimhaut. Hier bieten sich ungesüßte Kräutertees an. Auch die Raumluft sollte befeuchtet werden und regelmäßiges Lüften reduziert die Zahl der Krankheitserreger im Raum. Dampfinhalationen bringen feuchte Tröpfchen gezielt zum Kehlkopfbereich.

Für ein Halswickel befeuchtet man ein dünnes Baumwolltuch und wickelt es in zwei oder drei Lagen sanft um den Hals, auf den man etwas körperwarmen Quark aufgetragen hat. Viele weitere bewährte Hausmittel bei Erkältung können bei Heiserkeit hilfreich sein.

Lutschpastillen beruhigen die gereizte Kehle, dabei sollten scharfe Lutschbonbons aus Pfefferminze vermieden werden, ebenso wie scharf gewürztes, trockenes Essen oder Alkohol.

Medikamentöse Behandlung

Schleimlösende Medikamente (ACC) und Fiebersenker (Paracetamol, Aspirin) werden bei fieberhafter Erkältung mit Verschleimung eingesetzt. Sind Bakterien die auslösenden Krankheitserreger, so wird der Arzt ein Antibiotikum verordnen. Bei Refluxerkrankungen kommen Säuresekretionshemmer wie Omeprazol zum Einsatz.

Chirurgische Therapie

Sängerknötchen, Warzen oder Polypen auf den Stimmlippen können mithilfe der direkten Kehlkopfspiegelung (also durch das „Endoskop“ - die Schnittinstrumente werden durch die starren Rohre über den Mund und Rachen zum Kehlkopf vorgeschoben) operativ entfernt werden. Dieses „mikroinvasive“ Verfahren vermeidet das Aufschneiden der Kehle. Kehlkopfkrebs muss je nach Stadium operativ, mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie behandelt werden.

Stimmtherapie (Logopädie)

Das Erlernen der richtigen Stimmtechnik kann für Berufsgruppen, die ihre Stimme oft und übermäßig strapazieren und Heiserkeit entwickeln sehr wichtig sein. Redner können sich auf Auftritte vorbereiten, Lehrer und Sänger können die richtige Stimmtechnik beim Logopäden auch vorbeugend erlernen.

Vorbeugen

  • Mit dem Rauchen aufzuhören ist immer eine gute Idee, auch bei Heiserkeit.
  • Bei Erkältungen, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, besteht Ansteckungsgefahr. Vorbeugen lässt sich mittels Hygienemaßnahmen wie häufigem Händewaschen. Kranke Kinder sollten zuhause bleiben.
  • Die Impfung gegen Diphterie, die mit Heiserkeit bis zur Atemnot einhergehen kann, gehört zu den empfohlenen Grundimpfungen ab dem 2. Lebensmonat, ebenso wie die Impfungen gegen Keuchhusten, Hämophilus influenza und Pneumokokken. Um Grippe vorzubeugen kann man sich jährlich impfen lassen, empfohlen wird die Influenza-Impfung v.a. Älteren, Immunschwachen und Medizinpersonal.
  • Wer sein Immunsystem bewusst stärkt, kann Erkältungskrankheiten effektiv vorzubeugen. Eine vitaminreiche, gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport und Saunagänge, Yoga und Entspannungsmethoden sind dabei hilfreich.
Link- und Buchtipps:
  • Patientenleitlinie Halsschmerzen und Heiserkeit Link
  • Auf Ihre Stimme kommt es an!: Das Praxisbuch für Lehrer und Trainer“ von Sabine F. Gutzeit und Anna Neubauer (Beltz Verlag; 1. Auflage August 2010)
  • Nichtrauchen! Erfolgreich Aussteigen in sechs Schritten“ von Anil Batra (Kohlhammer Verlag, 2. Auflage 2008)
  • Meine besten Hausmittel. Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln“ von Dr. med. F. Rubin (Zabert Sandmann Verlag 1. Auflage 2011)
Morgana Hack
Geschrieben von Morgana Hack , Ärztin und Ayurvedaärztin
Zuletzt aktualisiert am 19.09.2013
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   Pflanzliche Medikamente bei Heiserkeit, Kehlkopfentzündung:
* Hinweis
Die Angaben sind ausschließlich zu Informations­zwecken bestimmt und stellen keine Kauf- oder Anwendungs­empfehlung dar. Diese Informationen ersetzen auch nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Studien zu Heiserkeit, Kehlkopfentzündung

Studientitel
Medicinal properties of Echinacea: A critical review (und weitere 2 Studien)
Jahr
2003, 1998, 1992
Kurzinfo
Purpursonnenhutextrakte stimulieren das Immunsystem! Echinacea purpurea stärkt Ihre Abwehrkräfte! Ob in der Werbung, der Apotheke oder im Internet, seit Jahren schon liest man allerorts viele solcher  Mehr...Sprüche. Neue Studien zeigen jedoch, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist.
Studientitel
Medicinal properties of Echinacea: A critical review
Jahr
2003
Kurzinfo
Dem Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) sagt man eine Vielzahl von Wirkungen nach, von welchen einige bereits in Laborversuchen nachgewiesen wurden. Es bleibt jedoch die Frage, ob die Pflanze auch beim  Mehr...Menschen messbare Effekte zeigen kann. Wissenschaftler der Universität Wisconsin gingen der Sache auf den Grund.
Studientitel
Applications of the phytomedicine Echinacea purpurea (Purple Coneflower) in infectious diseases
Jahr
2011
Kurzinfo
Die Nase läuft, der Hals kratzt und das Fieberthermometer zeigt nach oben. Jeder kennt die lästigen Symptome einer Erkältung. Meist hilft da nur ein warmer Tee und Bettruhe. Neuste Erkenntnisse weisen  Mehr...darauf hin, dass der Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) viele dieser Beschwerden lindern kann – und zwar unabhängig von ihrer Ursache.
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