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Durchfall

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Durchfall

Durchfall (Diarrhö) ist eines der häufigsten Symptome von Erkrankungen des Magen-Darmtrakts. Betroffene klagen über einen erhöhten und wässrigen Stuhlgang, der schwierig zu halten ist. Meist verbirgt sich hinter Durchfall nur eine harmlose und kurz andauernde Magen-Darm-Infektion. Es kann jedoch auch eine schwerwiegendere Erkrankung dahinterstecken.

Durchfall im Überblick:
  • In den meisten Fällen ist eine Magen-Darm-Infektion für Durchfall verantwortlich.
  • Man unterscheidet akuten (zwei bis vier Tage) und chronischen Durchfall (mehr als vier Wochen).
  • Im Regelfall ist keine Behandlung erforderlich. Bei schweren Infektionen sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden (drei bis vier Liter am Tag).

UrsachenUrsachen: akut oder chronisch?


Bei gesunden Menschen wird die aufgenommene Nahrung so verdaut, dass am Ende normaler und fester Stuhl zurückbleibt. Dabei spielen die verschiedenen Darmanteile jeweils unterschiedliche Rollen. Im Dünndarm werden der Nahrung alle wichtigen Inhaltsstoffe und das meiste Wasser entzogen. Der Dickdarm speichert den Stuhl bis zur Entleerung und entzieht ihm seine Restflüssigkeit.
 
Wenn Durchfall (medizinisch: Diarrhö) auftritt, ist der Darm in seiner Verdauungsfunktion gestört. Einerseits können erhöhte Darmbewegungen zu einem schnelleren Transport des Stuhls führen, wobei der Darm keine Zeit zur Wasseraufnahme hat und der Stuhl flüssig bleibt. Andererseits kann der Darm auch seinerseits Wasser abgeben und den Stuhl verflüssigen.

Eine Durchfallerkrankung kann viele Ursachen haben. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, unterscheidet die Medizin zwischen chronischem und akutem Durchfall. Bei akutem Durchfall dauern die Symptome in der Regel zwei bis vier Tage an und setzt meist schlagartig ein. Chronischer Durchfall kann sich aus akutem Durchfall entwickeln und dauert länger als vier Wochen.

Ganz wichtig für die richtige Behandlung von Durchfall: Die Diagnose. In der folgenden Aufzählung sind die häufigsten Ursachen für beide Durchfallformen genannt:

Akuter Durchfall

  • Magen-Darm-Infekt
    Die häufigsten Auslöser für Durchfallerkrankungen sind Infektionen des Magen-Darm-Trakts. Die Erreger können Viren (z.B. Rotavirus, Norovirus) oder Bakterien (z.B. Salmonellen, Shigellen, EHEC) sein.
  • Vergiftungen
    Dazu zählen Lebensmittel-, Pilz- und auch Harnvergiftungen (bei fortgeschrittener Nierenschwäche).
  • Medikamente
    Antibiotika können durch die Zerstörung der Darmflora akuten Durchfall auslösen, (pseudomembranöse Kolitis). Auch Abführmittel, Eisenpräparate oder sogenannte Zytostatika können Ursache sein.
  • Nahrungsmittelallergien
    Allergien gegen bestimmte Lebensmittel, etwa gegen Erdbeeren, Kiwi, Fisch oder Meeresfrüchte, können Durchfall auslösen.
  • Psychische Ursachen
    Angstzustände (z.B. Prüfungsangst oder Lampenfieber) beeinflussen direkt das Nervensystem des Bauches und haben oft kurzzeitigen Durchfall zur Folge.

