Gallensteine Pflanzliche Wirkstoffe

Gallensteine Pflanzliche Wirkstoffe

Von Löwen und Schafen

Bei der phytotherapeutischen Behandlung von Gallensteinen kann man auf die zahlreichen guten Eigenschaften vieler Heilpflanzen zurückgreifen. Man macht sich dabei vor allem die krampflösenden und gallenflußanregenden Eigenschaften der Kräuter zunutze.

Hilfe auf einem Blick:
  • Artischockenblätter wirken galletreibend, senken den Cholesterinspiegel und verbessern die Zusammensetzung der Galle.
  • Schafgarbe hilft bei Verdauungsstörungen, hat antibakterielle Eigenschaften und wirkt gerade bei Frauen einer Steinbildung entgegen.
  • Löwenzahn hat entzündungshemmende und krampflösende Effekte. Außerdem verlangsamen seine Inhaltsstoffe die Bildung von Gallensteinen.
  • Kümmel kann dank seiner kramplösenden Eigenschaften gut bei Gallenkoliken angewandt werden.

Artischockenblätter – bitteres Multitalent

Artischockenblätter – bitteres Multitalent

Artischockenblätter sind wahre Allrounder bei der Behandlung von Gallensteinleiden. Sie enthalten eine große Menge an Flavonoiden und Bitterstoffen, die die Produktion der Gallenflüssigkeit erhöhen. Sie wirken damit dem Wachstum von Steinen entgegen und sorgen insgesamt für eine bessere Verdauung. Ferner können die Inhaltsstoffe der Artischocken den Blutcholesterinspiegel senken und verbessern somit das Verhältnis von fettbindenden Gallensäuren und Cholesterin in der Galle.

 

Schafgarbe – hilft (nicht nur) der Frau

Schafgarbe – hilft (nicht nur) der Frau

Das Kraut der Schafgarbe ist im Volksmund auch als Frauenkraut bekannt. Und dies nicht ohne Grund: neben seiner galletreibenden Wirkung, die sich positiv auf Verdauungsstörung bei Gallenleiden auswirkt, erhöht es den Progesteron-Spiegel der Frau. Das hat eine günstige Wirkung auf zu hohe Östrogenspiegel, die sowohl den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen, als auch die Gallenblasenbeweglichkeit beeinträchtigen – beides Faktoren, die eine Steinbildung fördern.

Durch ihre antibakteriellen Eigenschaften kann man die Schafgarbe auch bei Gallenblasenentzündungen einsetzen.

Schafgarbe ist in Apotheken als Tee oder Kräutermischung erhältlich.

Loewenzahn

Löwenzahn – wohltuende Wiesenpflanze

Ob als Honigquelle, Salatbeilage oder Heilpflanze: Löwenzahn erfreut sich seit jeher einer großen Beliebtheit. Dank seines großen Anteils an Bitterstoffen und seiner damit galletreibenden Wirkung kann man ihn auch bei Verdauungsbeschwerden im Zuge eines Gallensteinleidens einsetzen. Außerdem wirkt er entzündungshemmend und krampflösend. Laut neuesten Erkenntnissen verlangsamt Löwenzahn zudem die Bildung von Gallensteinen.

Wichtiger Hinweis: Durch die stark galletreibende Wirkung ist bei Vorliegen einer schweren Gallenkolik oder einem Verschluss der Gallenwege von der Anwendung abzusehen.

Erdrauch – entkrampfende Heilpflanze

Erdrauch – entkrampfende Heilpflanze

Der vor allem im Brachland wachsende Erdrauch ist eine potente Hilfe bei Beschwerden der Gallenwege und Gallenblase. Medizinisch verwendet werden vor allem das Kraut des Erdrauchs, sowie seine oberirdischen Bestandteile. Er enthält eine Vielzahl von Alkaloiden und Flavonoiden und wirkt sowohl galletreibend als auch krampflösend. Hilft sowohl bei leichten Gallenkoliken als auch bei Verdauungsproblemen.

