Durchfall Ursachen

Akut und chronisch
Bei gesunden Menschen wird die aufgenommene Nahrung so verdaut, dass am Ende normaler und fester Stuhl zurückbleibt. Dabei spielen die verschiedenen Darmanteile jeweils unterschiedliche Rollen. Im Dünndarm werden der Nahrung alle wichtigen Inhaltsstoffe und das meiste Wasser entzogen. Der Dickdarm speichert den Stuhl bis zur Entleerung und entzieht ihm noch das restliche vorhandene Wasser.
Wenn Durchfall (medizinisch: Diarrhö) auftritt, dann kann der Darm seine normale Verdauungsfunktion nicht mehr wahrnehmen. Dies hat im Allgemeinen zwei grundlegende Ursachen: Einerseits können erhöhte Darmbewegungen zu einem schnelleren Transport des Stuhls führen, wobei der Darm keine Zeit zur Flüssigkeitsaufnahme hat und der Stuhl damit flüssig bleibt. Andererseits kann der Darm auch selbst aktiv Wasser ausschütten, so dass der Stuhl flüssiger wird.
Dabei ist Durchfall ein grundlegendes Symptom unseres Körpers und kann sehr viele Ursachen haben. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, grenzt man in der Medizin den akuten vom chronischen Durchfall ab. Akuter Durchfall dauert im Allgemeinen 2 bis 4 Wochen und setzt meist schlagartig ein. Chronischer Durchfall kann sich aus akutem Durchfall entwickeln und dauert länger als 4 Wochen.
In der folgenden Aufzählung sind die häufigsten Ursachen für beide Durchfallformen genannt:
Akuter Durchfall
Magen-Darm-Infekt
Die häufigsten Auslöser für Durchfallerkrankungen sind Infektionen des Magen-Darm-Trakts. Die Erreger können Viren (z.B. Rotavirus, Norovirus) oder Bakterien (z.B. Salmonellen, Shigellen, EHEC) sein.
Vergiftungen
Dazu zählen Lebensmittel-, Pilz- und auch Harnvergiftungen (bei fortgeschrittener Nierenschwäche).
Medikamente
Antibiotika können durch die Zerstörung der Darmflora akuten Durchfall auslösen, (pseudomembranöse Kolitis). Auch Abführmittel, Eisenpräparate oder sog. Zytostatika können zu Durchfall führen.
Nahrungsmittelallergien
Allergien gegen bestimmte Lebensmittel, wie z.B. gegen Erdbeeren, Kiwi, Fisch oder Meeresfrüchte, können Durchfall auslösen.
Psychische Ursachen
Angstzustände (z.B. Examensangst) oder Lampenfieber beeinflussen direkt das Nervensystem des Bauches und haben oft kurzzeitigen Durchfall zur Folge.
Chronischer Durchfall
Reizdarmsyndrom
Diese Störung des Magen-Darm-Trakts, dessen Ursachen noch weitgehend unbekannt sind, hat neben anderen Beschwerden auch Durchfall zur Folge.
Entzündliche Darmerkrankungen
Wenn sich der Darm entzündet, dann sind in vielen Fällen Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa der Auslöser. Aber auch entzündliche Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose) können zu Entzündungen und damit einhergehendem Durchfall führen.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Bei Krankheiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz kann der Körper bestimmte Zuckerarten nicht aufnehmen, welche dann Wasser nach sich ziehen, was zu flüssigem Stuhl führt. Die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führt über eine Zerstörung der Dünndarmzotten zu einer verminderten Resorptionsfähigkeit des Darmes.
Gestörte Verdauungsfunktion
Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder auch die Erbkrankheit Mukoviszidose können zu einer unzureichenden Verdauung der Nahrung führen, so dass der Dünndarm diese nicht aufnehmen kann.
Schilddrüsenüberfunktion
Durch eine gesteigerte Aktivität der Schilddrüse arbeitet der Organismus sprichwörtlich einen Gang schneller. Daher wird auch der Stoffwechsel beschleunigt und die Nahrung schneller durch den Darm transportiert.