Chronischer Durchfall

  • Reizdarmsyndrom
    Diese Störung des Magen-Darm-Trakts, dessen Ursachen noch weitgehend unbekannt sind, hat neben anderen Beschwerden auch Durchfall zur Folge. Alles Wissenswerte zum Reizdarm erfahren Sie hier.
  • Entzündliche Darmerkrankungen
    Wenn sich der Darm entzündet, dann sind in vielen Fällen Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa der Auslöser. Aber auch entzündliche Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose) können zu Entzündungen und damit einhergehendem Durchfall führen.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
    Bei Krankheiten wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz kann der Körper bestimmte Zuckerarten nicht aufnehmen, welche dann Wasser nach sich ziehen, was zu flüssigem Stuhl führt. Die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) führt über eine Zerstörung der Dünndarmzotten zu einer verminderten Resorptionsfähigkeit des Darms.
  • Gestörte Verdauungsfunktion
    Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder auch die Erbkrankheit Mukoviszidose können zu einer unzureichenden Verdauung der Nahrung führen, sodass der Dünndarm diese nicht aufnehmen kann.
  • Schilddrüsenüberfunktion
    Durch eine gesteigerte Aktivität der Schilddrüse arbeitet der Organismus sprichwörtlich einen Gang schneller. Daher wird auch der Stoffwechsel beschleunigt und die Nahrung schneller durch den Darm transportiert.

Unser Verdauungssystem sorgt dafür, dass der Nahrung im Verdauungsprozess nahezu das gesamte Wasser entzogen wird und am Ende nur noch fester Stuhl zurückbleibt. Bei einer Durchfallerkrankung funktioniert dieser Prozess nicht mehr, da der Darm entweder der Nahrung das Wasser nicht mehr entziehen kann oder selbst Wasser ausschüttet. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Meist liegt eine Infektion des Magen-Darmtrakts vor, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder das Reizdarmsyndrom führen zu Durchfallsymptomen.

 

SymptomeSymptome: Indikatoren für Durchfallerkrankungen 

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Durchfall (Diarrhö) besteht definitionsgemäß, wenn man öfter als dreimal pro Tag auf Toilette muss, wenn die Stuhlkonsistenz vermindert ist (breiig bis flüssig) und wenn die Stuhlmenge mehr als 200 g pro Tag beträgt. Weiterhin können Durchfälle auch blutig und fettig sein. Fettstühle erkennt man im Besonderen daran, dass sie sehr stark riechen, ölig aussehen und sich nur schwer wegspülen lassen.

Stuhlbeimengungen wie Eiter und Schleim geben einen Hinweis auf entzündliche Veränderungen. Weiterhin können verwandte Symptome wie Blähungen, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen auftreten.

Akuter Durchfall

Der Durchfall setzt schlagartig ein und ist dabei meistens auf eine Magen-Darm-Infektion zurückzuführen. Durch den starken und plötzlichen Wasserverlust kann der Körper wichtige Elektrolyte verlieren und austrocknen. Es droht die Dehydratation, die unter Umständen medizinisch behandelt werden muss.

Zudem kann bei schweren Magen-Darm-Infektionen Fieber auftreten, was darauf hindeutet, dass die Bakterien vom Darm in den Körper eingedrungen sind. Im Normalfall dauert akuter Durchfall bei einer Magen-Darm-Grippe zwei bis vier Tage, er kann jedoch bis zu 14 Tage anhalten.

Chronischer Durchfall

Hier beginnt der Durchfall in aller Regel sehr langsam und wird im Laufe von Wochen immer stärker. Dabei kann er nur beim Verzehr von bestimmten Lebensmitteln auftreten (z.B. Milchzucker) oder gänzlich unabhängig von der Nahrungsaufnahme sein. Zudem kann er auch nachts auftreten.

In jedem Fall kann chronischer Durchfall ein Symptom vieler schwerer Erkrankungen sein. Seine Ursache muss unbedingt durch einen Gastroenterologen (Magen-Darm-Arzt) abgeklärt werden.

 

DiagnoseDiagnose: viele mögliche Ursachen 

 

Um die Ursache des Durchfalls (Diarrhö) zu finden, wird der Arzt zuerst ein ausführliches Patientengespräch durchführen, in dem er wichtige Fragen stellt. Dazu zählen Fragen zur Menge und Art des Stuhls, zu begleitenden Schmerzen, zu Stuhlbeimengungen und auch zur Dauer des Durchfalls. Ebenso wichtig ist die Frage nach vorigen Auslandsaufenthalten, da sich bestimmte tropische Darmkeime erst Wochen nach der Infektion bemerkbar machen können (z.B. die Amöbenruhr).

Im nächsten Schritt führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, wobei er besonders auf Zeichen der Austrocknung wie stehende Hautfalten achtet. Das Abtasten und Abhören des Bauches können Hinweise auf eine organische Ursache geben. Auch eine Analinspektion gehört zur Untersuchung dazu.