Der Erdrauch ist in Apotheken als Tee oder Dragee erhältlich.

Kümmel – heilendes Gewürz

Kümmel – heilendes Gewürz

In der Küche kennt man den Kümmel schon seit fast 5000 Jahren, aber auch als Heilpflanze wird er bei vielen Krankheiten benutzt. Durch seinen hohen Anteil an ätherischen Ölen und Gerbstoffen haben die Kümmelfrüchte eine krampflösende Wirkung und kann daher bei Gallenkoliken eingesetzt werden. Man kann ihn in Form von Tee zu sich nehmen oder aber auch der Nahrung zugeben, um durch Gallensteine ausgelöste Verdauungsbeschwerden zu mindern.

Fenchel – altbekannter Allrounder

Fenchel – altbekannter Allrounder

Fenchel ist traditionsgemäß ein wichtiger Bestandteil europäischer und asiatischer Küchen. Ob als  Beilage zum Fisch, Bestandteil von Fleischgerichten oder einfacher Tee, Fenchel erfreut sich seit vielen Jahrhunderten großer Beliebtheit. Dank seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen eignet sich Fenchel aber auch zur Behandlung von Gallengangserkrankungen. Seine Früchte wirken stark entkrampfend auf Gallenblase und Gallengänge und können daher gut bei Gallenkoliken angewendet werden.

Auch bei Gallensteinleiden häufig auftretenden Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen oder Übelkeit hilft Fenchel dank seiner beruhigenden Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt.

Zur inneren Anwendung eignet sich die Zubereitung als Tee, entweder pur oder in Kombination mit anderen entkrampfenden Kräutern.

Fenchelfrüchte stehen in Apotheken und Lebensmittelgeschäften zur Verfügung.

Wermutkraut – bitter und beliebt

Wermutkraut – bitter und beliebt

Wermut wurde schon im alten Griechenland als Heilpflanze eingesetzt. Man schätzt seit jeher seine förderliche Wirkung auf Appetit und Verdauung, sowie seine Heilkräfte bei Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden.

Durch seinen hohen Gehalt an Bitterstoffen – Hauptkomponente ist das Absinthin - wirkt Wermutkraut auch bei Beschwerden im Gallenwegsbereich. Dank seiner krampflösenden und galletreibenden Effekte kann  Wermut bei Verdauungsproblemen im Zuge eines Gallensteinleidens eingesetzt werden. Er hat außerdem antientzündliche Wirkungen und eignet sich daher auch zur Therapie von Gallenblaseninfektionen.

Eingenommen wird Wermut meist als Tee, oft in Kombination mit anderen Kräutern, da er durch seinen sehr bitteren Geschmack als Einzeltee nicht sehr wohlschmeckend ist.

Wermut ist in Apotheken und Kräutergeschäften erhältlich.

Wichtiger Hinweis: Bei übertriebener Anwendung alkoholischer Wermutsauszüge kann es durch die toxische Wirkung des im Wermut enthaltenen Thujon zu Nebenwirkungen wie Benommenheit, Erbrechen oder Bauchschmerzen kommen. Im wässrigen Auszug, also als Tee, wird dagegen keine gesundheitsgefährdende Dosis erreicht.

Hinweise zur Anwendung: Alle oben genannten Pflanzen mit galletreibender Wirkung dürfen bei schweren Gallenkoliken oder verstopften Gallenwegen nur nach Konsultation mit einem Arzt verwendet werden. Bei Fieber, Gelbfärbung der Haut und länger als fünf Stunden andauernden Koliken ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen.

Quellen:
  • Arasteh, Baenkler, Bieber. Innere Medizin. Thieme Verlag 2009.
  • Wiesenauer et al., PhytoPraxis. Springer Verlag 2008.
  • Schilcher et al. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag 2003.
  • Marbach. Gesundheitsratgeber Gallensteine: Gallenerkrankungen mit Naturheilkunde und Schulmedizin erfolgreich behandeln. Marbach Verlag 2010.
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