Furunkel, Karbunkel Diagnose & Behandlung

Auf den ersten Blick
Der Arzt kann oft schon auf den ersten Blick und durch Abtasten der entzündeten Hautregion die Diagnose stellen. Zur weiteren Abklärung kann der Arzt einen Abstrich aus der Eiterhöhle entnehmen. So kann der Erreger identifiziert und eine optimale Therapie eingeleitet werden.
Was Sie tun können:
- Kein Drücken oder Quetschen am Furunkel!
- Ruhigstellung des betroffenen Körperabschnittes.
- Bei Furunkeln im Gesicht: Bettruhe, weiche Kost und wenig Sprechen helfen, eine Verschleppung der Erreger ins Gehirn zu vermeiden.
- Rotlicht beschleunigt die Reifung des Furunkels.
Behandlung
Oft reicht Zugsalbe
Kleinere Furunkel müssen nicht behandelt werden. Sie reifen heran und entleeren den Eiter über die Haut. Danach erfolgt eine schnelle Abheilung.
Bei beginnenden größeren Furunkeln reicht meist eine lokale Behandlung mit Zugsalbe aus. Die Wirkung beruht auf einer Reizung der Haut durch den Inhaltsstoff Ammoniumbituminosulfonat (auch Ichthyol genannt), was zu einer verstärkten Entzündung führt. Der Körper bekämpft die Erreger nun schneller und beschleunigt die Reifung des Furunkel. Es stehen verschiedene Konzentrationen der Zugsalbe zur Verfügung, von 10%iger bis 50%iger Salbe. Im Gesicht, am Hals und in der Genitalregion sollte aufgrund der empfindlicheren Haut jedoch nicht mehr als 20%ige Zugsalbe angewendet werden. Weiterhin können feuchtwarme Umschläge mit antibakteriell wirkenden Zusätzen wie Polihexanid (Lavasept), Kaliumpermanganat, Chinolinol oder Polyvidon-Jod Abhilfe verschaffen. Diese Substanzen sind in der Apotheke erhältlich. Der Arzt kann zudem eine Antibiotikatherapie verordnen, die besonders bei Gesichtsfurunkeln sinnvoll ist.
Eine chirurgische Öffnung des Furunkels ist im Regelfall nicht notwendig. Nur bei besonders großen oder stark entzündeten Furunkeln kann sich der Arzt zu einer Öffnung entschließen. In diesem Fall wird die Eiterhöhle durch einen kleinen Schnitt geöffnet, der Eiter entleert und die Abszesshöhle gespült. Die Nachbehandlung erfolgt mit antibakteriellen und antibiotischen Salben. Bei Furunkeln im Gesicht sollte eine chirurgische Öffnung vermieden werden.
Wenn bereits eine Blutvergiftung besteht, die sich durch Fieber und Schüttelfrost bemerkbar macht, muss zusätzlich zur Öffnung des Furunkels eine mindestens einwöchige Therapie mit Antibiotika erfolgen. Dazu eignen sich penicillinasefeste Antibiotika wie Flucloxacillin, da viele Erreger bereits resistent gegen normale Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline sind.
Bei oft wiederkehrenden Furunkeln (Furunkulose) kann neben unter dem Punkt "Ursachen" genannten Krankheiten eine Blutarmut (Anämie) oder eine gestörte Funktion von bestimmten Abwehrzellen, den neutrophilen Granulozyten, dahinterstecken. Dies kann der Arzt über eine Blutentnahme diagnostizieren. In diesem Fall helfen Eisenpräparate oder Vitamin C. Generell sollte bei einer Furunkulose oft die Kleidung gewechselt werden und keine eng anliegenden Sachen getragen werden. Zudem kann eine konsequente Reinigung und Desinfektion der betroffenen Körperstellen Abhilfe verschaffen.
Pflanzliche Wirkstoffe

Terpentinöl oder Lärchenterpentin
Terpentinöl oder Lärchenterpentin können zur Behandlung eines Furunkels eingesetzt werden. Sie wirken durchblutungsfördernd und antibakteriell. Dadurch wird die Entzündung verstärkt und die Reifung des Furunkels beschleunigt.

Arnikablüten
Arnikablüten eignet sich seit jeher zur Behandlung von Furunkeln bzw. Karbunkeln da die Blüten eine entzündungshemmende, antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung besitzen. Dies ist vor allem auf die Hauptinhaltsstoffe wie Helenalin, Flavonoide, ätherische Öle Prozyanidine und Cumarine zurückzuführen. Sie schwächen die Entzündung im Furunkel ab und begünstigen somit eine Ausheilung.Wichtig ist jedoch, dass die Anwendung am ehesten dann erfolgen sollte, wenn Furunkel häufig wiederkehren (sog. Furunkulose) und ein Grund für das Auftreten der Eiterbeulen bekannt ist (siehe Ursachen). Denn Arnika schwächt lokal die Immunabwehr, so dass Bakterien ein leichtes Spiel haben. Um die volle Wirkung von Arnika zu entfalten, haben sich Kompressen oder Wundverbände bewährt, die in Arnikatee oder in 3 bis 10-fach verdünnte Arnikatinktur getränkt und anschließend auf den Furunkel gelegt werden. In der Apotheke existieren dazu entsprechende Fertigpräparate.
Buchtipps:
- Bernd Kardorff. "Patientenratgeber und kurzes Lexikon der Hautkrankheiten, Venenleiden, allergischen Erkrankungen und Kosmetischen Medizin". Books on Demand (2002)
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