Daraufhin wird das Blut auf Entzündungswerte, Anzahl der Blutkörperchen, Elektrolyte und Leber- und Nierenwerte untersucht. Wenn der Verdacht auf eine Magen-Darm-Infektion besteht, kann der Stuhl auf das Vorkommen von Bakterien oder Viren untersucht werden. Dies ist normalerweise jedoch nur bei schweren Krankheitsverläufen notwendig.

Bildgebende Verfahren wie die Darmspiegelung, Ultraschall oder eine Röntgenaufnahme können in bestimmten Fällen notwendig sein, insbesondere wenn keine Infektion als Ursache des Durchfalls gefunden wurde.

 

BehandlungTherapie bei Durchfall: trinken, trinken, trinken!


Um Durchfall (Diarrhö) effektiv zu behandeln, muss zuerst dessen Ursache geklärt werden. Die Therapie zielt dann im ersten Schritt auf die Rehydrierung ab und im zweiten Schritt auf die Behandlung der Krankheit, die den Durchfall auslöst.

Mögliche Therapieschritte:

  • Trinken von 3 bis 4 Litern pro Tag (Mineralwasser, Tee, Elektrolytgetränke). Bei Erbrechen: Kochsalzinfusion durch den Arzt.
  • Schonkost (z.B. Zwieback und Tee) für die Dauer des Durchfalls.
  • Absetzen von durchfallauslösenden Medikamenten oder Nahrungsmitteln.
  • Gabe von Antibiotika in schweren Fällen und bei Kindern und älteren Menschen.

Akuter Durchfall

Dieser ist in aller Regel von kurzer Dauer und muss nicht behandelt werden. Es sollte lediglich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von drei bis vier Litern pro Tag geachtet werden, um einer Austrocknung vorzubeugen. Natriumreiches Mineralwasser, Tees und spezielle Elektrolytgetränke eignen sich dazu am besten. Generell sollten die Getränke Zucker, Salz und Kalium enthalten, damit der Körper das Wasser schnell aufnehmen kann. Die alte Weisheit von Cola und Salzstangen ist dagegen überholt: Cola führt dem Körper wegen seines hohen Zuckergehaltes zu wenig Wasser zu.

Die Nahrungsaufnahme sollte für die Dauer des Durchfalls auf Schonkost reduziert werden. So kann sich der Darm beruhigen und die Keime effektiver eliminieren. Wenn gleichzeitig Erbrechen besteht, sollte durch einen Arzt eine spezielle Kochsalzinfusion verabreicht werden, um die Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen. Sofern bestimmte Lebensmittel oder Medikamente Auslöser des Durchfalls sind, kann die Absetzung oder eine spezielle Diät Abhilfe verschaffen.

Bei schweren akuten und fiebrigen Durchfällen oder bei Kindern und älteren Menschen kann der Arzt Antibiotika verschreiben, um das Immunsystem zu unterstützen. Dazu zählen insbesondere Ciprofloxacin, Cotrimoxazol und Metronidazol. Weiterhin kann medizinische Kohle eingenommen werden, die Bakterien als auch Giftstoffe aufnehmen und unschädlich machen kann.

Durchfallstopper wie Lopemarid sollten nur im Notfall eingesetzt werden, da Durchfall als Symptom selbst eine wichtige Funktion erfüllt: er spült die Erreger bei einer Magen-Darm-Infektion aus dem Körper. Wird diese unterdrückt, verbleiben die Keime im Darm und können sich weiter vermehren. Ferner besteht bei Überdosierung dieser Medikamente die Gefahr eines Darmverschlusses (Ileus).

Chronischer Durchfall

Chronischer Durchfall ist ein Symptom, dem verschiedenartigste Störungen und Erkrankungen zugrunde liegen können. Daher sollte hier mithilfe des Arztes in erster Linie die Krankheitsursache behandelt werden. Diese kann durch vermehrtes Trinken und Aufnahme von Salzen unterstützt werden, um einer Austrocknung vorzubeugen. 

 

Pflanzliche WirkstoffeDurchfall natürlich behandeln


Zur unterstützenden Behandlung von Durchfallerkrankungen können Naturheilmittel eingesetzt werden, die einen beruhigenden Effekt auf die Darmmuskulatur haben, wie die Uzarawurzel. Andere pflanzliche Wirkstoffe verringern den Wasserverlust über den Darm und bekämpfen im Falle einer Magen-Darm-Infektion den Erreger.

Hilfe auf einen Blick:
  • Uzarawurzel: beruhigt die Darmmuskulatur
  • Apfelpektin: schützt die Darmschleimhaut
  • Kamillenblüten: schützt die Darmwand und bekämpft Bakterien

Die besten Naturheilmittel bei Durchfall

Die Wurzeln der in Südafrika beheimateten Pflanze hemmen die Transportbewegungen des Dünndarms, sorgen für einen reibungslosen Transport des Nahrungsbreis und stoppen begleitende Darmkrämpfe. Sie sind ein traditionelles Heilmittel bei akutem Durchfall. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind Uzarigenin und Xysmalorin.

Da die Uzarawurzel nicht als Tee zubereitet werden kann, werden im Handel verschiedene Fertigpräparate (Säfte, Lösungen, Dragees) angeboten. Da die Inhaltsstoffe bestimmten Herzmedikamenten (sog. Herzglykosiden) chemisch ähneln, sollte eine Anwendung bei Personen mit bestimmten Herzkrankheiten ausgeschlossen werden.

 
Apfelpektin

Dieser natürliche Bestandteil von Äpfeln ist ein Kohlenhydrat mit sehr vielen Molekülen und besitzt die Eigenschaft, Wasser zu verdicken und dessen Oberfläche zu vergrößern. Durch die Einnahme wird das Wasser im Darm zu einer gelartigen Lösung geformt, die sich schützend um die Darmwand legt und die Erreger auf diese Weise daran hindert, in die Darmschleimhaut einzudringen. Zudem besitzt Apfelpektin die Fähigkeit, Bakteriengifte zu neutralisieren und auch bestimmte Bakterien aktiv zu bekämpfen. Viele Apotheken bieten Apfelpektine in reiner Form oder in Kombination mit Kamillenblüten an.

 

Auf die (echte) Kamille ist fast immer Verlass. Ihre hochwirksamen ätherischen Öle helfen uns bei zahlreichen Beschwerden, so auch bei Irritationen im Magen-Darm-Bereich. So hilft ein frisch zubereiteter Kamillentee, am besten mit einigen Tropfen Kamillentinktur versetzt, gegen Magenkrämpfe und Durchfall. Am besten holt man sich dafür fertige Arzneitees oder getrocknete Kamillenblüten aus der Apotheke. Um die therapeutischen Eigenschaften der Kamille optimal zu nutzen, ist ein mit einer Alkohol-Wasser-Mischung hergestellter Trockenextrakt besonders geeignet.

 

Die moderne Naturheilkunde nutzt Myrrhe zur Behandlung von Entzündungen, aber auch zur Therapie von Magen-Darm-Beschwerden. Bei diesem Krankheitsbild besitzt das getrocknete Harz des Myrrhenstrauchs ein breites Wirkspektrum. Studien konnten zeigen, dass die Einnahme von konzentrierter Myrrhe-Arznei bei akutem Durchfall helfen kann, vor allem aber auch im Rahmen der Behandlung von Reizdarm gute Ergebnisse erzielt. 

 
Kaffeekohle

Die Naturheilkunde schätzt die Kaffeekohle für ihre aufsaugenden („absorbierenden“) und zusammenziehenden („adstringierenden“) Eigenschaften. Zu ihrer Gewinnung werden grüne Kaffeebohnen bis zur Verkohlung ihrer äußeren Samenpartien geröstet und anschließend gemahlen. der Wirkstoff bindet Gase, Bakterien und deren giftige Abbauprodukte. Da Kaffeekohle sehr fein gemahlen wird, besitzt sie eine große Oberfläche. Dadurch können Schadstoffe im Körper besser gebunden und ausgeschieden werden. Kaffeekohle kann bei Durchfall gut in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Anwendung kommen, zum Beispiel mit Myrrhe und Kamille.

 

Die heimische Eichenrinde wird zur Therapie von akutem Durchfall empfohlen, da sie eine adstringierende (abdichtende) und antivirale Wirkung besitzt. Die Abdichtung der Darmschleimhaut bewirkt, dass einerseits keine Giftstoffe mehr in den Darm eindringen und andererseits durch den Darm keine großen Flüssigkeitsmengen mehr verloren gehen können. Die Wirkungen ergeben sich hauptsächlich durch den großen Anteil an wasserlöslichen Gerbstoffen (Ellagitannine, Proanthocyanidine und Flavanoellagitannine). Eichenrinde kann als Tee innerlich eingenommen werden. Dazu werden im Handel Fertigpräparate angeboten.

 

Dieses Naturheilmittel zeichnet sich wie die Eichenrinde durch einen hohen Anteil an Gerbstoffen aus, hauptsächlich Agrmoniin, Laevigatin F und Pedunculagin. Die Gerbstoffe des Frauenmantelkrauts bewirken eine Abdichtung der Darmschleimhaut gegenüber Bakteriengiften und führen zu einer verminderten Wasserauscheidung des Darms. Dadurch wirkt Frauenmantelkraut leicht stopfend. Die Anwendung erfolgt als Tee (im Handel erhältlich), wobei nicht mehr als 3 bis 5 Tassen am Tag getrunken werden sollten.

 

Flohsamen sind Schleimstoffe und gelten als sehr ballaststoffreich. Ihnen werden verschiedene positiven Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt nachgesagt, darunter auch eine hemmende Wirkung auf Durchfall. Da sie überschüssiges Wasser im Darm aufsaugen und verdicken (ähnlich wie Apfelpektine), beruhigen sie den Magen-Darm-Trakt und lassen den Stuhl wieder fester werden. Zugleich können die Flohsamen auch Giftstoffe von Bakterien effektiv neutralisieren.

Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, sollten 10 bis 30 g Flohsamen am Tag mit reichlich Wasser (150 ml pro 5 g Flohsamen) eingenommen werden. Flohsamen sind im Handel als Fertigpräparate oder auch frei erhältlich. Bei der Verwendung von indischen Flohsamen kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen.

 

Der Blutwurz (auch Tormentill) eignet sich zur Behandlung von unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen, da seine Inhaltstoffe zusammenziehend (adstringierend) und antimikrobiell wirken. Verantwortlich dafür sind unter anderem im Rhizom enthaltene Proanthocyanidine, Ellagitannine sowie Tormentosid. Blutwurzwurzelstock oder auch Tormentillwurzelstock kann in Form von Tee oder als Tinktur verwendet werden.

Für die Teezubereitung sollte ein Teelöffel zerkleinerten Tormentillwurzelstocks mit einer Tasse kaltem Wasser übergossen und kurz aufgekocht werden. Der Tee kann bis zu dreimal täglich zwischen den Mahlzeiten getrunken werden.

 

 

Wann zum Arzt?

Wenn Sie bei sich oder einem ihrer Angehörigen die folgenden Symptome bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam:

  • keine Besserung nach zwei Tagen
  • Durchfall wird von Fieber und Bauchkrämpfen begleitet
  • Blut, Eiter oder Schleim im Stuhl
  • Durchfall bei Säuglingen, Kleinkindern oder älteren Personen
Quellen:
  • Herold. "Innere Medizin". Herold Verlag (2011)
  • Arastéh et al. "Duale Reihe - Innere Medizin". Thieme Verlag (2009)
  • Koop. "Gastroenterologie compact; Alles für Klinik und Praxis". Thieme Verlag (2010)
  • Riemann u.a. "Gastroenterologie, Bd.1 Intestinum". Thieme Verlag (2008)
  • Caspary et al. "Therapie gastroenterologischer Krankheiten". Springer Verlag (2005)
  • Block. "POL-Leitsymptome, Gastrointestinaltrakt; Leber, Pankreas und biliäres System". Thieme Verlag (2006)
  • Hänsel et al. "Pharmakognosie - Phytopharmazie". Springer Verlag (2010)
  • Wiesenauer et al. " PhytoPraxis". Springer Verlag (2008)
Dr. med. Tim Hollstein
Geschrieben von Dr. med. Tim Hollstein , Arzt
Zuletzt aktualisiert am 02.12.2013
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